“Sollten nicht vergessen, wie stark Pogacar ist“

Van Aert zählt sich bei der Ronde nicht zu den “G4“

Von Kevin Kempf

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Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) machte bei der Pressekonferenz vor der Flandern-Rundfahrt einen entspannten Eindruck. | Foto: Cor Vos

04.04.2026  |  (rsn) – Bei der Flandern-Rundfahrt 2025 lieferten sich Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) noch ein packendes Duell. Diesmal gilt der Weltmeister als Top-Favorit, doch hinter ihm folgt ein Trio weiterer hoch gehandelter Kandidaten

Mit Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) hat nämlich auch das Ausrichterland mal wieder zwei Eisen im Feuer. Deswegen wurde in den belgischen Medien oft von den “G4“ gesprochen.

Zu diesen “Großen Vier“ zählt sich van Aert bei der 110. Flandern-Rundfahrt aber nicht. “Ich würde mich da selbst nicht sehen. Ich finde den Begriff auch etwas albern“, sagte der 31-Jährige bei der Pressekonferenz seiner Mannschaft. Den Grund dafür schob er schnell nach. “Scheinbar vergessen Menschen schnell. Pogacar war bei der Strade und in Sanremo fast schon lächerlich viel stärker als der Rest. Nur weil er letzte Woche nicht gefahren ist, heißt das nicht, dass wir vergessen sollten, wie stark er ist.“

Somit ist deutlich, wen van Aert in der Favoritenrolle sieht und auch über seine Nummer 2 ließ er keine Zweifel offen: “Tadej ist unglaublich stark und das Palmares von Mathieu bei der Ronde sagt genug. So realistisch bin ich. Mit der Einstellung stehe ich am Start“, erkannte der Belgier an. Das heißt er aber nicht, dass er die Waffen strecken will. “In Flandern kann so viel passieren. Es gibt immer Chaos und es passieren ständig Dinge, die man nicht erwartet. Das kann man nicht vorhersagen“, so der Visma-Kapitän.

Ein völlig neuer Faktor ist der Vierte der sogenannten "Großen Vier". “Ich wage keine Prognose, wie er das Rennen verändern wird, aber dass er den Verlauf beeinflussen wird, ist fast sicher“, meinte van Aert mit Blick auf Evenepoel. Auch wenn der Red-Bull-Kapitän kaum Erfahrung in Flandern und noch weniger bei den Frühjahrsklassikern hat, so konnte der 26-Jährige auf den Straßen seiner Heimat schon einige Male beeindruckten. “Remco hat schon oft gezeigt, dass er das kann. Er ist ein Extrakonkurrent“, urteilte sein Landsmann.

Doch wenn es gemeinsame Ziele gibt, können Konkurrenten zu Verbündeten werden. Und da jeder, der gewinnen will, erst am Überflieger vorbeikommen muss, könnten sich Allianzen bilden. “Es gibt so viele Faktoren, die eine Rolle spielen. Aber was ich an Remco mag, ist, dass er immer das Rennen machen will und in Gruppen mitfährt. So sehe ich mich auch. Und das kann gut zusammen funktionieren", betonte van Aert.

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