--> -->
12.04.2026 | - Die 123. Ausgabe von Paris-Roubaix (1.UWT) durch die "Hölle des Nordens" war an Dramatik und Spannung kaum zu überbieten. Einen großen Anteil daran hatte auch Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech), der zuletzt dreimal in Folge im Velodrome triumphiert hatte. Doch welche Rolle spielten seine Pedale dabei?
Dabei war es auf den ersten 150 Kilometern sehr gut für den Niederländer gelaufen. Seine größten Konkurrenten Wout van Aert (Visma – Lease a Bike), Mads Pedersen (Lidl – Trek) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hatten mit Defekten zu kämpfen, während er selbst verschont blieb.
Doch im Wald von Arenberg, 94 Kilometer vor dem Ziel eine der Schlüsselstellen des prestigeträchtigsten aller Klassiker, an der oft eine Vorentscheidung fällt, musste auch van der Poel wegen eines Vorderradplattens absteigen. Der Alpecin-Kapitän erhielt schnell das Bike seines Teamkollegen Jasper Philipsen, der schon signalisiert hatte, dass er nicht seinen besten Tag erwischt hatte. ___STEADY_PAYWALL___
Doch als sich van der Poel in den Sattel schwang, geschah Merkwürdiges: Er versuchte, sich einzuklicken. Immer wieder rutschten die Pedale weg. Nach mehreren Versuchen, angeschoben von Philipsen, gab er auf. Man könnte vermuten, dass die Cleats an seinen Schuhen schmutzig waren und er deshalb nicht einklicken konnte.
Später im Ziel löste Alpecin-Teamchef Christoph Roodhooft das Rätsel, warum die Pedale nicht passten – obwohl Teamkollegen, benutzen van der Poel und Philipsen unterschiedliche Pedale: "Jasper fährt mit einem Prototyp. Es war ein unglaublich bitterer Moment", so Roodhooft.
Weil die Pedale des geliehenen Rades nicht zu seinen Schuhen passten, musste van der Poel wieder absteigen. | Foto: Cor Vos
Vielleicht hätte es trotz des Defekts wie bei den anderen Favoriten noch gut ausgehen können, wenn Roodhooft mit dem Begleitfahrzeug schneller bei seinem Topstar gewesen wäre. Doch das Unglück kam nicht allein. "Es hatte vorher einen Unfall mit einem NSN-Fahrer gegeben, der einen Arzt benötigte. Deshalb standen wir über eine Minute still, bevor wir vorbeifahren konnten. Wir hätten mit dem Teamwagen eine Minute früher da sein müssen", erklärte Roodhooft bei Wielerflits auch dieses Missgeschick.
"Es war natürlich nicht der Plan, dass ich das Rad von Jasper nehme. Ich wollte aber mit seinem Rad wenigstens aus dem Wald von Arenberg herauskommen. Das hat aber nicht geklappt“, schilderte van der Poel gegenüber Eurosport sein Dilemma.
Doch das Desaster war noch nicht vorbei. Zwischenzeitlich hatte Teamkollege Tibor del Grosso seinem Kapitän ein neues Vorderrad montiert, mit dem van der Poel nun versuchte, seine Fahrt fortzusetzen. Nach wenigen Metern war auch dieser Versuch gescheitert. Van der Poel: “Ich hatte zwei Platten und lag danach mehr als zwei Minuten hinten. Da wusste ich, dass das Rennen vorbei war!"
Tibor Del Grosso wechselt für seinen Kapitän das defekte Vorderrad aus. | Foto: Cor Vos
Mit zwei Minuten und zwölf Sekunden Abstand auf die Führenden verließ er den Wald von Arenberg. Auch wenn er nicht mehr an einen guten Ausgang glaubte, gab der Weltmeister von 2023 alles und startete eine furiose Aufholjagd. Dabei musste er meist vorne im Wind oder alleine den Rückstand verkleinern. Nach rund 30 Kilometern hatte er endlich die große Verfolgergruppe der acht Spitzenreiter van Aert, Pogacar, Pedersen, Christophe Laporte (Visma – Lease a Bike), Stefan Bissegger (Decathlon – CMA CGM) und Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step), Jordi Meeus und Laurence Pithie (beide Red Bull – Bora – hansgrohe) erreicht, die nach seiner Panne 1:40 Minuten Vorsprung hatte.
Unter van der Poels Tempodiktat verkürzten sie den Abstand vor dem 4-Sterne-Sektor Auchy-les-Orchies à Bersée, 54 Kilometer vor dem Ziel, auf nur noch 20 Sekunden. Fast sah es so aus, als könnte es noch zum Zusammenschluss kommen.
Doch als dort van Aert attackierte und nur Pogacar folgen konnte, so dass das Duell um den Roubaix-Sieg eröffnet wurde, wuchs der Rückstand der Verfolger wieder etwas an – bis auf etwa 40 Sekunden, um dann aber nach Carrefour de l'Arbre 15 Kilometer Schluss wieder auf 20 Sekunden zu schmilzen. Wirklich weit weg waren van der Poel und Co. in der letzten Rennstunde nie, herankommen konnten sie an Pogacar und van Aert aber auch nicht mehr.
Ein Mechaniker schiebt van der Poel wieder ins Rennen zurück... | Foto: Cor Vos
Kurz vor dem Velodrome überraschte Stuyven schließlich die Verfolgergruppe und stürmte so auf den dritten Platz. Van der Poel gewann noch den Sprint des Rests und wurde Vierter. "Ich habe nicht geglaubt, dass ich nochmal ganz an die Spitze des Rennens komme. Ich habe so viel Energie gebraucht, um wieder in die Gruppe zu kommen. Es ist schon unglaublich, dass ich um das Podium gesprintet bin", schien er letztlich mit seinem Tagewerk doch zufrieden gewesen zu sein.
Und das war wohl auch gerechtfertigt. Im Prinzip war der Niederländer nach seinem Defekt im Wald von Arenberg der stärkste Fahrer im Feld, fuhr er doch die letzten knapp 100 Kilometer rund eineinhalb Minuten schneller als alle anderen.
... wo er sofort seine dramatische Aufholjagd begann. | Foto: Cor Vos
14.04.2026Rutschs Roubaix-Bilanz: Drei Radwechsel und ein Sturz(rsn) - “Ich habe an sich nicht viel zu erzählen”, stapelte Jonas Rutsch (Lotto – Intermarché) tief, als RSN ihn einen Tag nach dem Rennen um ein Gespräch über das 123. Paris-Roubaix (1.UWT
14.04.2026Bissegger mit bester Leistung zum zweitbesten Roubaix-Ergebnis(rsn) – Beim 123. Paris-Roubaix (1.UWT) verpasste Stefan Bissegger (Decathlon - CMA CGM) sein bisher bestes Ergebnis um eine Position: Nachdem es 2025 zu Rang sieben bei der “Königin der Klassike
14.04.2026Gedankenspiel: Liebe UCI, bring´ uns den Weltcup zurück!(rsn) – Wer den Profiradsport schon etwas länger verfolgt, erinnert sich noch an den Weltcup - eine Serie aus zehn höchst unterschiedlichen Eintagesrennen. Das Ziel: Den vielseitigsten Radprofi zu
13.04.2026Red Bull geht mit “8 von 10“ aus den Kopfstein-Klassikern(rsn) – Zwischenzeitlich sah es für Red Bull – Bora – hansgrohe mal richtig gut aus bei Paris-Roubaix (1.UWT). Als das Rennen schon längst in der heißen Phase war, hatte das Team in Mick van
13.04.2026Van Aert verwandelt Hölle des Nordens in seinen Radsport-Himmel(rsn) – Es gibt sie doch noch, die kleinen Wunder im Radsport. Und so klein ist das, was Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) am Sonntag im Velodrom von Roubaix geschafft hat, eigentlich gar nicht
13.04.2026Pedersen nach siebtem Platz in Roubaix unzufrieden(rsn) – “Kannst du uns von dem Moment erzählen, als Wout und Pogacar dich abgehängt haben?“ Mads Pedersen (Lidl – Trek) blickte gerade nach unten, dass ihn die Frage überraschte, konnte er
13.04.2026Mick oder Tim: Hauptsache van Dijke(rsn) – Tim van Dijke (Red Bull – Bora – hansgrohe), Zweiter beim Omloop Nieuwsblad (1.UWT) und heimlicher Star bei Jonas Vingegaards Sieg auf der 4. Etappe bei Paris-Nizza, fuhr auch bei der 12
13.04.2026Donati nach Roubaix-Sieg im Fotofinish schwer begeistert(rsn) – Vor allem aus Nachwuchs-Sicht war der Sonntag in Roubaix für Red Bull – Bora- hansgrohe ein sehr erfolgreicher. Bei der U19 verpasste Karl Herzog, allerdings nicht in Teamfarben, sondern
13.04.2026“Beine wie Spaghetti“: Pogacar ging gegen van Aert die Kraft aus(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat alles probiert. Immer wieder versuchte der Slowene, mit harten Antritten Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) zu distanzieren. Doch der Belgier
12.04.2026Warum gab es bei Paris-Roubaix so viele Defekte?(rsn) - Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) hatte drei Platten, der Sieger Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) und Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) jeweils zwei. Mehr als die Hälfte d
12.04.2026Highlight-Video des 123. Paris-Roubaix(rsn) - Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hat erstmals in seiner Karriere Paris-Roubaix (1.UWT) gewonnen. Der 31-jährige Belgier bezwang bei der 123. Ausgabe des Frühjahrsklassikers über 258,3
12.04.2026Laporte: “Wir haben seit fünf Jahren auf diesen Sieg gewartet“(rsn) – Endlich hat es geklappt: Erstmals in seiner Karriere hat sich Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) den Sieg bei Paris-Roubaix geholt. In einem von zahllosen Defekten heimgesuchten und dram
18.09.2026Wie aus dem Nichts: Merlier jagt noch an Groenewegen vorbei (rsn) – Nach dem italienischen Intermezzo durch Jonathan Milan (Lidl – Trek) im vergangenen Jahr hatten die belgischen Fans bei der 110. Kampioenschap van Vlaanderen (1.1) wieder allen Grund zum
18.09.2026Deutsche WM-Hoffnung Karl Herzog fällt aus (rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R
18.09.2026Vauquelin wird mit Etappensieg Zimmermanns Nachfolger (rsn) – Nach drei enttäuschenden ersten Tagen hat das Team Netcompany – Ineos beim 8. Giro d’Abruzzo (2.1) doch noch jubeln können. Kapitän Kévin Vauquelin entschied die abschließende 4. Et
18.09.2026SD Worx holt Barbieri als künftige Wiebes-Anfahrerin (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
18.09.2026In den Zeitfahren ruhen die deutschen Hoffnungen auf den Frauen (rsn) – Mit den beiden Elitezeitfahren beginnen am Sonntag die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften von Montréal. Die deutschen Starterinnen und Starter treten mit unterschiedlichen Zielen auf dem 39,2
18.09.2026Kanada muss in den WM-Zeitfahren auf Gee-West verzichten (rsn) – Mit einer großen Enttäuschung beginnt die Heim-WM von Montréal für Derek Gee-West (Lidl – Trek). Der 29-jährige Kanadier wird sowohl auf das Einzelzeitfahren am Sonntag als auch auf d
18.09.2026Die WM-Aufgebote aller Nationen für die Elite-Kategorien (rsn) – Die Weltmeisterschaften im kanadischen Montréal vom 20. bis 27. September umfassen 13 Wettkämpfe – je sechs Einzelzeitfahren und Straßenrennen für männliche wie weibliche U19 und U23
18.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages (rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht
17.09.2026Van Empel gibt Comeback: “Bereit für neues Abenteuer“ (rsn) - Fem van Empel kehrt nach knapp einjähriger Pause in den Radsport zurück. Die 24-jährige Niederländerin schließt sich mit sofortiger Wirkung dem Team FDJ United – Suez an, wie aus einer
17.09.2026Van den Berg sprintet van der Poel aus dem Führungstrikot (rsn) – Nach seinem dritten Platz zum Auftakt holte sich Marijn van den Berg (EF Education – EasyPost) auf der 2. Etappe der Tour de Luxembourg (2.Pro) seinen ersten Saisonsieg. Der 27-jährige Ni
17.09.2026Netcompany ist wieder zu spät dran: D´Aiuto mit Solosieg (rsn) – Auch am Ende der 3. Etappe des 8. Giro d´Abruzzo (2.1) stand das favorisierte Team Netcompany – Ineos mit leeren Händen da. Über 159 Kilometer zwischen Oricola und San Benedetto dei Mar
17.09.2026Seixas zieht Il Lombardia der Straßen-EM vor (rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R