Start beim Flèche Wallonne noch unsicher

Evenepoel zählt Amstel-Erfolg zu seinen acht besten Siegen

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Evenepoel zählt Amstel-Erfolg zu seinen acht besten Siegen"
Darauf ein Bier: Remco Evenepoel zählt seinen Sieg beim Amstel Gold Race zu den acht besten seiner Karriere. | Foto: Cor Vos

20.04.2026  |  (rsn) – Haken dran. Das Amstel Gold Race 2026 ist Geschichte. Und es schrieb Geschichten. Die von Vorjahressieger Mattias Skjelmose (Lidl – Trek), der pünktlich zum niederländischen Eintagesklassiker trotz nicht optimaler Vorbereitung wieder richtig gut abliefern konnte. Aber auch weniger schöne wie die von Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike), der ausgerechnet zu Beginn seiner wichtigsten Saisonphase unglücklich stürzte und sich ein Schlüsselbein brach.

Das Amstel Race schrieb aber auch die Geschichte von Sieger Remco Evenepoel und seinem Team Red Bull – Bora – hansgrohe, für das es bei der zehnten Teilnahme in der der Geschichte der Mannschaft nun zum ersten Mal für ganz vorne gereicht hat. Evenepoel selbst hat nach zwei Siegen bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (2022 und 2023) nun auch ein zweites Rennen des Ardennen-Triples in der Tasche hat und dabei einmal mehr die zuletzt häufiger in den Ring gewordene These mit Argumenten gefüttert, die besagt, dass er es als Eintagesspezialist möglicherweise weiter bringen könnte denn als Rundfahrer.

“Es ist ganz sicher der schönste Sieg meiner bisherigen Saison“, sagte Evenepoel im Siegerinterview unmittelbar nach dem Wettkampf. Und er ging sogar noch weiter: “Für mich steht dieses Rennen knapp hinter den Monumenten, es steht also weit oben auf meiner Rangliste. Der Sieg gehört wahrscheinlich zu den acht schönsten meiner Karriere.“ 74 zählt die mittlerweile. Und es lässt sich trefflich spekulieren, welche der Belgier denn genau vor das Amstel stellt.

Evenepoel beim Flèche Wallonne? Erst sieben Fahrer siegten bei allen drei Ardennen-Rennen

Doppel-Gold bei Olympia 2024, den WM-Titel im Straßenrennen 2022, mindestens einen seiner drei bei weltmeisterlichen Zeitfahren, gewiss auch den Vuelta-Gesamtsieg 2022 und mindestens einen der beiden in Lüttich, vielleicht noch den ersten auf der WorldTour bei der Clasica San Sebastian 2019. Und da ist auch noch kein Etappensieg bei der Tour de France dabei. Es gibt also durchaus große Siege, die Evenepoel hinter dem Amstel einreiht.

Möglicherweise würde der 26-Jährige auch einen Sieg beim Flèche Wallonne ganz weit oben einsortieren. Er würde ihn nach Eddy Merckx, Bernard Hinault, Michele Bartoli, Danilo di Luca, Davide Rebellin, Philippe Gilbert und Tadej Pogacar erst zum achten Fahrer, der Zeit seiner Karriere jeden der drei Ardennen-Klassiker mindestens einmal gewinnen konnte.

Ob Evenepoel die Chance dazu in diesem Jahr bekommt, ist noch nicht final entschieden. Wenn der Belgier am Mittwoch antritt, wäre es sein dritter Start. “Wir werden das Rennen analysieren und sehen, wie ich mich erhole“, sagte er nach seinem Amstel-Sieg. “Aber ich habe mich ziemlich stark gefühlt und hoffe, dass ich fahren kann. Es ist schönes Wetter vorhergesagt.“ Mit einer Entscheidung ist noch im Laufe des Montags zu rechnen. Tritt Evenepoel an, zählt er aber in jedem Fall wieder zu den großen Favoriten.

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