--> -->

23.04.2026 | (rsn) – Mit einer markanten Mischung aus geballter Routine und radikaler Verjüngung ist Hrinkow Advarics in die Saison 2026 gestartet. Während zwei ehemalige WorldTour-Profis das Zepter in der Hand halten, rücken zahlreiche Talente aus der eigenen Schmiede in den Fokus. Das große Ziel des österreichischen Kontinental-Teams bleibt dabei die Tour of Austria (2.1) mit der Heimetappe in Steyr.
Im Winter vollzog der oberösterreichische Rennstall einen deutlichen Umbruch. Mit dem Karriereende von Edward Ravasi und Riccardo Verza sowie den Abgängen von Giacomo Ballabio (Team Vorarlberg), Paul Buschek (Schwingshandl Intralogistics) und Maximilian Kabas veränderte sich das Gesicht des Teams spürbar. ___STEADY_PAYWALL___
Teamchef Dominik Hrinkow und der Sportliche Leiter Matjaž Mugerli setzten bei der Kaderplanung konsequent auf eine Zweiteilung: Eine erfahrene Achse soll die "jungen Wilden" führen. "Der Hauptfokus lag ganz klar auf der Teamverjüngung. Unsere arrivierten Fahrer sollen ihre Erfahrung an die Jungen weitergeben, damit diese sich optimal entwickeln können", betonte die Teamleitung gegenüber RSN.
An der Spitze dieser Hierarchie stehen mit Riccardo Zoidl (37) und Neuzugang Filippo Fortin (37) zwei Fahrer, die im Spätherbst ihrer Karriere noch einmal als Mentoren glänzen sollen. Für Zoidl ist es die letzte Saison seiner langen Karriere. Fortin, der nach einer Saison beim ProTeam Solution Tech - Vini Fantini und zuvor drei Jahren bei den Maloja Pushbikers nach Österreich wechselte, wurde als verlässliche Bank für die Massenankünfte verpflichtet. Flankiert werden sie von Jaka Primozic, der nach seinem schweren Sturz im Vorjahr zurückgekehrt ist, und Loïc Bettendorf, der mit dem luxemburgischen Cross-Meistertitel im Gepäck auch eine erfolgreiche Saison auf der Straße anpeilt.
Das Aufgebot von Hrinkow Advarics für die Saison 2026: Eine markante Mischung aus geballter Routine um Riccardo
Zoidl und radikaler Verjüngung durch Talente der eigenen Academy. | Foto: Team Hrinkow Advarics
Der Rennkalender für 2026 ist prall gefüllt, doch ein Termin überstrahlte alles: Die Tour of Austria. Zum dritten Mal in Folge gelang es den Organisatoren, eine Etappenankunft in Steyr, der Heimatstadt des Teams, zu realisieren. Für das Team Hrinkow Advarics ist dies mehr als nur ein Rennen. "Die Stimmung in Steyr war in den letzten Jahren grandios. Unser Ziel ist es, dort als stärkstes heimisches Kontinental-Team aufzutreten", hieß es mit Blick auf das 75-jährige Jubiläum der Rundfahrt im Juli.
Neben dem großen Highlight in Österreich sucht die Mannschaft den Erfolg auch auf internationalem Parkett. Einsätze bei der Tour de Taiwan (2.1), der Tour of Hellas (2.1) und der Flèche du Sud (2.1) bieten den jungen Fahrern die nötige Bühne, um wichtige UCI-Punkte zu sammeln. Zudem steht die Revanche in der heimischen Road Cycling League Austria ganz oben auf der Agenda. Nachdem man im Vorjahr die Teamwertung erst im letzten Rennen knapp abgegeben hatte, soll der prestigeträchtige Titel 2026 wieder zurück nach Steyr wandern.
Besonders stolz zeigt man sich im Lager der Steyrer über die Integration der eigenen Talente. Mit Maximilian Huber (19) und Valentin Poschacher (19) rücken zwei Athleten in den Kader auf, die bereits seit der U15 die Hrinkow Bike Academy durchlaufen haben. Ergänzt wird die Jugendfraktion durch den erst 18-jährigen Aiden Jordan sowie Richard Riška (20) und Dominik Hödlmoser (20). Für die nötige Aggressivität in Fluchtgruppen wurden zudem David Baumann und Josef Dirnbauer unter Vertrag genommen.
Das Team sieht sich für die laufende Saison vor allem bei Sprints und Klassiker-Etappen gut aufgestellt. Während die schweren Bergankünfte traditionell den Spezialisten vorbehalten bleiben, will Hrinkow Advarics durch eine aktive Fahrweise und taktische Cleverness bei den schnellen Ankünften glänzen. Dabei spielen auch die Einsätze der U23-Fahrer in den Nationalteams eine Rolle, die dem Team zusätzliche internationale Erfahrung einbrachten.
Revanche in der Road Cycling League Austria: Nachdem man den Gesamtsieg im Vorjahr erst im letzten Rennen knapp
verpasste, soll der Titel 2026 zurück nach Steyr wandern. | Foto: Reinhard Eisenbauer Technisch setzt der Rennstall weiterhin auf das bewährte Hrinkow Lion Aero-Rad. Durch die enge Verzahnung mit dem Radsporthaus Hrinkow und der Produktion eigener Bikes profitiert man von einem weitverzweigten Netzwerk in die gesamte Fahrradindustrie. Diese Synergien ermöglichen es dem Rennstall, in ständigem Austausch mit Herstellern zu stehen und neue Entwicklungen – wie etwa die Keramik-Komponenten von Tripeak, Titan-Pedale von HT oder Ketten von KMC – unter Rennbedingungen zu erproben. Besonders die enge Verbindung nach Taiwan, die sich auch in der Nutzung von Bryton-Computern und Arisun-Reifen widerspiegelt, ist ein Markenzeichen des Teams.
Dieses "Hrinkow-Ökosystem" bietet den Fahrern den Vorteil, bei vielen Anbauteilen auf das Material setzen zu können, das ihren individuellen Präferenzen am besten entspricht. Die Partnerschaft mit dem Namensgeber Advarics, einem Spezialisten für Cloud-Lösungen im Handel, unterstreicht zudem die moderne Ausrichtung des Teams, das die enge Feedbackschleife zwischen Profisport und Handel als strategischen Vorteil nutzt, um technologisch konkurrenzfähig zu bleiben.
Das Aufgebot: David Baumann (Österreich / 22 Jahre), Loïc Bettendorf (Luxemburg / 24), Josef Dirnbauer (Österreich / 27), Filippo Fortin (Italien / 37), Dominik Hödlmoser (Österreich / 20), Maximilian Huber (Österreich / 19), Aiden Jordan (USA / 18), Valentin Poschacher (Österreich / 19), Jaka Primoži? (Slowenien / 27), Jakob Reiter (Österreich / 25), Richard Riška (Slowakei / 20), Riccardo Zoidl (Österreich / 37).
Neuzugänge: David Baumann, Josef Dirnbauer, Filippo Fortin, Maximilian Huber, Aiden Jordan, Jakob Reiter.
Teamleitung: Dominik Hrinkow, Alexander Hrinkow.
Sportliche Leiter: Matjaž Mugerli, Christian Leitenbauer, Paul Kasis, Ulrich Öhlböck.
Material:
Rahmenhersteller: Hrinkow
Laufräder: Novatec
Komponenten & Ketten: Tripeak, HT, KMC
Reifen & Computer: Bryton
Helme & Brillen: LHC, Evil Eye, BBB Cycling
Bekleidung: Donen
Pflege & Zubehör: Bikecare, SKS Germany
Ernährung: Amacx