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23.04.2026 | (rsn) – Mit einer fantastischen Vorstellung hat Lennart Jasch (Tudor) die Königsetappe der Tour of the Alps (2.Pro) für sich entschieden. Der 25-jährige Deutsche setzte sich über 167,8 Kilometer von Arco nach Trient aus der fünfköpfigen Gruppe des Tages heraus als Solist durch und holte sich seinen ersten Profisieg mit zehn Sekunden Vorsprung auf den Italiener Matteo Sobrero (Lidl – Trek).
Dritter wurde dessen Landsmann Federico Iacomoni (Ukyo / +0:11) vor Florian Stork, der 20 Sekunden hinter seinem Landsmann und Teamkollegen das Feld ins Ziel führte und Rang vier vor dem Niederländer Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) verbuchen konnte. Der Italiener Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurde zeitgleich Zwölfter und verteidigte das Grüne Trikot des Spitzenreiters.
“Ehrlich gesagt, kann ich es noch gar nicht glauben. Ich bin gerade etwas überfordert“, strahlte Devo-Fahrer Jasch, der bei der Tour of the Alps für die Profimannschaft startet, im Ziel-Interview. “Ich kam hierher, um Michael (Storer) bei der Titelverteidigung zu helfen. Jetzt sitze ich hier und sie stellen mir diese Frage. Ich kann es nicht glauben. Es war ein unglaublicher Tag. Als ich in der Gruppe war, habe ich schon gefühlt, dass ich vielleicht den besten Tag meiner Karriere habe. Ich hatte irre Beine. Ich habe von Anfang an an den Sieg geglaubt und alles getan, um ihn bis ins Ziel zu bringen. Es war verrückt.“
Jasch hatte sich bereits wenige Kilometer nach dem Start mit vier weiteren Fahrern aus dem Feld gelöst und sich als einziger davon an der Spitze behaupten können. “Ich hätte nie damit gerechnet und heute war ein krasser Tag. Je länger es dauerte, des mehr habe ich gemerkt, dass ich der Beste der Gruppe bin. Irgendwann habe ich mir ein Herz gefasst und bin losgefahren. Dann war es einfach nur noch unglaublich hart“, fügte er an.
Vor der Schlussetappe führt Pellizzari die Gesamtwertung unverändert mit vier Sekunden Vorsprung gegenüber Arensman an. Auf Rang drei folgt dessen Teamkollege Egan Bernal, der sich am Bonussprint zwei Sekunden sicherte und damit ebenfalls nur noch vier Sekunden hinter dem Spitzenreiter liegt. Neuer Vierter ist Pellizzaris Teamkollege Aleksandr Vlasov, der dank vier Bonussekunden jetzt noch sechs Sekunden Rückstand aufweist. Dagegen fiel der Italiener Mattia Gaffuri (Picnic – PostNL / +0:15) vom vierten auf den fünften Rang zurück.
Der US-Amerikaner Sean Quinn (EF Education – EasyPost) gewann aus der Gruppe des Tages heraus beide Bergwertung und nahm so dem Österreicher Emanuel Zangerle (Vorarlberg) das blaue Trikot des besten Kletterers ab. Dagegen behauptete der gestrige Etappengewinner Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) das Rote Trikot des punktbesten Fahrers. Pellizzari bleibt genauso an der Spitze der Punktewertung, Red Bull wird unverändert als bestes Team geführt.
Zwei Berge der 1. Kategorie – beide in der ersten Rennhälfte – und insgesamt fast 4.000 Höhenmeter standen im Programm der Königsetappe der diesjährigen Tour of the Alps. Im Passo Bordola, dem ersten der beiden kategorisierten Anstiege, löste sich bei erneut sonnigem Wetter Jasch gemeinsam mit Quinn, dem Österreicher Rainer Kepplinger (Bahrain Victorious), den Dänen Christopher Juul-Jensen (Jayco – AlUla) und den Italiener Simone Raccani (Ukyo) aus dem von Red Bull angeführten Feld.
Quinn holte sich nach gut 20 Kilometern den ersten Bergpreis des Tages und nach der langen Abfahrt sowie einer nicht-kategorisierten Steigung auch den ersten Zwischensprint. Gut dreieinhalb Minuten betrug der Maximalvorsprung des Quintetts, vor dem noch 109 Kilometer lagen. Auch am zweiten langen Berg des Tages änderte sich an dieser Konstellation nichts. Am Gipfel des Passe del Redebus gewann Quinn den Bergpreis und löste dank der somit eroberten zehn Punkte Zangerle an der Spitze der Bergwertung ab.
Das Streckenprofil der 3. Etappe Tour of the Alps | Foto: Veranstalter
Am folgenden, nicht-kategorisierten Anstieg nach Brusago schüttelte der starke Jasch 47 Kilometer vor dem Ziel ein erstes Mal alle seine Begleiter ab, während Red Bull – Bora – hansgrohe in Gestalt von Ben Zwiehoff das Geschehen kontrollierte. Jasch wurde nach einigen Kilometern wieder von Kepplinger, Juul-Jensen und Raccani gestellt, wogegen Quinn bald darauf von den Verfolgern eingefangen wurde. Wie schon gestern, so schickte Pinarello auch im heutigen Finale Helfer an die Spitze des Feldes, das seinen Rückstand 30 Kilometer vor dem Ziel auf unter eine Minute reduziert hatte.
Im nächsten Anstieg, ebenso nicht-kategorisiert, griff Jasch wieder an. Er erreichte die Kuppe in Sant’Agnese rund 20 Sekunden vor Kepplinger und Raccani und vergrößerte seinen Vorsprung in der Abfahrt sogar noch auf eine halbe Minute. Seine Verfolger erhielten 15 Kilometer vor dem Ziel Begleitung von Juul-Jensen und Juan Felipe Rodriguez (EF Education – EasyPost), der sich kurz zuvor aus dem Feld davon gemacht hatte. Dort waren nun Pidcocks Helfer in der alleinigen Verantwortung.
Jasch behauptete seinen Vorsprung auf Rodriguez und Juul-Jensen, die ihre Begleiter abgeschüttelt hatten und holte sich am Ende der letzten kurzen Steigung des Tages in Povo den Bonussprint – auf den hatte es der Solist an der Spitze aber nicht abgesehen. Spannender wurde es dahinter, nachdem Pellizzari attackiert hatte, ehe sich sein Teamkollege Vlasov am Sprint vier Sekunden vor Bernal holte. Damit reduzierte der Kolumbianer seinen Rückstand zum Grünen Trikot um weitere zwei Sekunden.
Bis auf Jasch hatten die Favoriten nun alle Ausreißer eingefangen. Kurz darauf zogen Sobrero und Iacomoni davon und reduzierten den Rückstand gegenüber Jasch auf rund 15 Sekunden. Der hielt auf den letzten Kilometern aber dagegen und kam schließlich rund zehn Sekunden vor Sobrero ins Ziel, um sich sensationell seinen ersten Sieg bei den Profis zu sichern.
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