Die Stimmen zu Lüttich-Bastogne-Lüttich

Evenepoel: “Schon am Fuß der Redoute ging es mir zu schnell“

Von Kevin Kempf

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Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) | Foto: Cor Vos

26.04.2026  |  (rsn) – Nachdem Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) in einer rund 50-köpfigen Ausreißerguppe schon früh Kraft gelassen hatte, kam es bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT) zum Duell zwischen Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM). An der Redoute griff der Weltmeister erstmals an und konnte dabei bis auf den Franzosen alle seine Gegner abschütteln.

Für Seixas war das Tempo des Weltmeisters an der Roche-aux-Faucons mit noch zu fahrenden 14 Kilometern dann zu hoch. Pogacar zog davon und lag an der Kuppe schon fast 30 Sekunden vor seinem Konkurrenten. Er holte sich souverän seinen dritten Erfolg in Serie und seinen vierten insgesamt bei "La Doyenne". Debütant Seixas wurde nach seinem starken Auftritt Zweiter. Aus dem geschlagenen Peloton heraus sprintete Evenepoel noch zum dritten Platz.

Die Stimmen zu Lüttich-Bastogne-Lüttich:

Tadej Pogacar (UAE – Emirates - XRG / Sieger / Ziel-Interview): “Ich habe mich nur auf die Hinterräder der anderen orientiert und als ich hochguckte, hatte sich das Feld geteilt. Nach 20 Minuten haben wir dann aber gemerkt, dass es wohl gar nicht so schlimm ist, die Gruppe fahren zu lassen. So große Gruppen arbeiten nie gut zusammen. Trotzdem haben wir uns natürlich Sorgen gemacht. Remco kann schon weit vor dem Ziel losfahren.“

Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM / Zweiter / Ziel-Interview): “Ich habe getan, was ich konnte. Meine Mannschaft hat mich immer gut positioniert. An der Redoute war ich am Limit, ich konnte gerade so folgen. Pogacar war heute der Stärkste. Es war ein extrem schnelles Rennen. Deswegen war die Positionierung einfacher, denn es waren nur noch recht wenige Gegner da. Es war gut für mich, dass ich nicht so viel um die Positionen kämpfen musste.“

Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step / Dritter / Ziel-Interview): “Ich war eigentlich an der Redoute ganz gut positioniert, aber die Beine waren schon etwas müde. Schon am Fuß der Steigung ging es mir zu schnell. Ich blieb aber ruhig und habe gehofft, dass ich noch irgendwie aufs Podium komme und das hat geklappt.“

Tobias Johannessen (Uno-X Mobility / Neunter / CyclingPro.net): “Es gab einen Sturz in einer engen Passage. Ich glaube die Fahrer vor dem Crash waren in Gruppe eins und wir waren in Gruppe zwei. Aber man hat gesehen, dass Pogacar ruhig blieb und wir sind einfach an ihm dran geblieben. Wir hatten drei Fahrer vorn und waren zufrieden. Es war ein besonderer Tag, aber so etwas passiert manchmal.“

Ion Izagirre (Cofidis / 21. / CyclingPro.net): “Es war heute ein verrücktes Rennen mit einer großen ersten Gruppe, in der auch Remco (Evenepoel) war. Wir sind den ganzen Tag sehr schnell gefahren. Ich bin zu Beginn des Rennens gestürzt und musste wieder zurückkommen. Ich bin froh, dass ich der großen Gruppe folgen konnte, es war heute aber nicht mein Tag. Es geht mir nach meine Crash okay, ich bin aber sicher, dass ich ihn die nächsten Tage spüren werde.”

Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step / 30. / RSN): “Ich hatte ein blödes Frühjahr. Ich bin richtig gut in die Saison gestartet. Ich hatte aber heute immer noch den ganzen Rückenweh, weil ich abartig doof in diese Leitplanke gestürzt bin. Das Positive ist, dass mein Trend aufwärts geht. Heute lief es besser als die ersten Klassiker. Ich fahre jetzt noch Romandie, um Härte zu bekommen und dann geht es nochmal in den Aufbau.”

Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates - XRG / 41. / CyclingPro.net): “Wir haben als Mannschaft gut gearbeitet und sind immer ruhig geblieben. Ich dachte immer, dass es für uns eine gute Situation ist, denn wir waren alle bei Pogacar, außer Novak, der vorn war. Mit Remco vorn drin war das natürlich schon gefährlich, aber für uns war es besser, alle bei Pogacar zu haben. Es ist natürlich nicht ideal, wenn so ein Kapitän der anderen vorn ist. Aber für ihn war es auch nicht perfekt, weil er nur einen Teamkollegen vorn hatte und auch mal mit in den Wind gegangen ist.”

Nico Denz (Red - Bull - Bora - hansgrohe / DNF / RSN): “Wir sind einfach extrem schnell vom Start losgefahren und irgendwer hat dann gemeint, er müsste nicht hinterherfahren. Dann war halt ein Loch im Feld. Der Fight für die Gruppe war aber immer noch in vollem Gange, dementsprechend schnell war es dann auch. Auf dem Hinweg nach Bastogne war die Motivation von anderen Teams noch ein bisschen größer. Allerdings habe ich leider nicht ganz verstanden, warum man da nicht ein bisschen mehr investiert hat, weil es war ja eigentlich nur Remco als großer Favorit vorne. Ich hätte erwartet, dass einigen diese Situation passt.“

Ralph Denk (Teamchef Red Bull - Bora - hansgrohe / RSN): “Wir wollten mehr, aber es waren zwei besser. Das muss man neidlos anerkennen, da muss man gratulieren, somit bleibt nur Platz 3 für uns. Das war das Beste, was wir heute hier draus hätten machen können. Remco war jetzt nicht schlecht drauf heute. Aber wie gesagt, die anderen beiden waren besser, somit geht das Ergebnis voll in Ordnung. Wir hätten das Blatt drehen und wenden und wenden und drehen können, es hätte sich nichts geändert.“

Georg Zimmermann (Lotto - Intermarché / 26. / RSN): “Es war ein gutes Rennen. Ich war bis zur Roche aux Faucons im Hauptfeld mit dabei, von daher hat es gepasst. Es gab einen kleinen Sturz. Vendrame und Izagirre lagen da auf dem Boden. Bei so einem langen Rennen will jeder immer so viel Kräfte sparen wie möglich. Wenn dann mal so eine kleine Lücke da ist, schaut sich halt jeder an und will nicht sofort die Beine in die Hand nehmen und sie zufahren. Dann war ich recht überrascht, dass die 50 Leute vorne so gut harmonieren und so ein gutes Tempo gemacht haben. Vor allem, wenn da Remco mit dabei ist."

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