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29.04.2026 | (rsn) – Der Gravelsport fiebert auf sein bedeutendstes Rennen in Europa hin. Vom 29. April bis 3. Mai findet im spanischen Girona, das schon als Gastgeber von Santa Vall fungierte, die 8. Austragung von “The Traka” statt. Auch deutschsprachige Profis gehören sowohl auf der Distanz über 200 Kilometer (“The Traka 200“)-, als auch der über 325 Kilometer (“The Traka 360°“) zum engeren Favoritenkreis.
Paul Voß (AUTSAID x Rose Bikes) im Jahr 2023 und die Bremerin Carolin Schiff (Canyon x DT Swiss ATR / 2023/2024) haben das Rennen bereits gewinnen können. Diesmal gehören die beiden Deutschen aber nicht zu den Top-Favoriten.
Zu dominant waren bislang die Auftritte von Mads Würtz Schmidt (Specialized Off-Road Team) und Romain Bardet (Factor Racing). Beide starten bei “Traka 360°“ und konnten in der noch jungen Saison bereits mehrere Rennen gewinnen. Nicht zu vergessen: Vorjahressieger Tobias Kongstad (PAS Racing), der seinen Titel verteidigen möchte.
Im Frauenfeld wird der Sieg im langen Rennen nur über Karolina Migon (PAS Racing), die im Vorjahr dien 2ooer gewann, Rosa Klöser (Canyon - SRAM - zondacrypto) und Morgan Aguirre (PAS Racing) gehen.
Auf den 200 Kilometern ist die bisherige Überfliegerin Sofia Gomez Villafane (Specialized Off-Road Team) die Top-Favoritin, gefolgt von Nele Laing, Larissa Hartog (beide Canyon x DT Swiss ATR), Sophie Wright (Ribble Outliers) sowie der Schweizerin Elena Hartmann, die allesamt der Argentinierin das Leben durchaus schwer machen könnten.
In der Männerkonkurrenz sind auf der kürzeren Strecke der Sea-Otter-Sieger Bradyn Lange (Canyon x DT Swiss ATR), Magnus Bak Klaris (PAS Racing), Daan Soete (Ridley Racing) und MTB-Ass Nino Schurter (Scott Sram) ganz vorne zu erwarten.
RSN hat sich bei den deutschsprachigen Starterinnen und Startern vor “The Traka“ auf Stimmenfang zu Einschätzungen und Ambitionen begeben:
Carolin Schiff (Canyon x DT Swiss ATR / Siegerin 2023 und 2024 / 4. Teilnahme): “Ich hatte bei Traka bislang nur Top-Ergebnisse und würde diese Serie gerne fortsetzen. Ich weiß aber auch, dass es in diesem Jahr für mich schwieriger wird, hoffe aber dennoch auf ein Top-Ten Ergebnis. Ob das dann gelingen kann, muss sich zeigen, da ich noch nicht wieder in der Form bin, die ich mir wünsche. Auch wenn einige der Topfahrerinnen auf die Langstrecke wechseln, ist die Konkurrenz auf der 200er mit einer Gomez Villafane, Aguirre und einigen Straßenprofis enorm stark. Wie auch im letzten Jahr werden drei aufeinanderfolgende Anstiege schon recht früh im Rennen die vorentscheidende Selektion auslösen."
Paul Voß (AUTSAID x Rose Bikes / Sieger 2023 / 2.Teilnahme): "Obwohl ich die 200er Version 2023 gewonnen habe und jetzt auch in Monaco Zweiter war, möchte ich mich mit den eigenen Erwartungen gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Das Starterfeld auf der Langdistanz ist so gut, dass ich einfach nur ein perfektes Rennen fahren möchte und dann schauen, was am Ende rauskommt. Mit Mads Würtz Schmidt, Romain Bardet und Matt Beers stehen drei Leute am Start, die momentan über dem Rest des Feldes stehen. Je nachdem, ob die sich gegenseitig auseinandernehmen wollen oder erstmal länger taktieren - sie werden den Rennverlauf beeinflussen. Trotzdem gibt es auch das Szenario, dass früh eine Ausreißergruppe ohne die Top-Favoriten weg- und dann auch durchkommt.”
Luis Neff (Rose Racing Circle / 8. Platz 2024 / 3. Teilnahme): "Ich war schon zweimal auf der 200er dabei und probiere mich in diesem Jahr an der Langstrecke. Die 360er werden mehr und mehr zum Hauptrennen bei “The Traka” und immer mehr große Namen wechseln auf diese Distanz. Nachdem ich 2024 schon mal Achter war, möchte ich dieses Ergebnis nun auf dem längeren Kurs nochmal toppen, da ich glaube, dass dieser noch mehr meinen Fähigkeiten entgegenkommt. Mads Würtz Schmidt ist sicherlich der Top-Favorit für das Rennen, insbesondere, wenn er seine Teamkollegen Kegan Svenson und Matt Beers mitbringen sollte. Aber Paul (Voß) kann auch lang fahren, der darf nicht unterschätzt werden! Und die Strecke ist aufgrund der Höhenmeter und der vielen steilen Anstiege beispielsweise deutlich fordernder als 'Unbound'”
Romy Kasper (PAS Racing / Siegerin Gravel One Fifty 2026 / 1. Teilnahme): "Es ist meine erste Teilnahme und nach dem Team-Recon aus dem Februar weiß ich, dass die ersten 40 Kilometer brutal schwer werden. Das kommt mir nicht unbedingt entgegen, aber ich hoffe dann, dass ich über die Länge des Rennens nach hinten raus etwas gutmachen kann, das ich anfangs eventuell verlieren werde. Da ich noch nie ein 200 Kilometer langes Gravelrennen gefahren bin, können meine Erwartungen nicht zu hoch sein - aber, sag' niemals nie….. .”
Nele Laing (Canyon x DT Swiss ATR / 3. Platz Sea Otter Classic 2026 / 1. Teilnahme): "Ich bin noch nie so eine lange Distanz in einem Gravelrennen gefahren; denke aber, dass das gut machbar ist, da die Strecke weniger Höhenmeter hat als manche vorherige Rennen in den letzten Wochen. Die technisch anspruchsvolle Strecke spielt mir nicht wirklich in die Karten. Ich hoffe aber, dass ich das durch meine Qualitäten am Berg ausgleichen und dann auch vorne reinfahren kann. Dadurch, dass sich viele Top-Fahrerinnen für eine Start auf der Langdistanz entschieden habe, ist aber die 200er in der Spitze etwas ausgedünnt.”
Judith Krahl (Rose Racing Circle / Deutsche Crossmeisterin 2026 / 2. Teilnahme): "Ich gehe das Rennen recht locker an und finde es gut, dass es mit den Anstiegen zu Beginn leistungsmäßig recht schnell zu einer Sortierung kommen wird. Die Tagesform wird letztendlich entscheidend sein und auch, wenn ich alles geben werde, wird solch eine lange Distanz (200 Kilometer) für mich ein Abenteuer werden. Auch wenn nach meiner Crosssaison die Peakform noch nicht ganz erreicht ist, lief die Vorbereitung auf 'Traka' bestmöglich.”
Nepomuk Roth (Rose Racing Circle / 2. Teilnahme): "Ich bin letztes Jahr die 200er gefahren und kenne die lange Strecke noch nicht. In Spanien ist es aber generell immer ein wenig technischer und “rougher”, als man es von anderen Orten kennt. 'Traka' ist neben der Deutschen Meisterschaft mein Saisonhighlight und ich habe vor kurzem mit Rang zwei bei der Tour of Allgäu meine gute Form bewiesen. Jetzt habe ich aber aktuell Husten und Fieber. Keine guten Voraussetzungen für hohe Ambitionen. Aber ich hoffe zumindest, dass ich Luis (Neff) bestmöglich helfen kann, vorne reinzufahren.”
Clara Koppenburg (Tudor / 9. Platz “The Hills“ 2026 / 1. Teilnahme): "Nach Santa Vall habe ich mir schon einmal die ersten 50 Kilometer der 200er Strecke angeschaut. Die größte Herausforderung für mich wird sein, 200 Kilometer am Stück auf dem Gravelrad zu sitzen. Das habe ich noch nie gemacht. Ich tippe mal auf acht Stunden Rennbelastung, das muss ich mir gut einteilen! Ich freue mich einfach, bei einem der größten Gravelrennen der Welt am Start zu stehen und möchte bei meiner ersten Teilnahme zunächst nur gut durchkommen. Ohne Sturz, ohne Defekt – und dann werden wir mal schauen, wo ich mit meinem Dieselmotor am Ende des Tages lande.“
Während es auf dem 200 Kilometer-Kurs 2650 Höhenmeter zu überwinden gilt, müssen auf der längeren Strecke auf 325 Kilometern 4125 Höhenmetern bewältigt werden. Trotz der unterschiedlichen Länge haben beide Kurse auch ihre Gemeinsamkeiten. Mit jeweils 80 Prozent Schotter und lediglich 20 Prozent asphaltiertem Untergrund sind Bedingungen gegeben, die sich eines schweren Gravelrennens als würdig erweisen.
Das Streckenprofil von The Traka 200 | Foto: Veranstalter
Auch die Anfangsphase beider Rennen wird äußerst anspruchsvoll gestalten. Unmittelbar nach dem Startschuss müssen auf den ersten 40 Kilometern einige kurz aufeinanderfolgende Anstiege bewältigt werden, die schon frühzeitig zu Selektionen führen könnten.
Während die “360er“ noch eine Schleife im Norden von Girona absolvieren, verläuft ansonsten ein Großteil der beiden Parcours auf identischen Pfaden süd-westlich der beliebten katalanischen Stadt im Nordosten von Spanien.
Das Streckenprofil von The Traka 360 | Foto: Veranstalter