Berwick neuer Spitzenreiter in der Türkei

Bagatin auf Königsetappe als Ausreißer zum ersten Profisieg

Von Matthias Seng

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Christian Bagatin (MBH Bank) hat die Königsetappe der Türkei-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

01.05.2026  |  (rsn) – Mit einer sensationellen Vorstellung hat der Italiener Christian Bagatin (MBH Bank) die Königsetappe der 61. Türkei-Rundfahrt (2.Pro) für sich entschieden und seinen ersten Profisieg gefeiert. Der 23-Jährige setzte sich über 130 Kilometer von Antalya zur Bergankunft in Feslikan auf rund 1.900 Metern Höhe aus der Gruppe des Tages heraus als Solist durch und sicherte seinem Team den bisher wertvollsten Sieg in der Geschichte des Zweitdivisionärs.

Genau eine Minute hinter Bagatin, der seinen Erfolg kaum fassen konnte, kam der Australier Sebastian Berwick (Caja Rural - Seguros RGA) als Tageszweiter ins Ziel und übernahm das Führungstrikot vom Kolumbianer Iván Sosa (Equipo Kern Pharma / +1:13), der im Kampf um Rang drei dem Franzosen Jordan Jegat (TotalEnergies) unterlag. Der ehemalige Deutsche U23-Meister Jannis Peter (Unibet – Rose Rockets) wurde mit 2:38 Minuten Dreizehnter, Emanuel Buchmann (Cofidis) kam mit fast 15 Minuten Rückstand auf Rang 58 ins Ziel.

“Unglaublich. Heute Morgen bin ich eher zufällig in die Ausreißergruppe geraten. Es war nicht der Plan, dabei zu sein. Ich sagte mir dann, okay, ich bin hier für meinen Leader Fance (Gesamtvierter Alessandro Fancellu, d. Red.). ich war in guter Verfassung und sagte mir: ‚Okay, ich ziehe es bis zehn Kilometer vor dem Ziel durch – dann fünf, dann drei. Dann haben mich alle im Begleitfahrzeug angefeuert und in meinem Kopf waren meine Freundin und meine Teamkollegen…ich kann’s einfach nicht glauben“, kommentierte Bagatin seinen Coup im Ziel-Interview.

Vor den beiden letzten Etappen hat Berwick im Gesamtklassement nun fünf Sekunden Vorsprung auf Sosa, neuer Dritter ist der Belgier Kamiel Bonneu (Solution Tech / +0:59), auf Rang vier folgt Jegat (+1:05), der fünf Positionen gut machte, wogegen sein Teamkollegen Nicolas Breuillard (+1:14) vom dritten auf den fünften Rang zurückfiel.

Berwick verdrängte Sosa auch von der Spitze der Bergwertung. Der Belgier Tom Crabbe (Flanders - Baloise) bleibt mit einem Punkt Vorsprung auf Davide Ballerini (XDS – Astana) an der Spitze der Punktewertung.

Auf der für das Gesamtklassement vorentscheidenden Etappe bildete sich auf zunächst flachem Terrain eine 14-köpfige Gruppe um Astana-Sprinter Lev Gonov, der als im Gesamtklassement bestplatzierter Fahrer aber angesichts von 17:40 Minuten Rückstand auf Sosa keine Gefahr für den Spitzenreiter bildete. So erhielten die Ausreißer, unter denen gleich drei Alpecin-Fahrer waren, einen Vorsprung von rund sechseinhalb Minuten zugestanden, ehe es in den gut 21 Kilometer langen und im Schnitt mehr als acht Prozent Schlussanstieg hineinging.

Das Streckenprofil der 6. Etappe der Türkei-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Schon am Fuß des Berges schüttelten Bagatin, der Spanier Marc Brustenga (Kern Pharma) und der Türke Feritcan Samli (Spor Toto) ihre Begleiter an der Spitze ab. Kurz darauf setzte sich der Italiener aus dem Trio ab, während im Feld nun durch TotalEnergies das Tempo erhöht wurde, ehe Total-Routinier Geoffrey Bouchard attackierte und sich auf den Weg zur Spitze machte.

Wie bereits gestern, war Sosa früh isoliert – diesmal zur Mitte des Anstiegs – wogegen Caja Rural mit noch vier Fahrern in die Offensive ging. Dennoch verteidigte Bagatin eingangs der letzten vier Kilometer einen Vorsprung von rund drei Minuten. Einen Kilometer später hatte die von Berwicks Teamkollegen Axel Balderstone angeführte Gruppe der Favoriten Bouchard eingefangen und der Gesamtzweite ging in die Offensive.

Im durchschnittlich gut zehn Prozent steilen Finale attackierte Jegat und zog Sosa mit sich, während sein Teamkollege Breuillard zurückfiel. Während Bagatin an der Spitze nicht mehr in Gefahr geriet und sich ebenso souverän wie sensationell die Königsetappe sicherte, kam Berwick eine Minute hinter dem Solisten ins Ziel. Dort sank der Mann im Roten Trikot erschöpft vom Rad und bekam nicht mit, wie hinter ihm Jegat auf den letzten Metern noch an Sosa vorbeisprintete und dem Kolumbianer auch noch die vier Bonussekunden für Platz drei wegschnappte.

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