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02.05.2026 | (rsn) – Eigentlich ist Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5) mittlerweile lange genug dabei, um in der Lage zu sein, die eigene Stärke etwas besser einschätzen zu können. Nach seinem zweiten Platz bei Eschborn-Frankfurt (1.UWT) gab er sich “enorm überrascht“ über dieses Ergebnis. “Ich hatte keine Ahnung, wie meine Form ist. Heute früh hatte ich gesagt, dass ich mich nicht gut fühlte und gar nicht fahren wollte. Letztendlich lief es aber okay“, sagte der Brite auf der Pressekonferenz nach dem Rennen.
Dabei hatte Pidcock in der letzte Kurve des hessischen Klassikers noch Zeit, sich bei seinen Mitausreißern zu beschweren, weil ihm irgendetwas nicht gepasst hatte - vermutlich die drohende Einholung der zwölfköpfigen Spritzengruppe durch das heranbrausende Feld. ___STEADY_PAYWALL___
Dass seine Erklärung dennoch nicht komplett frei erfunden war, wurde durch das bestätigt, was sein Sportlicher Leiter Jens Zemke unmittelbar nach dem Rennen zu RSN gesagt hatte: “Er konnte bei der Tour of the Alps am Berg noch nicht mitfahren, war aber schnell. Deswegen hat er überhaupt kein Selbstvertrauen gehabt. Er wusste nicht, wo er steht und wollte am liebsten keine Verantwortung übernehmen."
Im Sprintfinale des 63. Eschborn-Frankfurt musste sich Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5, Mi.) nur dem Deutschen Meister Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) geschlagen geben. | Foto: Cor Vos
Doch auch in den Alpen gewann Pidcock bereits wieder eine Etappe, nachdem er bei der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) einen Monat zuvor schwer gestürzt war. Dazu wurde er Etappenzweiter und -siebter, zeigte sich zudem an langen Anstiegen auch in der Ausreißergruppe.
Dennoch sagte auch Zemke: “Das hier (Zweiter in Frankfurt) war nicht abzusehen. Wir haben ihn, indem wir Tempo gefahren sind, aber gut ins Rennen gebracht. Wir haben Verantwortung übernommen und er hat gemerkt, dass er muss. Und er hat auch gespürt, dass er kann, als er in der Zwölfergruppe war.“
Zemke jedenfalls war mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn er eher Florian Stork (Tudor) statt den späteren Sieger Georg Zimmermann (EF Education – EasyPost) in einem Sprint als Schnellsten der Gruppe ausgemacht hatte. “Georg kam von ganz hinten und hat uns überrascht“, sagte dann auch Pidcock, konnte dennoch mit seiner eigenen Vorstellung leben: “Ich bin selbst auch gut gesprintet.“
Das Podium des 63. Eschborn-Frankfurt, v.l.: Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5), Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché), Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) | Foto: Cor Vos
Trotz seines Diskussionsbedarfs kurz vor Ende des Rennens bescheinigte Pidcock der Gruppe eine gute Zusammenarbeit. “Wir waren schnell unterwegs. Letztendlich war es trotzdem sehr knapp mit dem Feld. Sie sind uns auf den letzten vier oder fünf Kilometern sehr schnell nähergekommen. Ich wusste, dass es knapp wird und das hat den Sprint kompliziert gemacht", so der 26-Jährige. Dennoch dürfte es eben genau dieser Umstand gewesen sein, der ihm nicht gepasst hatte.
Dass er überhaupt für das 63. Eschborn-Frankfurt (21.UWT) gemeldet hatte, war dabei genauso spontan wie zufällig. “Eigentlich sollte ich eine Ruhewoche haben. Aber ich habe mich dann entschieden hier zu fahren, weil ich sowieso in Deutschland war.“ Nach dem Katalonien-Sturz fehlten zudem ein paar Renntage.
Weiter geht es für Pidcock jetzt zunächst auf dem Mountainbike im tschechischen Nove Mesto. Dann kommt die Tour de Suisse (2.UWT). Und dann die Tour de France (2.UWT).
Nach einem Intermezzo auf dem Mountainbike steht als nächstes Straßenrennen im Juni die Tour de Suisse in Pidcocks Programm. | Foto: Cor Vos
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