--> -->
01.05.2026 | (rsn) – Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) hat bei Eschborn-Frankfurt (1.UWT) die schwarze Serie der heimischen Fahrer beendet. Der Deutsche Meister setzte sich über 211,4 Kilometer vor der Alten Oper im Sprint einer zwölfköpfigen Ausreißergruppe vor den beiden Briten Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) und Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) durch und sorgte beim Heimspiel für den ersten deutschen Sieg seit 2019.
Vierter wurde der Spanier Pello Bilbao (Bahrain Victorious) vor dem Italiener Simone Gualdi (Lotto – Intermarché). Mit Florian Stork (Tudor) auf Rang neun landete ein zweiter deutscher Profi in den Top Ten, die Felix Engelhardt (Jayco - AlUla) als Elfter knapp verpasste.
“Ich habe immer gehofft, in diesem wunderschönen Trikot mal gewinnen zu können. Und dass es jetzt in Frankfurt klappt, ist das Non-Plus-Ultra. Das ist das schönste, das ich bisher in meiner Karriere erleben durfte. Ich bin unfassbar stolz und erschöpft und glücklich…und alles zusammen", sagte der 28-jährige im Ziel-Interview mit dem HR-Fernsehen.
Max Walscheid (Lidl – Trek) und Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) eröffneten bei strahlendem Sonnenschein gleich nach dem Start den Kampf um die Gruppe des Tages, die sich dann aber ohne die beiden deutschen Routiniers nach schnellen ersten 20 Kilometern formierte und schließlich aus fünf Fahrern bestand: Zunächst fuhren Lokalmatador Jonas Rutsch (Lotto – Intermarché) und der Tscheche Tomas Kopecky (Unibet – Rose Rockets) zu den kurz zuvor enteilten Franzosen Thomas Gachignard und Samuel Leroux (beide TotalEnergies) vor, ehe kurz darauf auch noch dem Litauer Aivaras Mikutis (Tudor) der Anschluss gelang.
Danach ging die Schere schnell bis auf mehr als sieben Minuten auf. Im Feld übernahmen Pinarello und Ineos Grenadiers die Kontrolle und begannen in der ersten der beiden Feldberg-Überquerungen damit, der Rückstand zu reduzieren. Viel änderte sich dann aber nicht am Abstand, 110 Kilometer vor dem Ziel betrug er immer noch rund sechs Minuten. Als es dann zum zweiten Mal den Feldberg hinaufging, hatte das Quintett zwar eine Minute auf das Feld eingebüßt – nicht aber an Entschlossenheit, weiter gemeinsam aufs Tempo zu drücken.
Nach der zweiten Überquerung des Feldbergs erhöhte Uno-X Mobility bei den Verfolgern das Tempo. Der Vorsprung schmolz schnell um zwei Minuten, Lokalmatador John Degenkolb (Picnic - PostNL) war wie zahlreiche weitere Sprinter diesem Zeitpunkt bereits abgehängt. Rutsch und Gachignard erwiesen sich fortan als die Stärksten der Ausreißer und fuhren zunächst alleine Richtung Mammolshainer Berg, der vor dem unmittelbaren Finale noch zweimal überquert werden musste. Dahinter hatten sich Tim Wellens (UAE – Emirates XRG) und Emiel Verstrynge (Alpecin – Premier Tech) auf den Weg gemacht, die Ausreißer noch vor Mammolshain einzuholen.
Das Streckenprofil von Eschborn-Frankfurt | Foto: Veranstalter
66 Kilometer vor Ziel war es dann um Rutsch & Co. geschehen. Bei der zweiten Überquerung des Mammolshainer Berges waren Wellens und Verstrynge allein vorn. Mit rund 50 Sekunden Vorsprung überquerten sie den Anstieg, ehe Verstrynge von Krämpfen geplagt abreißen lassen musste und Wellens kurz darauf am letzten Mammolshainer geschluckt wurde.
Hier setzte sich dann eine 12-köpfige Gruppe ab, in der auch die Deutschen Zimmermann, Storck und Engelhardt sowie mit Pidcock, Bilbao, Izagirre und Alex Baudin (EF Education – EasyPost) weitere Favoriten dabei waren. Red Bull – Bora – hansgrohe konnte dagegen keinen Fahrer vorne platzieren. Auch der Vorjahreszweite Magnus Cort fehlte, sein Team Uno-X Mobility bolzte folgerichtig im Feld dahinter Tempo.
Der Rückstand, der bis nach Frankfurt hinein stabil rund 30 Sekunden betrug, schrumpfte dann aber auf den letzten fünf Kilometern deutlich, als die Sprinterteams im Feld in die Offensive gingen. Danach wurde es spannend, weil die Spitzengruppe nicht mehr rund lief und die Verfolger Morgenluft witterten. Eingangs des Schlusskilometers betrug der Vorsprung der Ausreißer nur noch wenige Meter, 500 Meter vor dem Ziel stand der Zusammenschluss kurz bevor.
Doch dann eröffnete Michael Valgren (EF Education – EasyPost) früh den Sprint und zog seine Begleiter mit sich. Zimmermann war zu diesem Zeitpunkt an vorletzter Position in der Gruppe, um dann unwiderstehlich auf der linken Seite an allen seinen Gegnern vorbeizuziehen und sich seinen ersten Sieg in einem Eintagesrennen auf WorldTour-Niveau zu sichern.
Results powered by FirstCycling.com