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22.04.2026 | (rsn) – Nachdem er sich zum Auftakt der Tour of the Alps (2.Pro) noch Konti-Fahrer Tommaso Dati (Ukyo) hatte geschlagen geben müssen, hat Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) auf der 3. Etappe den Spieß gegen den Italiener umgedreht und sich im Sprint des auf rund 40 Fahrer reduzierten Feldes seinen dritten Saisonsieg gesichert.
Hinter dem Briten und dem diesmal zweitplatzierten Dati sicherte sich nach 174,5 Kilometern von Latsch (Südtirol) nach Arco (Trentino) der Kolumbianische Meister Egan Bernal (Ineos Grenadiers) als Tagesdritter noch vier Bonussekunden und machte damit im Gesamtklassement zwei Positionen gut.
Spitzenreiter bleibt der Italiener Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe), der zeitgleich auf Platz 21 ins Ziel kam und in der Gesamtwertung mit unverändert vier Sekunden Rang zwei belegt. Bernal reduzierte seinen Rückstand auf nur noch sechs Sekunden. Zeitgleicher Vierter ist der Italiener Mattia Gaffuri (Picnic – PostNL) vor Pellizzaris Teamkollegen Aleksandr Vlasov (+0:10).
“Es ist mental super herausfordernd. Als ich zuletzt Rennen gefahren bin, war ich einer der stärksten Fahrer. Heute wurde ich hier erstmal abgehängt, schaffte dann über den Gipfel wieder den Anschluss. Es ist hart. Als wir über den zweiten großen Berg kamen, sagte ich zu den Jungs, dass wir jetzt auf Etappensieg fahren“, erklärte Pidock im Ziel-Interview.
“Wir haben es dann versucht und die Jungs haben 100 Prozent gegeben. Ich bin hier wirklich nicht in bester Verfassung, habe aber alles gegeben. Ich bin als Erster in die letzte Kurve gegangen und habs dann bis zur Ziellinie durchgezogen. Dabei bin ich zu früh gestartet“, gab der 26-Jährige einen Fehler zu. “Ich dachte, das Ziel käme früher und habe den Sprint gestartet, als die Barrieren kamen.
Bester deutscher Fahrer war wie schon zum Auftakt Florian Stork (Tudor), der diesmal Neunter wurde. Pidock übernahm auch die Führung in der Punktewertung. Der Österreicher Emanuel Zangerle (Vorarlberg) verteidigte das blaue Bergtrikot, Pellizzari bleibt an der Spitze der Sprintwertung. Red Bull – Bora – hansgrohe behauptete Platz eins in der Teamwertung, büßte aber U23-Weltmeister nach einem Massensturz nur drei Kilometer nach dem Start ein.
Zur Halbzeit der diesjährigen Tour of the Alps stand mit dem 1.586 Meter hohen Passo Castrin (1.Kat.) der höchste Punkt der diesjährigen Giro-Generalprobe auf dem Programm. Kurz nach dem Start musste das Rennen aber nach einem schweren Sturz, in den rund 30 Fahrer involviert waren, gestoppt werden. Für acht von ihnen, darunter den bisher so starken Finn, den Deutschen Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) und den Österreicher Daniel Federspiel (Nationalmannschaft) war die Rundfahrt beendet.
Nach dem Neustart konnte sich sowohl auf den ersten 26 flachen Kilometern als auch im danach folgenden 22,2 Kilometer langen und mit 5,7 Prozent steilen Anstieg keine Gruppe lösen. Erst kurz vor dem Gipfel zogen bei erneut sonnigem Wetter Sam Oomen (Lidl – Trek) und Darren Rafferty (EF Education – EasyPost) davon, ehe sich der Irische Meister den Bergpreis und die dazu gehörenden zehn Punkte sicherte.
In der Abfahrt baute das Duo seinen Vorsprung gegenüber dem von Red Bull angeführten Feld auf rund zweieinhalb Minuten aus. Trotz des Verlusts von Finn kontrollierte Red Bull das Tempo auch im Anstieg nach Andalo (2. Kategorie, 14,4 km mit 5,4 %), an dessen Gipfel sich Rafferty auch die zweite und letzte Bergwertung des Tages holte. Kurz zuvor hatte sich Christopher Juul-Jensen (Jayco – AlUla) aus dem Feld davon gemacht, doch der Däne wurde nach wenigen Kilometern wieder gestellt.
Das Streckenprofil der 3. Etappe Tour of the Alps | Foto: Veranstalter
Mittlerweile hatte sich Pinarello – Q36.5 in die Verfolgung mit eingeklinkt, doch am Abstand änderte sich zunächst nicht viel. Den nicht-kategorisierten Passo del Ballino rund 28 Kilometer vor dem Ziel überquerten die beiden Ausreißer rund eineinhalb Minuten vor dem Feld, in dem es in der Abfahrt zu einem weiteren Sturz kam, bei dem sechs Fahrer zu Boden gingen.
Allerdings zog Red Bull nun die Zügel an und reduzierte im Anstieg zum Bonussprint nach Tenno den Rückstand auf rund 50 Sekunden, ehe Raffertys Teamkollege Juan Felipe Rodriguez in die Offensive ging und sich hinter dem Iren (6) und Oomen (4) noch zwei Bonussekunden sicherte, ehe der EF-Devo-Fahrer wieder eingefangen wurde.
Als Ergebnis seiner Attacke kam das nur noch rund 40-köpfige Feld aber schnell an die beiden Ausreißer heran, die aber in der Abfahrt einen Vorsprung von rund zehn Sekunden behaupteten. Vier Kilometer vor dem Ziel war das Duo dann schließlich eingefangen, weil sich Pinarello auch wieder vor die Verfolger gespannt hatten.
Zwei Kilometer vor dem Ziel vereitelte Ineos eine späte Attacke von Ben O’Connor (Jayco – AlUla) und Pidcock, ehe sich Tudor mit drei Fahrern an der Spitze versammelte. Doch es war Pidcock, der als erster Fahrer in die letzte Kurve 200 Meter vor dem Ziel ging und in einem langen Sprint sich und seinem Team den dritten Saisonsieg vor Dati und Bernal sicherte – und das, nachdem er seit seinem Sturz auf der Königsetappe der Katalonien-Rundfahrt, bei dem er in einer Schlucht gelandet war, kein Rennen mehr bestritten hatte.
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