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02.05.2026 | (rsn) - Da saßen sie, die beiden Gewinner des deutschen Frühjahrsklassikers Eschborn-Frankfurt: Georg Zimmermann, der Sensationssieger vor der Alten Oper, und Bergkönig Jonas Rutsch – beide miteinander befreundet und Teamkollegen bei Lotto – Intermarché.
Während Zimmermann einen Platz auf dem Podium ins Visier genommen hatte, eroberte Rutsch das Bergtrikot überraschend, ist er mit 1,97 Meter Körpergröße und 80 Kilo Gewicht doch nicht gerade bei den Bergflöhen einzuordnen. Immerhin standen an diesem 1. Mai rund 3300 Höhenmeter auf den 211,4 Kilometern im Programm. ___STEADY_PAYWALL___
“Unser Plan ist aufgegangen, würde ich sagen. Viel besser geht es nicht, das war ein cooler Tag“, freute sich Rutsch während der Sieger-Pressekonferenz, nachdem er den vor dem Rennen erstellten Plan perfekt in die Tat umgesetzt hatte.
Jonas Rutsch (Lotto – Intermarché) war bei Eschborn-Frankfurt einer von fünf Ausreißern des Tages. | Foto: Cor Vos
"Ich hatte mir das Rennprofil angeschaut. Danach war mir relativ schnell bewusst, dass ich in diesem Rennen nur etwas bewirken kann, wenn ich ein bisschen vor die Situation komme. Da brauchen wir nicht groß drum herumreden – mit 80 Kilo bist du hier eher in der Defensive, im Nachteil. Ich habe dann mit dem Team gesprochen, und wir haben den Plan gemacht, dass ich es in die Gruppe versuche. Das ist aufgegangen“, verriet er gegenüber RSN, welche Aufgabe er sich gestellt hatte.
Gesagt, getan! Nach 20 Kilometern befand sich Rutsch in der Fluchtgruppe, die allerdings aus lediglich fünf Fahrern bestand. So ganz nebenbei fuhr der Odenwälder als Erster über die erste Bergwertung am Sandplacken, und weil es weiter gut lief, sammelte Rutsch auch die jeweiligen Maximalpunktzahlen am Burgweg, Feldberg und erneut dem Burgweg ein.
"Die Bergwertung kam dann tatsächlich erst im Rennen – das war vorher nicht diskutiert. Es war nicht so, dass ich deshalb in die Gruppe gegangen bin“, gab er gegenüber RSN zu. "Mir war aber klar, dass ich im Rennen nur etwas machen kann, wenn ich vor das Geschehen komme – und das habe ich versucht. Ich habe leider zum Ende hin angefangen zu krampfen“, erklärte er, dass er seinen Kumpel und Teamkollegen Zimmermann im Finale nicht mehr unterstützen konnte. Was aber nicht nötig war, wie sich herausstellte.
Nebenbei sicherte sich der Odenwälder das Bergtrikot des hessischen Frühjahrsklassikers. | Foto: Cor Vos
Die konditionellen Grundlagen hatten sich die Freunde übrigens in einem gemeinsamen Höhentrainingslager zu Jahresbeginn in Kolumbien geholt. Rutsch: “Wir hatten das im letzten Jahr schon gemacht. Es hat uns da gut gefallen – und sich ausgezahlt. Wir waren nach der Tour Down Under einen Monat dort, hatten uns ein Haus gemietet.“
Auch während der Rennen teilen sich Zimmermann und Rutsch oft ein Zimmer. Vor Eschborn-Frankfurt aber nicht. "Nein“, ich bin leicht erkältet und wollte Jonas vor dem Giro nicht anstecken – daher habe ich mir ein Einzelzimmer genommen“, sagte Zimmermann, der nach seinem Sieg nun eine geplante Rennpause einlegt, wogegen Rutsch am 8. Mai sein Debüt bei der ersten Grand Tour des Jahres geben wird..
"Aber gestern Abend haben wir noch zusammen ein Eis gegessen“, ergänzte Rutsch lachend!
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