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03.05.2026 | (rsn) – Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) hat den Auftakt Vuelta Femenina gewonnen. Nach 114 Kilometern von Marin nach Salvaterra de Mino war die Schweizerin im Bergaufsprint klar die Stärkste und brachte mehr als eine Radlänge zwischen sich und Lotte Kopecky (SD Worx – Protime), die vor Franziska Koch (FDJ United – Suez) Zweite wurde. Weil Koch zuvor auch einen Zwischensprint gewonnen hatte, liegt die Deutsche Meisterin in der Gesamtwertung gleichauf mit Rüegg, die aber dennoch das erste Trikot der Gesamtführenden übernimmt.
“Ehrlich gesagt kann ich es noch gar nicht glauben, eine Etappe bei einer Grand Tour gewonnen zu haben. Das war immer ein Ziel von mir. Die Girls haben an diesen Sieg mehr gelaubt, als ich es tat. Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, so Rüegg im Siegerinterview. Die Siegerin der diesjährigen Tour Down Under und Zweite bei Mailand-Sanremo fand dann aber doch noch Worte. “Ich wusste von Beginn an, dass dieses Finale perfekt für mich war. Und wenn ich mir eine Traumetappe aussuchen könnte, dann war es diese. Nach der letzten Kurve wollte ich nur Vollgas geben und das Team hatte mich vorher in eine hervorragende Position gebracht. Ich gab wirklich Vollgas, damit ich hinterher nichts zu bedauern habe und sah, dass ich schon eine Lücke von ein paar Metern hatte. Ich sah zurück und wusste, dass ich gewinnen könnte. Das ist ein Traum für mich.“
So spannend das Finale war, so zurückhaltend war der Etappenverlauf. Ausreißer gab es nicht. Nur beim Kampf um die ersten Bergpunkte wurde es spannend, letztlich entschied die bessere Position im Tagesergebnis für Maeva Squiban (UAE – ADQ). Ein Sturz auf den letzten zehn Kilometern hatte das Feld auseinandergerissen. Aufgehalten wurde dadurch unter anderem auch Marianne Vos (Visma – Lease a Bike), die dadurch um ihre Siegchancen gebracht wurde.
In der Punktewertung hat Tagessiegerin Rüegg diese Nase vorn. Das erste Nachwuchstrikot liegt auf den Schultern von Eleonora Ciabocco (Picnic – PostNL). Alle Favoritinnen für die Gesamtwertung blieben ohne Zeitverlust.
Die Vuelta der Frauen begann verregnet und eher passiv. Auf den ersten 30 Kilometern gab es lediglich eine Attacke, die aber nicht von Erfolg gekrönt war. Gekämpft wurde danach aber um die Bergpunkte an den beiden Anstiegen der 3. Kategorie. Squiban gewann die erste Bergwertung nach 38 Kilometern vor Moolman-Pasio, zehn Kilometer später tauschten beide die Platzierungen.
Das Profil der 1. Etappe | Foto: Veranstalter
In der Zwischenzeit hatte es aufgehört zu regnen, doch das Feld blieb dennoch beisammen. FDJ United – Suez, SD Worx – Protime und EF Education – Oatly hatten das Feld gut unter Kontrolle, sodass sich weiterhin keine Ausreißversuche gestalteten.
Richtung Finale wurde es dann immer mal wieder feucht von oben. Koch sicherte 21 Kilometer vor dem Ziel den Zwischensprint, eine Tempoverschärfung an einer kleinen Welle unmittelbar danach durch Riejanne Markus (Lidl – Trek) wurde schnell gekontert. Gut acht Kilometer vor dem Ziel zählte die Niederländerin in einer abschüssigen Kurve zu den fünf Frauen, die stürzten.
Aus dieser Situation heraus entwickelte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe um Koch, ihre Teamkollegen Juliette Berthet und Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike), doch das Quintett wurde vom Hauptfeld zurückgeholt. Vos war aber noch lange weiter hinten, schaffte aber erst anderthalb Kilometer vor dem Ziel die Rückkehr.
Das sollte aber nicht mehr reichen, um es ganz nach vorne zu schaffen. Denn das Profil war bereits leicht ansteigend. Noch steiler wurde es nach einer scharfen Rechtskurve 250 Meter vor dem Ziel. Die nahm Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) in erster Position, doch schon kurz dahinter waren Rüegg, Koch und Koepcky in Position. Das Trio setzte kurz darauf gleichzeitig zum Sprint an. Doch die Deutsche konnte zunächst allenfalls das Hinterrad der explosiven Schweizerin halten, die mit kleinem Gang dem Sieg entgegenspurtete. Am Ende war es eine deutliche Angelegenheit, in der auch Kopecky noch an Koch vorbeizog.
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