Weltmeister mit Schmerzen nach Lipowitz-Attacke

Pogacar macht in der Romandie am Schlussanstieg den Sack zu

Von Marc Zeiringer und Sebastian Lindner

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Tadej Pogacar gewinnt auch die letzte Etappe der Tour de Romandie. | Foto: Cor Vos

03.05.2026  |  (rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat zu Ende gebracht, was er am Dienstag begann. Der 27-Jährige Weltmeister hat bei seiner ersten Teilnahme die Tour de Romandie (2.UWT) gewonnen – inklusive vier Etappen. Auch den letzten Tag der Rundfahrt konnte der Slowene für sich entscheiden. Die einzige Bergankunft der Woche, die nach 178 Kilometern, von den die letzten 14 zum Schlussanstieg nach Leysin gehörten, beendete Pogacar drei Sekunden vor Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe), der sich einmal mehr als größer Konkurrent des Gesamtsiegers erwies und damit auch seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung unter Dach und Fach brachte.

Es war Lipowitz gewesen, der gut drei Kilometer vor dem Ziel die erste Attacke gesetzt hatte. Nur Pogacar konnte folgen. Beide gingen aber nicht an ihr Limit. 400 Meter vor dem Ziel kamen so die ersten Verfolger wieder heran. Doch genau in dem Moment, als Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) wieder aufschloss, setzte Pogacar zum Sprint an. Roglic beendete den Tag sieben Sekunden hinter dem Tagessieger als Dritter.

Mit weiteren kleinen Sekundenabständen kamen auch die weiteren Klassementfahrer ins Ziel. Lenny Martinez (Bahrain – Victorious) wurde mit elf Sekunden Rückstand Sechster. Doch auch er sicherte damit Rang drei in der Gesamtwertung – mit 2:42 Minuten hinter Pogacar und auch mehr als zwei Minuten auf Lipowitz.

Pogacar schraubt Erfolgsbilanz auf neun Siege in elf Renntagen

“Ich wusste nicht, was ich erwarten soll, und deswegen bin ich sehr zufrieden, wie es gelaufen ist“, sagte Pogacar im Siegerinterview mit Blick auf seine gesamte Woche in der Romandie, seinem ersten Etappenrennen der Saison. Der Schlussakt war dabei ein besonders schwieriger: “Es wurde den ganzen Tag ein hohes Tempo gefahren und am letzten Anstieg hat Florian als Erster attackiert. Er hat einen tollen Job gemacht, aber glücklicherweise konnte ich an seinem Hinterrad überleben. Dann hat er im Finale sehr früh angezogen und es war ein harter Kampf bis zur Ziellinie.“

Bei Eurosport ging Pogacar noch ein wenig mehr ins Detail. “Als er das zweite Mal attackiert hatte – die Konterattacke zu meiner – war es sehr beeindruckend und ich muss zugeben, dass ich Schmerzen in den Beinen hatte. Wir haben dann etwas zusammengearbeitet, aber ich wusste ich brauche die Kraft am Ende.“

So schraubte Pogacar sein Siegkonto im Saisonverlauf auf jetzt schon neun Siege – bei elf Renntagen. Nicht eingerechnet ist die Punktewertung aus der Schweiz, die er als Beifang mitnahm. Das Bergtrikot verteidigte Roland Thalmann (Tudor), auch wenn er am letzten Tag keine Zähler mehr sammelte. Bester Nachwuchsprofi blieb Martinez.

So lief die 5. Etappe der Tour de Romandie 2026

Wie üblich gab es auch auf der letzten Etappe von Beginn an einige Attacken. Nur kurz gebremst von einem Sturz im Peloton. Nach gerade einmal drei Kilometern nahm das Rennen schnell Fahrt auf. Die ersten beiden Profis Jakob Söderqvist (Lidl – Trek) und Lorenzo Germani (Groupama – FDJ United) konnten sich wenige Kilometer danach erfolgreich vom Feld absetzen. Daraufhin attackierten auch Jan Tratnik, Finn Fisher-Black (beide Red Bull – Bora – hansgrohe), Marco Schrettl (XDS – Astana), Asbjörn Hellemose (Jayco – AlUla), Gil Gelders (Soudal – Quick-Step) und Robbe Dhondt (Picnic – PostNL). Nach 25 Kilometern fanden diese beiden Gruppen zusammen und bildeten damit die Ausreißergruppe des Tages. Ihr Vorsprung wuchs in den ersten beiden Rennstunden auf maximal 3:15 Minuten an und hielt sich bis Kilometer 80 vor der ersten Bergwertung des Tages konstant.

Das Profil der 5. Etappe der Tour de Romandie | Foto: Veranstalter

Die Spitzengruppe fuhr, meist angeführt von Tratnik, über die ersten beiden Bergwertungen des Tages in Sottens und Vulliens. Beide Male holte sich der Slowene fünf Punkte ab und sorgte bei der ersten dieser Bergwertungen dafür, dass Tudor-Profi Thalmann das Trikot nicht mehr zu nehmen war. Im Peloton übernahmen in dieser Rennphase die Teams UAE – Emirates – XRG und Bahrain – Victorious die Führungsarbeit und sorgten dafür, dass der Abstand nach 100 Kilometern auf 2:30 Minuten schrumpfte.

Auf den darauffolgenden hügeligen 50 Kilometern blieb der Abstand meist konstant bei zwei Minuten. Die Chance für die Gruppe, erfolgreich zu sein, war mit diesem Vorsprung sehr gering. Gelders sicherte sich den ersten Zwischensprint dieser Etappe vor Tratnik und Fisher-Black und sammelte damit 15 Punkte. Auch hier war aber bereits alles zugunsten von Pogacar entschieden, der mit seinen drei Etappensiegen 173 Punkte sammelte.

Lipowitz eröffnet das Finale

Auf dem Weg zum finalen Anstieg dieser Rundfahrt erhöhte das Peloton angeführt von Pogacars Teamkollegen das Tempo. Weit in die Länge gezogen, kam das Feld vor der Kletterpassage auf unter eine Minute heran. Nach und nach wurden die Fahrer vom Peloton gestellt. Fisher-Black versuchte 12,5 Kilometer vor dem Ende nochmals das Tempo zu forcieren und hielt sich damit noch eine Weile vor dem heranrasenden Hauptfeld, während alle anderen Ausreißer eingeholt wurden. Sieben Kilometer vor dem Ende war dann auch für ihn Endstation.

Bahrain führte das Feld hinein in die letzten fünf Kilometer. Es dauerte dann noch einige Momente, bis die erste echte Attacke gesetzt wurde. Dann war es Lipowitz, der drei Kilometer vor dem Ziel zunächst kurz antestete und dann durchzog. Nur Pogacar konnte ihm folgen. Die beiden duellierten sich, ohne aber am Limit zu sein oder die Lücke zu den Verfolgern aufgehen zu lassen. Kurz vor dem Ende konnten die Verfolger die Lücke nochmal schließen. Als Roglic 400 Meter vor dem Zielstrich wieder dran war, ging Pogacar dann aber aus dem Sattel und ließ seinen Landsmann sowie Lipowitz auf dem Weg zum vierten Etappensieg zurück.

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