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12.05.2026 | (rsn) – Topfavorit Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) zeigte sich auch am ersten Italien-Tag dieses 109. Giro angriffslustig. Auf der 4. Etappe ging der Däne aber nicht am einzigen Berg des Tages, dem 14,4 Kilometer langen und knapp sechs Prozent steilen Cozzo Tunno (2.Kat.) in die Offensive, sondern versuchte seine Gegner am Zwischensprint knapp zwölf Kilometer vor dem Ziel zu überraschen und einige Bonussekunden zu erhaschen.
Am Red Bull Kilometer langte es dann aber nur zu Rang vier, womit Vingegaard zwar drei Punkte, aber eben keine angestrebte Zeitgutschrift erhielt. “Es ist zwar schade, dass es Jonas beim Zwischensprint nicht gelungen ist, Bonussekunden zu holen; doch das Wichtigste war heute, sicher und in der Spitzengruppe die Ziellinie zu überqueren. Das haben wir geschafft, und damit können wir sehr zufrieden sein“, kommentierte Visma-Sportdirektor Marc Reef die Aktion seines Kapitäns.
Vingegaard rückte immerhin im Gesamtklassement vom 19. auf den elften Platz vor und ist nun einer von 19 Fahrern, die jeweils zehn Sekunden Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Giulio Ciccone (Lidl – Trek) aufweisen.
Vier Sekunden näher dran am Rosa Trikot ist dessen Landsmann Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe), der am sogenannten Red Bull Kilometer ebenfalls mitsprintete und sich als Zweiter hinter dem Schweizer Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) vier Sekunden schnappte und dadurch einen Satz von Rang 31 auf Platz sechs machte.
Wichtiger als Boden im Gesamtklassement gutzumachen sei aber gewesen, “uns aus Schwierigkeiten herauszuhalten“, wie Reef auf der Visma-Website betonte. “Vor der Etappe hatten wir klar definiert, dass das heute unser Hauptziel sei. Der Wind beim Start sorgte für Nervosität, und das Tempo war von Beginn an hoch. Deshalb haben wir darauf geachtet, dass Jonas am Anstieg und in der anschließenden Abfahrt gut positioniert weit vorne fuhr“, sagte der Niederländer, der besonders zwei Fahrer lobte, die sonst weniger im Mittelpunkt stehen: “Timo (Kielich) und Tim (Rex) spielten dabei eine entscheidende Rolle und haben wirklich enorm viel Arbeit geleistet.“
Im schwersten Anstieg des Tages rund 50 Kilometer vor dem Ziel waren dann aber die kletterstarken Sepp Kuss, Bart Lemmen, Davide Piganzoli und Victor Campenaerts an Vingegaards Seite. Zeitgleich mit seinem Kapitän kam das Quartett auch ins Ziel. “Wir waren am Anstieg aufmerksam und hatten immer noch fünf Fahrer in der Spitzengruppe“, lobte Reef die Vorstellung seiner Mannschaft, die am Morgen allerdings einen Rückschlag hatte verkraften müssen.
Nicht mehr zum Start in Catanzaro angetreten war nämlich Routinier Wilco Kelderman. Der 35-jährige Niederländer war eines der zahlreichen Sturzopfer vom Giro-Start in Bulgarien. Team und Fahrer hatten gehofft, dass Kelderman sich am Ruhetag würde erholen können. Die Beschwerden des Giro-Dritten von 2020 waren aber am Dienstagmorgen noch zu groß, als dass er in der Lage war, das Rennen fortsetzen zu können. Auch wenn er selber problemlos durch die Etappe kam, so verliert Vingegaard mit Kelderman einen wichtigen Helfer für die Berge.