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16.05.2026 | (rsn) – Am Blockhaus konnte Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) in einer inoffiziellen Wertung mit seinem großen Rivalen Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) gleichziehen: Nach seinem Sieg auf der 7. Etappe des Giro d’Italia hat der Däne nun auch bei jeder der drei großen Landesrundfahrten mindestens eine Etappe gewonnen. Wie es in einer von den Organisatoren der ersten Grand Tour des Jahres veröffentlichten Pressemittelung hieß, ist Vingegaard damit der 115. Fahrer in der Geschichte des Radsports, dem dieses Triple gelang – 20 davon sind noch aktiv.
Zudem setzte der 29-Jährige bei seinem 49. Profisieg eine weitere Bestmarke. Für den 13,46 Kilometer langen und im Schnitt 8,4 Prozent steilen Schlussanstieg benötigte Vingegaard nach Angaben der Teamvereinigung Velon genau 38:10 Minuten – so schnell war noch kein Fahrer ihm im Ziel auf 1.665 Metern Höhe. Den bisherigen Rekord von Thibaut Pinot aus dem Jahr 2017 (40:13) unterbot er gleich um mehr als zwei Minuten.
“Ich habe seit der Streckenpräsentation auf diese Etappe gewartet. Der Blockhaus ist eine ikonische Ankunft des italienischen Radsports“, kommentierte Vingegaard auf der Pressekonferenz seinen siebten Saisonsieg und betonte dessen Bedeutung: “Nun in jeder der drei Grand Tours mindestens einen Sieg errungen zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, dem Team all die harte Arbeit auf diese Weise zurückzahlen zu können.“
Tatsächlich war zuvor alles nach Visma-Plan gelaufen. Davide Piganzoli und Sepp Kuss hatten als stärkste Berghelfer das Tempo hochgeschraubt, ehe ihr Kapitän rund sechs Kilometer vor dem Ziel seine entscheidende Attacke setzte. “Am letzten Anstieg herrschte starker Wind: mal Seitenwind, mal Gegen- und mal Rückenwind. Ich habe versucht, den richtigen Moment für meinen Angriff abzuwarten und dabei die Windverhältnisse zu berücksichtigen“, erklärte Vingegaard.
Als er den richtigen Moment gekommen sah und attackierte, konnte ihm nur Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) kurzzeitig folgen. Doch der 22-jährige Italiener hatte sich augenscheinlich übernommen und musste bald reißen lassen. Schließlich war es Felix Gall (Decathlon – CMA CGA), der sich als einziger vom Top-Favoriten nicht weit distanzieren ließ und im Ziel lediglich 13 Sekunden Rückstand hatte.
Für Vingegaard war die Vorstellung des Österreichers keine Überraschung, wie er auf der Pressekonferenz erklärte. “Es überrascht mich nicht, dass Felix Gall nicht weit zurücklag. Er ist ein hervorragender Bergfahrer – das hat er in den vergangenen Jahren schon oft unter Beweis gestellt. Er kann enorme Wattwerte treten, und genau das hat er auch heute wieder gezeigt“, sagte er über den Tour-de-France-Fünften von 2025, der bei seiner zweiten Italien-Rundfahrt das Podium anpeilt und seine Ansprüche am Blockhaus eindrucksvoll untermauerte.
Genauso bestätigte aber auch Vingegaard, dass der Gesamtsieg beim Giro nur über ihn geht. Zwar beträgt sein Rückstand auf den sein Rosa Trikot verteidigenden Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) immer noch deutliche 3:17 Minuten – doch am Schlussanstieg nahm der neue Gesamtzweite dem Portugiesen fast drei Minuten ab. Vor allem aber hängte er - mit Ausnahme von Gall – alle anderen Klassementfahrer deutlich ab, das Red-Bull-Duo Jai Hindley und Pellizzari sowie Ben O’Connor (Jayco – AlUla) um etwa jeweils mehr als eine Minute.
Und beides zusammengenommen machten diese erste Kletterprüfung des Giro 2026 zu einem ganz besonderen Ereignis für Vingegaard. “Ich freue mich, dass ich Zeit aufs Rosa Trikot und meine Kontrahenten gewinnen konnte. Es war ein guter Tag für mich und für uns“, sagte er abschließend.