Ausreißertrio rettet Vorsprung

Pithie trotzt Pinarello-Duo und gewinnt Rund um Köln

Von Sebastian Lindner

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Laurence Pithie hat Rund um Köln 2026 gewonnen. | Foto: Cor Vos

17.05.2026  |  (rsn) – Laurence Pithie hat Red Bull – Bora – hansgrohe mal wieder einen Sieg auf deutschem Boden beschert und Rund um Köln (1.1) gewonnen. Der Neuseeländer gewann die 108. Austragung des deutschen Klassikers vor dem Pinarello-Duo Fred Wright und Aimé de Gendt. Das Trio hatte als Ausreißer einen kleinen Vorsprung mit in den Rheinauhafen gerettet. Dort gewann Pithie überlegen seinen Sprint. Es war sein erster Sieg seit dem Cadel Evans Race 2024, damit auch sein erster für Red Bull.

“Das ist natürlich ein sehr wichtiger Sieg für das Team“, leitete Pithie sein Statement im Sieger-Interview ein. “Wir hatten hier ein paar Karten, die wir spielen konnten. Mein Job war es, in den Gruppen mitzugehen. Es hat dann aber gereicht um Durchzukommen und den Sprint zu gewinnen. Weil ich hinten ja noch Jordi hatte, konnte ich mich bei der Arbeit ein wenig zurückhalten. Das hat sich dann ausgezahlt.“

Nur wenige Sekunden hinter dem Spitzentrio erreichte auch das Feld den Zielstrich, in dem ein Sturz nochmal für etwas Chaos sorgte. Tobias Müller (Unibet – Rose) wurde als bester Deutscher Vierter und gewann den Sprint des Feldes vor Jordi Meeus (Red Bull - Bora - hansgrohe), auch Jermaine Zemke (Rembe – rad-net) sprintete in die Top 10.

Nach einem durchaus unterhaltsamen Rennverlauf über die gesamten 191 Kilometer hatten sich Pithie und Wright 46 Kilometer vor dem Ziel in der Anfahrt zur zweiten Überquerung des Anstiegs am Schloss Bensberg abgesetzt. Wrights Teamkollege De Gendt stieß kurze Zeit später dazu. Der Abstand blieb ständig im Bereich einer halben Minute, die Nachführarbeit im Feld war aber nicht konsequent genug. Andauernde Attacken sorgten zwar immer wieder für Tempospitzen, aber auch für das Gegenteil.

Zwar wurde die Luft auf den letzten Kilometern dünn, für taktische Spielchen hätte das Polster nicht gereicht. Doch vor allem Pinarello war klar, dass zwei Podiumsplätze anders kaum machbar gewesen wären. So machte das Duo das Gros der Arbeit im Wind, wohlwissend, dass die Chance auf den Sieg gering ist. Für Red Bull war die Situation damit doppelt komfortabel.

So lief Rund um Köln 2026:

Bei seinem Kurzzeit-Comeback auf der Straße gehörte Paul Voß im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu den ersten Angreifern des Tages. Der 40-Jährige, mit Abstand ältester Teilnehmer im Feld, gehörte zu einer achtköpfigen Ausreißergruppe, die aber nicht allzu weit weggelassen wurde und noch vor dem ersten Anstieg zum Ferrenberg wieder zurückgeholt wurde.

Im mittlerweile einsetzenden Regen fruchtete dann aber der nächste Versuch. Silas Koech (Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur), Ole Theiler (rembe – rad-net), Joshua Gudnitz (ColoQuick), Rik van der Wal (EEW – VDK) und Michael Kurkle (Kasper – crypto4me) konnten sich über den Anstieg eine Minute Vorsprung herausfahren. Fabio Jakobsen (Picnic – PostNL) verlor da bereits den Anschluss an das Hauptfeld, was auch damit zu tun hatte, dass Nils Politt (Nationalmannschaft) früh daran arbeitete, ordentlich auszusortieren.

War die Lücke nach dem Politt-Druck bis auf eine halbe Minute geschrumpft, ging die Lücke nach der ersten Rennstunde im flacheren Teil des Rennens auf mehr als zweieinhalb Minuten auf. Red Bull – BORA – hansgrohe und Picnic – PostNL übernahmen dann die Tempoarbeit. 112 Kilometer vor dem Ziel ging es erstmals über den Agathaberg – inklusive Stau und Absteigen ab der Hälfte des Feldes, weil der schmale Weg mit 27 Prozent von der Spitze des Feldes zunächst blockiert wurde.

Das Streckenprofil von Rund um Köln | Foto: Veranstalter

Rund 30 Profis schafften den Sprung in die erste Gruppe. Doch langfristig blieb das Tempo nicht hoch genug, um diesen Split nachhaltig zu bewahren. Über die Kilometer liefen die Felder wieder zusammen. 60 Kilometer vor dem Ziel wurden dann auch die Ausreißer zurückgeholt. Da war die erste Überfahrt des Anstiegs zum Schloss Bensberg nah. Fred Wright (Pinarello – Q36.5) und Laurence Pithie (Red Bull – Bora – hansgrohe) setzten sich dort ab, etwas später schloss auch Wrights Teamkollege Aimé De Gendt auf. Das Trio hatte 30 Kilometer vor dem Ziel 30 Sekunden Vorsprung auf das Feld.

In der Folge jagte eine Attacke die nächste. Um Ashlin Barry (Visma – Lease a Bike) bildete sich ein Verfolgertrio, dass zehn Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt wurde. Der Spitze blieben da noch 25 Sekunden. Doch die sollten reichen. Der Sprint im Rheinauhafen war dann trotz numerischer Unterzahl eine klare Angelegenheit für Pithie.

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