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17.05.2026 | (rsn) – Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) hat die 9. Etappe des Giro d’Italia gewonnen. Der Däne erreichte die Bergankunft am Corno alle Scale nach 184 Kilometern mit zwölf Sekunden Vorsprung auf Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) und 34 auf seinen Teamkollegen Davide Piganzoli. Vingegaard war 2,4 Kilometer vor dem Ziel einer Attacke des Österreichers gefolgt. Zu diesem Zeitpunkt lag noch Giulio Ciccone (Lidl – Trek) an der Spitze des Rennens, der sich als Ausreißer den Etappensieg sichern wollte.
Der Mann in Rosa ist weiterhin Afonso Eulalio (Bahrain Victorious). Der Portugiese wurde starker Fünfter und wird damit auch am Ruhetag im Maglia Rosa schlafen dürfen. Sein Vorsprung auf Vingegaard beträgt weiterhin solide 2:24 Minuten. Unruhige Nächte dürfte es hingegen Bei Red Bull – Bora – hansgrohe geben. Giulio Pellizzari bekam früh am Schlussanstieg Probleme und kam erst mit anderthalb Minuten Rückstand ins Ziel. Auch Co-Leader Jai Hindley kassierte 50 Sekunden und wurde Neunter. Der Australier ist damit Vierter in der Gesamtwertung, 4:32 Minuten hinter Eulalio. Pellizzari ist auf Rang neun abgerutscht und liegt jetzt 5:15 Minuten zurück.
Vingegaard feierte, wie er anschließend im Siegerinterview sagte, seinen zweiten Etappensieg beim Giro eher zufällig. "Wir wollten heute nicht auf die Etappe fahren, haben aber früh gemerkt, dass Decathlon das geplant hatte." Die sich bietende Chance, einen weiteren Erfolg einzusammeln, ohne sein Team arbeiten lassen zu müssen, nahm er dankend an. "Es ist immer schön, zu gewinnen. Ich bin superhappy und meine Teamkollegen haben einen tollen Job gemacht.“ Das spiegelt sich auch im Ergebnis wieder. Davide Piganzoli wurde mit 34 Sekunden Rückstand sogar Dritter, Sepp Kuss schaffte es ebenfalls in die Top 10.
Darüber hinaus fand der Däne lobende Worte für Gall, der sich weiter als stärkster Kontrahent um den Giro-Sieg herauskristallisiert: "Felix hat stark attackiert und ich konnte zum Glück folgen. Am Schluss habe ich mich dann selbst getestet und ich konnte den Sieg einfahren. Wir sind da, wo wir sein wollten. Meine Position im Klassement ist gut. Soweit sieht alles gut aus.“
Noch kann das auch Eulalio behaupten. "Alle meine Teamkollegen und Mitarbeiter glauben an mich. Sie geben mir mehr Kraft", so der Portugiese über seinen nächsten starken Ritt. "Normalerweise bin ich nur ein einfacher Helfer, aber jetzt habe ich meine Chance in diesem Trikot. Es ist einfach großartig." Allerdings sieht er sein Ende an der Spitze der Gesamtführung nahen. "Der Abstand vor dem Zeitfahren ist nicht groß genug, um in Rosa zu bleiben."
Zwar sorgte der Tag in den Top 10 der Gesamtwertung für die eine oder andere Veränderung. Die Trikotträger sind jedoch allesamt die selben wie am Vortag. Eulalio hält neben Rosa weiß, Vingegaard ist weiter im Bergtrikot unterwegs, Paul Magnier (Soudal - Quick) führt die Punktewertung an.
Ähnlich wie auf der 8. Etappe dauerte es auch zu Beginn des neunten Teilstücks dieses Giros einige Zeit, bis die Ausreißergruppe des Tages feststand. Sofort nach dem scharfen Start schafften es Lorenzo Milesi (Movistar), Davide Ballerini (XDS – Astana) und Edward Planckaert (Alpecin – Premier Tech), sich vom Peloton zu lösen. Für etwa 40 Kilometer wurden sie aufgrund von vielen Attacken im Feld an einer sehr kurzen Leine von etwa 30 Sekunden gehalten.
Das Profil der 9. Etappe | Foto: Veranstalter
Vor allem die Mannschaft von Lidl – Trek versuchte auf Biegen und Brechen, in die Gruppe zu gelangen, wurde aber stets daran gehindert. Jonathan Milan und Max Walscheid hatten es versucht, mit Ciccone auszureißen. Planckaert verabschiedete sich wieder ins Peloton, jedoch konnte sein Teamkollege Jonas Geens gemeinsam mit Einer Rubio (Movistar), Tim Naberman (Picnic – PostNL), Mattia Bais (Polti – VisitMalta), Sakarias Koller Loland (Uno-X Mobility) und Martin Marcellusi (Bardiani – CSF – 7 Saber) den Anschluss zum Spitzenduo herstellen.
Nach etwa 50 Kilometern war die Anfangsphase beendet, das Peloton nahm Tempo heraus und die Gruppe des Tages hatte sich gebildet. Mit Manuele Tarozzi (Bardiani – CSF – 7 Saber) und Chris Hamilton (Picnic – PostNL) lösten sich noch zwei Fahrer vom Hauptfeld, schafften den Anschluss an die Spitze des Rennens allerdings nicht. Der Abstand der achtköpfigen Fluchtgruppe betrug nach 60 Kilometern drei Minuten.
Im weiteren Rennverlauf übernahm das Team Decathlon – CMA CGM zum größten Teil die Tempoarbeit. Auch Bahrain Victorious und Visma – Lease a Bike halfen mit und sorgten dafür, dass der Abstand der Spitzengruppe bis zur ersten Steigung des Tages auf unter zwei Minuten schrumpfte. Diese Situation nahm Lidl – Trek zum Anlass, einen weiteren Ausreißversuch zu starten. Ciccone attackierte an dieser Steigung 74 Kilometer vor dem Ziel und nahm Toon Aerts (Lotto – Intermarché) sowie Diego Ulissi (XDS – Astana) mit. 15 Kilometer später, kurz vor der Sprintwertung in Marzabotto, schaffte das Trio den Anschluss an die Spitzengruppe, der Abstand zum Peloton betrug allerdings nur 1:15 Minuten. An der Sprintwertung sicherte sich Ballerini in einem eindrucksvollen Duell mit Geens und Marcellusi zwölf Punkte. Bis zum Start des Anstiegs nach Querciola machte weiterhin das Team von Gall die Tempoarbeit, ließ allerdings den Abstand auf knapp zwei Minuten wachsen.
Mit ähnlichem Vorsprung begann die Spitzengruppe den Anstieg, an dem sofort einige Fahrer Probleme bekamen. Mit Ciccone, Ulissi, Milesi, Rubio und Aerts bildete sich ein Quintett, das die Bergwertung mit einem Abstand von über zwei Minuten erreichte. 16 Kilometer vor dem Ziel hatte das Peloton unter Führung von Decathlon keine Zeit gutgemacht. Ciccone setzte elf Kilometer vor dem Ende, kurz vor dem Red-Bull-Kilometer eine weitere Attacke. Nur der Kolumbianer Rubio konnte dem Italiener noch folgen, doch 7,5 Kilometer vor dem Ziel war er bei einer weiteren Attacke des Italieners chancenlos. Das Hauptfeld verkürzte in dieser Rennphase den Abstand auf 1:15 Minuten und machte damit einen Sieg der Ausreißergruppe immer unwahrscheinlicher.
Vier Kilometer vor dem Ziel lag Ciccone noch mit 50 Sekunden Vorsprung vor dem Feld. Als Pellizzari Probleme bekam, wurde das Tempo von Visma – Lease a Bike und Decathlon – CMA CGM weiter erhöht. Im schwersten Teilstück, drei Kilometer vor dem Ziel, setzte Gall dann eine Attacke, der nur Vingegaard folgen konnte. Innerhalb kürzester Zeit konnten die beiden Ciccone erreichen und sofort überholen. Etwa einen Kilometer vor der Ziellinie setzte dann Vingegaard noch einen drüber und ließ den Österreicher mit einer unwiderstehlichen Beschleunigung stehen. Am Ende gewann er mit zwölf Sekunden Vorsprung. Dahinter fuhr zunächst Arensman auf der dritten Position, wurde kurz vor dem Ziel aber noch von Piganzoli abgefangen. Knapp dahinter zeigte Eulalio mit Platz fünf erneut auf.
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