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17.05.2026 | (rsn) – Unter den besten acht Kletterern auf dem neunten Teilstück des Giro d’Italia kamen gleich drei Visma-Fahrer ins Ziel. Von den beiden Grand-Tour-Siegern Jonas Vingegaard, der die Etappe für sich entschied, und Sepp Kuss, der den Zielstrich als Achter passierte, konnte man das so erwarten. Dass Davide Piganzoli aber Dritter werden würde, darauf hätte am Sonntagmorgen wohl kaum einer gewettet.
Der Italiener ist neu bei den Niederländern, seine Verpflichtung vom Zweitdivisionär Polti – VisitMalta diesen Winter war durchaus eine Überraschung. Dabei mangelte es dem 23-Jährigen nicht an guten Vorleistungen. 2023 stieg er aus dem Nachwuchsteam zu den Profis von Eolo – Kometa, das ein Jahr später zu Polti wurde, auf. Da hatte er die Tour de l’Avenir (2.Ncup) gerade als Fünfter absolviert und seine Rundfahrtambitionen unterstrichen.
Obwohl er inzwischen Berufsradfahrer war und bei der Elite erste kleine Erfolge feierte, durfte er in seiner Neo-Saison auch bei einigen U23-Rennen mitfahren. Den Orlen Grand Prix (2.Ncup) beendete er dabei als Zweiter, die Avenir als Dritter hinter Isaac Del Toro und Giulio Pellizzari. Richtig einschlagen konnte er bei den Profis dann 2024 als Gesamtsieger der Tour of Antalya (2.1) und – im Alter von 21 Jahren – als 13. beim Giro. Nach einer in der Spitze ähnlichen, aber in der Breite besseren Saison kam 2025 der Anruf von Visma.
Die Leistung beim Giro kommt also nicht aus dem Nichts. Doch obwohl er auch im gelben Trikot der Mannschaft schon einige Achtungserfolge einfahren konnte, schlug er erst bei seiner Heimatrundfahrt so richtig ein, denn schon am Blockhaus begeisterte er. Piganzoli dezimierte die Favoritengruppe mit einer harten und nicht enden wollenden Fahrt in erster Position. Als Kuss übernahm, konnte er nur noch kurz im Wind arbeiten, bevor Vingegaard selbst angriff.
Am Sonntag wurde Visma viel Arbeit abgenommen. “Wir hatten heute Morgen den Plan, nicht auf den Etappensieg zu gehen, aber am Ende waren wir in einer sehr guten Position, weil der Abstand zur Ausreißergruppe sehr klein war“, meinte er am Eurosport-Mikrofon. Decathlon – CMA CGM hatte den Männern um Vingegaard den Tag erleichtert, sodass die beiden Edel-Bergdomestiken kaum zum Einsatz kamen. Auffällig war dabei aber, dass dieses Mal Kuss vor Piganzoli in die erste Position geschickt wurde.
“Wir haben versucht, ein hartes Tempo im finalen Anstieg anzuschlagen. Sepp hat super Arbeit für Jonas gemacht. Als er dann fertig war, hat Felix Gall attackiert und Jonas ist ihm gefolgt“, blickte der Kletterer zurück. Mit frischen Kräften wuchsen Piganzoli dann Flügel. “Ich fühle mich schon einige Tage sehr gut. Ich habe dann versucht, dranzubleiben, falls Jonas irgendein technisches Problem haben sollte, weil kein Auto in der Nähe war“, erklärte der Helfer, der seine Beine nicht schonte. Zunächst war er nirgends zu sehen, doch auf dem letzten Kilometer näherte er sich plötzlich dem in dritter Position fahrenden Thymen Arensman (Netcompany – Ineos).
Den überholte er dann im Sprint sogar, sodass er selbst den letzten Podiumsplatz erreichte und Arensman die Bonussekunden vor der Nase wegschnappte. “Ich bin ein tolles Rennen gefahren und bin sehr glücklich darüber“, bilanzierte er. Im Klassement steht Piganzoli – und das ist in seinem Fall nur eine absolute Randnotiz – auf dem 13. Platz. Jene Position, die er vor zwei Jahren schon als Kapitän seiner kleinen Mannschaft ins Ziel gebracht hat.
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