Die Stimmen zur 10. Etappe des Giro d’Italia

Vingegaard: “Es war ein ganz fürchterliches Zeitfahren“

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Vingegaard: “Es war ein ganz fürchterliches Zeitfahren“"
Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) im Zeitfahren des 109. Giro d´Italia | Foto: Cor Vos

19.05.2026  |  (rsn) – Filippo Ganna (Netcompany – Ineos) galt als klarer Favorit auf den Tagessieg auf der 10. Etappe des Giro d’Italia und der Italiener wurde dieser Rolle gerecht. Er beendete das 42 Kilometer lange Zeitfahren 1:54 Minuten vor seinem Teamkollegen Thymen Arensman, der als Zweiter Bester der Klassementfahrer war. 

Max Walscheid (Lidl – Trek) überzeugte als Sechster, Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) verlor genau drei Minuten auf Ganna. Gegenüber Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) machte er zwar fast zwei Minuten gut. Der Portugiese verteidigte mit einer großen Kraftanstrengung aber das Rosa Trikot mit 27 Sekunden vor dem Dänen.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 10. Etappe des Giro d’Italia:

Filippo Ganna (Netcompany - Ineos / Sieger / Ziel-Interview): “Wir haben diesen Winter einen fantastischen Job gemacht, auch mit den Klassementfahrer wie Thymen. Er wird heute Zweiter. Es war ein toller Teamjob und ein schöner Sieg für uns. Wir hoffen, dass heute Nacht ein wenig genießen zu können. Dann konzentrieren wir uns aber wieder auf die letzten 14 Tage. So ein langes Zeitfahren mag ich sehr. Ich freue mich endlich ein Zeitfahren bekommen zu haben, das mir liegt – ohne Berg.“

Derek Gee-West (Lidl – Trek / Fünfter / Eurosport): “Es war ein superhartes Zeitfahren. Ich hatte zu viel Zeit, um auf den Geraden nachzudenken. Man weiß nie, wie gut es beim Zeitfahren funktioniert, bis man zehn Minuten absolviert hat. Ich habe mich gut gefühlt und bin sehr glücklich über das Ergebnis. Mental war es sehr hart, sich nicht darauf zu fokussieren, wie sehr es schmerzt. Es war ein guter Parcours, den man heutzutage nicht mehr so oft sieht.“

Maximilian Walscheid (Lidl – Trek / Sechster / RSN): “Mental war das heute extrem hart. Die lange Gerade zum Ziel hat ewig gedauert und es war ein absolutes Psychospiel, da die ganze Zeit drauf zu bleiben. Beim Recon heute Morgen stand der Wind ein bisschen besser, da war ein Ticken mehr Rückenwind, jetzt ist er ein bisschen auf die Seite gedreht. Ehrlich gesagt bin ich so mittel zufrieden. Ich habe schon meinen Pacing-Plan eingehalten, aber ich wollte eigentlich ein bisschen mehr fahren. Aber wollen ist das eine und können ist das andere.“

Ben O’Connor (Jayco – AlUla / Elfter / Eurosport): “Wenn man um die Gesamtwertung fährt, verbringt man viel Zeit auf dem Zeitfahrrad. Man verbessert sich mit jedem schlechten Rennen. Wenn man dann sieht, wie viel Unterschied es macht im Vergleich zu den anderen Fahrern – einen größeren Zeitunterschied als am Blockhaus – dann ist es gut, dass man Zeit darin investiert und das Beste versucht.“

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / Gesamtzweiter / Eurosport): “Ich denke ich kann sehr zufrieden sehr. Es war ein fürchterliches, ein ganz fürchterliches Zeitfahren. 40 Kilometer flach; 20 von ihnen ohne jegliche Kurve. Ich denke, jeder der heute voll gefahren ist, wird morgen oder sogar schon jetzt Muskelkater im Gesäßmuskel haben. Das ist zumindest, was ich habe.“

Afonso Eulalio (Bahrain Victorious / Rosa Trikot / Ziel-Interview): “Ich mag den Radsport auch nach so einem harten Tag immer noch sehr. Ich leide, leide und leide, aber am Ende komme ich ins Ziel und behalte das Rosa Trikot. Das ist unglaublich. Erst im Finale hat mir das Team gesagt, dass es sehr eng ist und es knapp wird mit Jonas. Im ersten Moment dachte ich, es könnte eng sein, aber ich dachte nicht, dass es reichen wird, um das Rosa Trikot zu behalten. Im Finale haben sie mir dann etwas von 30 Sekunden gesagt und ich habe begonnen, es zu glauben.“

Alec Segaert (Bahrain Victorious / 16. / Sporza): “Genau wie im letzten Jahr traten Probleme mit meiner Sitzposition auf. Hätte ich das Gefühl gehabt, ein gutes Zeitfahren gefahren zu sein, wäre ich mit jeder Platzierung zufrieden gewesen. So wie es nun steht, ist es schade, dass ich nicht das absolute Maximum aus mir herausholen konnte. Das Taubheitsgefühl, das ich in meinem Bein verspürte – insbesondere auf langen Geraden – war im Training eigentlich verschwunden. Es ist frustrierend, dass es nun ausgerechnet während eines Rennens wieder aufgetreten ist.“

Giulio Pellizzari (Red Bull Bora - hansgrohe / 18. / Eurosport): “Ich wusste, dass ich heute leiden muss. Ich konnte 25 Watt weniger treten als normal. Ich denke, dass ich trotzdem recht schnell war und jetzt müssen wir uns auf die nächsten Tage konzentrieren. Ich fühle mich besser. Sonntag war wirklich schwer für mich, psychisch und physisch. Aber jetzt habe ich mich erholt.“

Felix Gall (Decathlon – CMA CGM / 33. / Eurosport): “Es ist ein sehr langes Rennen geworden, besonders in den letzten 20 Minuten. Ich denke, ich habe mein Bestes gegeben. Von der Umsetzung her war nicht viel mehr drin. Es war das einzige Zeitfahren dieser Rundfahrt, allerdings ein sehr langes. Es war ok.“

Tim Torn Teutenberg (Lidl – Trek / 162. / RSN): “Heute ist das ein bisschen ein verlängerter Ruhetag. Bisher passt alles schon, Hier und da mal ein kleines Wehwechen, aber nichts Weltbewegendes. Soweit erst mal alles entspannt. In der Sprintvorbereitung läuft es gut. Wir haben bisher zwar noch keine Etappe gewonnen, aber die Stimmung ist gut, wir machen einen guten Job und der Sieg wird schon noch kommen. Es kommen normalerweise ja noch zwei Sprintetappen und vielleicht auch noch eine dritte.“

Marc Reef (Sportlicher Leiter Visma – Lease a Bike / Eurosport): “Ich denke, dass er [Jonas Vingegaard, d.Red.] einen guten Job gemacht hat. Er hat vom Start bis ins Ziel gekämpft. Es ist nicht die beste Streckenführung für ihn, denn alle großen Jungs mit viel Kraft sind vor ihm. Im Hinblick auf die Gesamtwertung hat er eine sehr gute Arbeit geleistet.“

Aart Vierhouten (Sportlicher Leiter Bahrain Victorious / Eurosport): “Wir leben von Etappe zu Etappe und befinden uns dabei auf einer Rosa Wolke. Dass das nach heute noch einmal weitergeht, ist fantastisch. Wir hatten erwartet, dass wir heute 2:20 Minuten auf Jonas verlieren. Aber schon nach der ersten Zwischenzeit haben wir gemerkt, dass der Verlust kleiner ist. Jedes Mal, wenn Afonso aus dem Sattel kam, hatte er viel Power. Er ist nicht der typische Zeitfahrer, der nur im Sattel sitzt. Ab und zu musste er runter, um ein anderes Gefühl zu bekommen.“

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Giro d`Italia (2.UWT, ITA)
  • Radrennen Männer

  • Tour of Albania (2.2, ALB)
  • Clissique Dunkerque (1.Pro, FRA)