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23.05.2026 | (rsn) – Nach zwei Bergankünften mit eher flachem Anlauf und einigen anspruchsvollen hügeligen Tagesabschnitten fand am 14. Tag des Giro d’Italia die erste klassische Bergetappe statt. Praktisch das ganze Rennen lang ging es bei hohen Temperaturen bergauf oder bergab. Am Zielanstieg nach Pila lieferten einige Fahrer wie erwartet ab, andere verloren Zeit und Plätze im Gesamtklassement. RSN wirft einen Blick auf die Klassementfahrer nach dem ersten Tag in den Alpen.
Das Erwartete zuerst. Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) hat auch die dritte Bergankunft gewonnen und ist der neue Gesamtführende. Es war sein bisher überzeugendster Sieg bei der Italien-Rundfahrt. Felix Gall (Decathlon – CMA – CGM) war erneut Zweitbester, ohne dabei ein scharfer Konkurrent des Dänen sein zu können. Der Österreicher ist momentan Gesamtdritter und weiter auf Podiumskurs.
___STEADY_PAYWALL___Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe) hingegen machte einen ersten Schritt in Richtung Podium. Nachdem er nach Corno alle Scale und im Kampf gegen die Uhr Zeit verloren hatte, war der Australier in den Alpen Tagesdritter. Das Treppchen rückt langsam näher, aber Hindley muss auf den Bergetappen in der Schlusswoche noch etwas zulegen.
Dabei kann er sich offensichtlich wieder auf seinen Teamkollegen Giulio Pellizzari verlassen. Der junge Italiener war das Stehaufmännchen des Tages und scheint seine Magenprobleme der letzten Tage überwunden zu haben. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde er früh abgehängt werden. Doch Pellizzari fuhr von Anfang an wie gewohnt sein eigenes Tempo, kam am Ende zurück und konnte Hindley auf den letzten Kilometern helfen. Auch die eigenen Chancen auf das Nachwuchstrikot wirken wieder realistischer. Die knapp zwei Minuten Rückstand auf Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) aufzuholen, scheint machbar.
Afonso Eulalios Nachwuchstrikot wird in der Schlusswoche unter Beschuss kommen
Eulalio selbst verlor erwartungsgemäß die Gesamtführung. Der Portugiese schien schon früh zu leiden. Vor allem mit Blick auf die 19. Etappe könnte das problematisch sein. Trotzdem sollte ein Platz in den Top Ten weiterhin das Ziel bleiben. Ein kompletter Einbruch nach dem Verlust des Führungstrikots ist jedoch nicht auszuschließen.
Der neue Gesamtzehnte ist Davide Piganzoli (Visma – Lease a Bike). Er wurde am Schlussanstieg knapp hinter Hindley Vierter. Der Italiener war erneut der letzte Mann für Vingegaard. Diese Rolle hatte er nach der 7. Etappe von Sepp Kuss übernommen. Trotz seiner Tempoarbeit hielt er lange mit Gall mit. Nach seiner heutigen Leistung sind ihm weitere Sprünge nach vorne zuzutrauen, sollte Vingegaard weiterhin so dominant auftreten.
Davide Piganzoli (vorne) bereitete Vingegaards Attacke vor
Jan Hirt (NSN) überraschte nach cdem Blockhaus ein weiteres Mal. Der Tscheche schaffte es in die Gruppe des Tages und war am Schlussanstieg zeitgleich mit Wout Poels (Unibet – Rose Rockets) der Beste dieser Fahrer. Hirt scheint taktisch klug zu fahren. Auf den verbleibenden Bergetappen ist ihm ein Sprung von Rang 16 in die Nähe der Top Ten zuzutrauen.
Ein Verlierer des Tages ist Thymen Arensman (Netcompany – Ineos). Nach dem Zeitfahren am Dienstag galt er als Top-Kandidat für das Podium. Der Niederländer ist eigentlich ein Mann, der später in einer Rundfahrt stärker wird. Doch er verlor Zeit auf Gall und unerwartet auch auf Hindley. Sein Vorsprung von nur 40 Sekunden auf den Red-Bull-Kapitän mit dem wiedererstarkten Pellizzari als Edelhelfer ist nicht gerade beruhigend. Teamkollege Egan Bernal könnte Arensman nach seiner starken Leistung in der Schlusswoche die nötige Unterstützung geben.
Auch Ben O’Connor (Jayco – AlUla) war mit Zuversicht in die Berge gestartet. Der Australier zeigte am Schlussanstieg in der Hitze Schwächen und muss seinen Blick nun auch nach hinten richten. Das Podium ist für ihn kein Thema mehr. Im Ziel lag er fast zwei Minuten hinter Hindley, mit dem er auf der vergleichsweisen kühlen Etappe am Blockhaus noch gleichauf lag. Als Achter könnte er auch noch seinen Platz in den Top Ten verlieren.
Ben O'Connor (vorne) fiel am Schlussanstieg früh zurück
Auch Derek Gee-West (Lidl – Trek) fühlte sich laut eigener Aussage in den vergangenen Tagen immer besser. Davon war beim vierzehnten Tagesabschnitt wenig zu sehen. Der Kanadier versuchte zwar, sein gleichmäßiges Tempo zu fahren. Am Ende kam er aber nicht wie geplant wieder nach vorne und muss als Neunter der Gesamtwertung ebenfalls um seinen Platz in den Top Ten bangen.
Ein weiterer Verlierer des Tages war Markel Beloki (EF Education – EasyPost). Der junge Spanier brach ein und rutschte vom elften auf den 18. Gesamtrang ab. Das ist dem erst 20-Jährigen aber zu verzeihen. Ähnliches gilt für Mathys Rondel (Tudor). Nach seinem starken sechsten Platz am Blockhaus fiel er am Freitag früh zurück, hielt seine Verluste aber in Grenzen. Er bleibt der Gesamtelfter mit knapp sieben Minuten Rückstand. Teamkollege Michael Storer dagegen erfüllte die Erwartungen und ist weiterhin Siebter in der Gesamtwertung.
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