RSNplusRed Bull beim Giro noch nicht im Plan

Pellizzaris Magen macht Probleme, auch Hindley verliert Zeit

Von Christoph Niederkofler und Tom Mustroph

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Jai Hindley wurde auf der 9. Etappe des Giro d´Italia Neunter. | Foto: Cor Vos

17.05.2026  |  (rsn) – Neun Etappen ist der Giro d’Italia alt, die erste komplette Rennwoche vorbei – und Red Bull – Bora – hansgrohe steht nicht unbedingt dort, wo sich die deutsche Equipe wohl vor dem Auftakt vermutete. Die Rückstände der beiden Co-Kapitäne Jai Hindley und Giulio Pellizzari auf die Spitze vervielfachten sich bei der Bergankunft am Corno alle Scale.

Dabei wusste Hindley vor dem neunten Teilstück exakt, was auf ihn und seinen jüngeren Teamkollegen zukommen würde. "Es wird ein explosives Finish, wahrscheinlich werden bei Kilometer drei noch einige Leute beisammen sein", prognostizierte er im Interview mit Eurosport. "Das wird ein hartes Stück Arbeit bis zur Ziellinie."

So sollte sich der Schlussakt auch gestalten, nur: Im Moment der Tempoverschärfung, auf den am Sonntag alles hinauslief, mussten Hindley und Pellizzari die Konkurrenz innerhalb kürzester Zeit davonziehen lassen.

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Mit einem Rückstand von 50 Sekunden auf Tagessieger Jonas Vingegaard (Team Visma – Lease a Bike) rollte Hindley als Neunter über die Linie. Kurioserweise kletterte er im Gesamtklassement auf Rang vier, auf die relevanten Namen verlor er jedoch mächtig Zeit. Der noch im Rosa Trikot fahrende Afonso Eulálio ist mittlerweile 4:32 Minuten entfernt, auf Vingegaard und Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team) fehlen 2:08 Minuten respektive 1:33 Minuten. Pellizzari rutschte derweil auf Rang neun ab, über fünf Minuten fehlen dem 22-jährigen Italiener auf das Maglia Rosa.

Die vermuteten Stärken der Red-Bull-Doppelspitze – Hindleys Erfahrung gepaart mit Pellizzaris Jugend – kamen beim Giro noch nicht richtig zum Tragen. Während Gall bislang als einziger Fahrer ansatzweise mit Vingegaard mithalten konnte, kassierte der deutsche Rennstall mit seinen beiden Hoffnungsträgern empfindliche Rückschläge auf den jüngsten drei Etappen. Bei Red Bull gibt man sich aber gelassen, auch weil man zumindest bei einem seiner Stars den genauen Grund für den Einbruch im Schlussanstieg ausmachen konnte.

Giulio Pellizzari musste im Schlussanstieg der 9. Etappe abreißen lassen. | Foto: Cor Vos

"Giulio hatte während der Etappe ein paar Magenprobleme", erklärte Oliver Cookson, Head of Racing, im exklusiven Interview mit RSN. "Es ist nichts Großes. Aber man sah anhand seines Ergebnisses, dass er nicht bei 100 Prozent war. Wie immer in solchen Fällen machen wir jetzt alles, was nötig ist und nehmen alles zur gegebenen Zeit unter die Lupe."

Cookson: "Der Giro ist lang"

Dass die Spitze zurzeit weiter weg ist als zu diesem Zeitpunkt erwartet, will der Brite nicht zu hoch hängen. "Jeder weiß: Der Giro ist lang. In diesem Sport gibt es so viele Höhen und Tiefen", so der 45-Jährige weiter. "Ich würde nicht sagen, dass wir heute einen schlechten Tag hatten. Wir hatten einen soliden Start und es liegt noch viel vor uns. Die heutige Etappe haben wir hinter uns gebracht, jetzt stehen der Ruhetag und das Zeitfahren auf dem Programm."

Giulio Pellizzari hatte mit Magenproblemen zu kämpfen. | Foto: Cor Vos

Am Dienstag sind Hindley, Pellizzari und Co. im Einzelzeitfahren zwischen Viareggio und Massa auf 42 Kilometern gefordert, die darauffolgende Etappe gilt als Verschnaufpause für die Klassementfahrer. Und dann geht es mit vollen Kräften in den Kampf um das Giro-Podest? "Wir machen das Schritt für Schritt und freuen uns darauf", ließ sich Cookson nicht in die Karten schauen.

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