Massensturz im Wallonie-Finale

Pithie gewinnt Sprintfinale vor neuem Gesamtführenden Heiduk

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Pithie gewinnt Sprintfinale vor neuem Gesamtführenden Heiduk"
Laurence Pithie gewinnt die 3. Etappe der Tour de Wallonie. | Foto: Cor Vos

03.06.2026  |  (rsn) – Ein Massensturz im Finale der 3. Etappe der Tour de Wallonie (2.Pro) hat anderthalb Kilometer vor dem Ziel für großes Chaos gesorgt. Arne Marit (Red Bull – Bora – hansgrohe) war auf leicht ansteigendem Terrain im Finale des Tages im Positionskampf weit vorne im Feld gestürzt, nachdem Ben Swift (Netcompany Ineos) sein Vorderrad touchiert hatte. Nur eine Handvoll Fahrer entging dem Rennunfall und machte den Sieg unter sich aus. Vor allem Red Bull und Netcompany Ineos waren mit ihren Kandidaten fürs Finale davongekommen. Im Sprintfinale setzte sich dann Red-Bull-Profi Laurence Pithie vor Ineos-Allrounder Kim Heiduk durch. Dritter wurde Krists Neilands (NSN).

Durch die weiteren Bonussekunden, die Heiduk als Zweiter sammeln konnte, übernimmt der Deutsche die Gesamtführung der Tour de Wallonie. Er liegt nun drei Sekunden vor den beiden vormaligen Trägern des Trikots Ben Oliver (Modern Adventure) und Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe). Während Oliver zu den Gestürzten zählte, hatte es Meeus wie seine Teamkollegen Pithie, Danny van Poppel und Adrien Boichis am Sturz vorbeigeschafft. Auftaktsieger Meeus und van Poppel bereiteten dann den Sprint für ihren siegreichen neuseeländischen Teamkollegen vor.

“Ich bin superglücklich“, sagte Pithie, der vor allem aber auch in Superform ist. Nachdem der 23-Jährige in seinem ersten Jahr bei Red Bull überhaupt nicht gewinnen konnte, feierte er nun den vierten Sieg innerhalb von zwei Wochen. Im Siegerinterview setzte er fort: “Wir hatten wegen des Windes etwas mehr Chaos erwartet, aber letztendlich war er nicht stark genug, um das Feld aufzuteilen.“ Für das Chaos sorgte statt des Windes dann der Sturz. “Es ist direkt vor mir passiert. Danny und ich waren kurz davor, mitgerissen zu werden. Wir haben es gerade noch geschafft, nach links auszuweichen“, so Pithie.

Zwischen Habay und Vaux-sur-Sûre im äußersten Süden Belgiens waren 177 Kilometer zu absolvieren, die im Profil dem der ersten Tage ähnelten: Eine relativ flache Anfahrt auf einen durchaus welligen Rundkurs, der aber erneut nicht schwierig genug war, einen Massensprint zu verhindern.

Davon profitierte letztlich auch Heiduk. "Ich bin sehr glücklich, jetzt im Leadertrikot zu stecken", erklärte Heiduk im Flashinterview. "Aber es kommt auch überraschend. Wir wollten heute eigentlich die Etappe gewinnen und eigentlich für Sam (Welsford) fahren. Er wurde dann durch den Sturz aber aufgehalten. Dann haben wir uns schnell dafür entschieden, für mich zu fahren." Damit hat sich der 26-Jährige in eine gute Ausgangsposition manövriert, denn er verriet auch: "Wir sind hier, um mit Axel Laurance oder mir auf den Gesamtsieg zu fahren. Wir haben zwei gute Karten, die wir damit spielen können. Morgen wird es einen ersten Test geben."

Das Profil der 3. Etappe der Tour de Wallonie | Foto: Veranstalter

Ähnlich wie tags zuvor besetzte Jayco - AlUla als einziges WorldTeam die frühe Ausreißergruppe des Tages. Dieses Mal war es der Italienische Meister Filippo Conca, der gemeinsam mit fünf weiteren Fahrern unterwegs war. Die Rennsituation blieb dabei lange konstant. Auf die letzten 30 Kilometer auf dem finalen Rundkurs nahm die Gruppe zwei Minuten Vorsprung auf das Feld mit.

Red Bull, NSN und Ineos zogen das Tempo dann aber gewaltig an. Als die Einholung der Ausreißer elf Kilometer vor dem Ziel kurz bevorstand, waren dann aber Alpecin und Modern Adventure in der Führung. Weil keiner Anstalten machte, einen solchen zu verhindern, lief alles auf einen erneuten Massensprint hinaus. Der Sturz knapp anderthalb Kilometer vor dem Ziel änderte das aber. Alle Gestürzten und Aufgehaltenen wurden später mit der gleichen Zeit wie der Sieger gewertet.

Results powered by FirstCycling.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

07.06.2026Heiduks stärkste Phase endete im Krankenhaus

(rsn) – “Road Captain will auch persönliche Freiheiten“, lautete die Zeile über dem RSN-Jahresranglisten-Artikel zu Kim Heiduk (Netcompany – Ineos) letzten Dezember. Der Deutsche hat 2026 29

06.06.2026Evenepoel nicht bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

05.06.2026Oliver holt sich mit zweitem Etappenerfolg Wallonie-Gesamtsieg

(rsn) – Erst kollidierte er im Sprint mit Kim Heiduk (Netcompany – Ineos), dann zog Ben Oliver (Modern Adventure) an Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) vorbei und gewann die Abschlussetappe de

04.06.2026De Lie zündet den Turbo und fliegt zum Etappensieg

(rsn) – Erst lag er minutenlang im Ziel am Boden, dann brauchte er Hilfe beim Aufstehen, bevor ihn jemand auf sein Rad hievte, damit er weiterrollen konnte. Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) ha

02.06.2026Oliver bringt Modern Adventure auf die Siegerliste

(rsn) – Ben Oliver hat Modern Adventure den ersten Sieg auf europäischem Boden beschert. Hatte das Hincapie-Team bis dato einen 2.2-Sieg in Amerika und die Zeitfahrmeisterschaften von Neuseeland au

01.06.2026Meeus gewinnt Wallonie-Auftakt

(rsn) – Jordi Meeus (Red Bull – Bora – Hansgrohe) hat den Auftakt der Tour de Wallonie (2. Pro) gewonnen. Auf den 180 Kilometern von Manage nach Lobbes, die vor allem im zweiten Teil einige Well

Weitere Radsportnachrichten

06.11.2026Lidl-Trek Junior Racing geht mit neun Deutschen ins zweite Jahr

(rsn) – Lidl-Trek Junior Racing geht 2027 in seine zweite Saison und stockt dabei das Fahrerkontingent von 11 auf 15 Fahrer auf. Für das kommende Jahr setzt sich die Mannschaft aus Junioren aus sec

06.11.2026Tiberi darf sich “nicht mehr viele schwache Leistungen erlauben“

(rsn) – Als Vierter der Valencia-Rundfahrt (2.Pro), Zweiter der UAE Tour (2.UWT) und Dritter der Trofeo Laigueglia (1.Pro) legte Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) diese Saison los wie die Feuerweh

06.11.2026Blasi wagt sich erneut ins Gelände

(rsn) - In wenigen Worten auf den Punkt gebracht, deshalb aber nicht weniger interessant: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Nachrichten aus der Welt des R

06.11.2026Belgischer Meister verlässt UAE in Richtung Movistar

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

06.11.2026Strafe für Vanthourenhout nach Ziel-Ausraster im “Eifer des Gefechts“

(rsn) – Sein zweiter Platz bei der Superprestige in Middelkerke am späten Donnerstagabend ist nicht, was den Zuschauern im Gedächtnis bleiben wird, wenn sie an den Auftritt von Michael Vanthourenh

06.11.2026Nicht nur Schwarz und Weiß: Van Dijk zur Kritik an Picnic-Führung

(rsn) – Ellen van Dijk war Ende 2018, drei Jahre nach dem Abgang von Marcel Kittel, noch immer eine der ersten prominenten Fahrerinnen, die sich vom damaligen Team Sunweb, dem heutigen Team Picnic â

06.11.2026Sitzen wir alle auf dem falschen Rad?

(rsn) - Wer viel mit Fahrrädern zu tun hat, kennt das Phänomen: Sobald im Bekanntenkreis jemand einen Fahrradkauf erwägt, wird man schnell zum unentgeltlichen Verkaufsberater gekürt. Eine ehrenvol

06.11.2026RCS denkt für Giro und Co. über limitierten Fan-Zugang nach

(rsn) – Beim Giro d'Italia und auch anderen Rennen von Veranstalter RCS Sport könnte es künftig Zugangsbeschränkungen zu neuralgischen Streckenpunkten geben. Das bestätigte der neue Giro-Boss Lu

06.11.2026Van Aerts Traum vom Flandern-Sieg: “Wird zunehmend schwerer“

(rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hat in einem Interview mit dem Fiets Magazine auf seinen Triumph bei Paris-Roubaix am 12. April 2026 zurückgeblickt und im selben Gespräch auch über

05.11.2026Wyseure schlägt Vanthourenhout, der für Eklat sorgt

(rsn) - Joran Wyseure (Crelan – Corendon) hat in Middelkerke das zweite Wertungscross seiner Karriere gewonnen. Im Nachtrennen ging er mit fünf Mitstreitern auf die Schlussrunde, in der er sich als

05.11.2026Van Alphen nutzt bei der Superprestige ihre Chance

(rsn) - Aniek van Alphen (777) hat in Middelkerke den zweiten Lauf der Superprestige gewonnen. Am Donnerstagabend war sie im Flutlicht 12 Sekunden schneller als Europameisterin Inge van der Heijden (C

05.11.2026Merckx über Pogacar in TV-Doku: “Er ist jetzt über mir“

(rsn) – Eddy Merckx gilt gemeinhin seit jeher als der beste Radsportler aller Zeiten. Doch schon seit einigen Jahren rüttelt Tadej Pogacar mit seinen Leistungen und seiner Dominanz, ausdrücklich n

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine