Gelbe Vorteile bei Tour Auvergne-Rhone-Alpes

Baudins Bananenhoffnung erfüllte sich nicht

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Baudins Bananenhoffnung erfüllte sich nicht"
Mit Bananenhoffnung am Start der 4. Etappe: Alex Baudin (EF Education - EasyPost) | Foto: Cor Vos

10.06.2026  |  (rsn) – Auf dem Papier war die 4. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) eine für die Sprinter. In der Praxis wurde sie es nicht, da die Ausreißer um den späteren Sieger Quinn Simmons (Lidl – Trek) dem Feld ein Schnippchen schlugen. Was für die Profis ein recht ruhiger Ritt hätte werden können, machten sie aber selbst zu einer wilden Hatz.

Am besten – und ironischsten - fasste das Rennen vielleicht Jordan Jegat (TotalEnergies) zusammen, als er gefragt wurde, ob er mit seinem Teamkollegen in der Flucht, Matteo Vercher, im Finale noch einen Plan ausarbeiten konnte. “Doch doch, wir haben irgendwann angehalten und einen Kaffee getrunken, aber ich glaube, das wurde nicht gefilmt“, erklärte er.

Es war also kein Tag für Kaffekränzchen und gute Gespräche auf oder neben dem Arbeitsgerät – und das gefiel Alex Baudin (EF Education – EasyPost) ganz ausgezeichnet. Der Mann im Gelben Trikot konnte seine Helfer nämlich schonen. “Es war von Anfang bis Ende Vollgas. Ich hatte nicht erwartet, dass es so schnell wird. Je länger der Kampf um die Flucht dauerte, desto kürzer mussten wir später selbst fahren“, freute er sich über Hilfe der Sprinterteams. “Am Ende haben andere Mannschaften die Arbeit übernommen. Dadurch konnten wir heute etwas Energie sparen“, bilanzierte er weiter.

Einen negativen Nebeneffekt sah er aber doch. “Heute hatte ich mir sogar eine Banane in die Trikottasche gesteckt. Ich glaube, das war nicht der richtige Tag dafür. Ich hatte nicht wirklich Zeit, sie zu essen“, berichtete der 25-Jährige, der die gelbe Beere gut getarnt in der gleichfarbigen Oberbekleidung ins Ziel brachte.

It's easy being yellow

Auffälliger als die Frucht ist Baudin selbst zurzeit unterwegs. “Es gibt immer eine kleine Schutzblase rund um das Gelbe Trikot“, erzählte der Franzose, der das Leadertrikot einer Rundfahrt nicht gerade oft trägt. Zum letzten Mal war das bei der Tour de Romandie (2.UWT) 2025 allerdings vor nicht allzu langer Zeit der Fall. Damals musste er es nach zwei Tagen wieder ausziehen, das Führungstrikot in Frankreich wird er morgen zum vierten Mal tragen. Der letzte Franzose, der es so lange auf seinen Schultern trug, war Armand de las Cuevas bei seinem Dauphiné-Gesamtsieg 1998.

Die Vorteile, die man als Leader einer Rundfahrt hat, konnte Baudin nach drei Tagen problemlos beschreiben: “Man kann sich etwas leichter bewegen. Die anderen lassen mich etwas einfacher passieren. Das ist wirklich angenehm. Ich habe oft Schwierigkeiten, mich zu positionieren, deshalb genieße ich das schon“, gab er zu, bevor er auf Donnerstag vorausblickte.

Da wartet ein vom Profil her ganz ähnliches Teilstück wie das vom Mittwoch auf das Peloton, eine potenzielle Bananenetappe also für Baudin. “Ich denke, die morgige Etappe wird vielleicht etwas einfacher als die heutige. Sie ist zwar länger, aber etwas weniger schwer. Ich hoffe also, dass ich sie ohne Probleme überstehe“, meinte der Neunte der diesjährigen Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) und von Paris-Nizza (2.UWT) abschließend.

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