Jungstar quälten die Hände nach Auvergne-Sturz

Seixas: “Es war mein Fehler, dafür habe ich keine Ausrede“

Von Kevin Kempf

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Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) im Ziel der 7. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes | Foto: Cor Vos

13.06.2026  |  (rsn) – Mehr als drei Minuten musste Paul Seixas mithilfe seiner Teamkollegen von Decathlon – CMA CGM nach seinem Sturz auf das Peloton gutmachen. Das klappte 30 Kilometer vor dem Ziel – im dann folgenden Schlussanstieg zum Grand Colombier büßte der 19-Jährige auf der 7. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) als Siebter aber doch 1:21 Minuten auf den Sieger Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) ein. Im Klassement kletterte er vor dem Schlusstag vom siebten auf den sechsten Rang.

Er liegt dort 1:54 Minuten hinter Luke Tuckwell (Red Bull – Bora – hansgrohe) und 1:12 Minuten hinter dem Gesamtzweiten Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) – der Gesamtsieg scheint damit unwahrscheinlich. Aber das ist nach der Samstagsetappe des Vorbereitungsrennens auf die Tour de France nebensächlich.

Wichtiger war im Ziel, wie es dem Jungstar geht. “Ich dachte kurz, dass ich nicht weiterfahren kann“, sagte er auf den Schlussanstieg zurückblickend. “Ich war völlig neben mir. Ich hatte Angst, mich schwer verletzt zu haben. Ich habe mir selbst gesagt, dass es vorbei ist“, gab er zu. “Ich konnte meine Hände nicht auf dem Lenker aufstützen. Ich trug zwar Handschuhe, aber meine Hände waren trotzdem verletzt. Ohne Handschuhe hätte ich sowieso nicht mehr weitermachen können.“

Seixas sucht keine Ausreden

Die sichtbaren Wunden an seinem Bein erwähnte Seixas nicht. Dafür erläuterte er, wie es zu seinem Sturz kam. Der geschah kurz nach der Neutralisation in einer Abfahrt, als die TV-Übertragung noch nicht begonnen hatte. “Es war mein Fehler, dafür habe ich keine Ausrede. Ich bin zu schnell in eine Kurve gegangen. Ich wollte Positionen gewinnen, ohne mich anzustrengen; keine Strategie ist ohne Risiko. Ich habe zu viel riskiert“, zeigte sich der Teenager einsichtig.

“Ich habe eine Kurve falsch eingeschätzt und bin mit einem anderen Fahrer zusammengestoßen. Ich möchte mich bei allen Fahrern entschuldigen, die ich gefährdet habe. Es ist allein meine Schuld“, fügte er an. Ähnlich gut erzogen gab sich Seixas gegenüber seinen Teamkollegen. Die haben ihn, einer nach dem anderen, nacheinander ans Feld, wo ein hohes Tempo angeschlagen wurde, herangeführt.

“Sie hätten mich zurücklassen können, und ich hätte mich nicht beschwert. Das wäre das gewesen, was ich verdient hatte. Sie sollten wissen, dass ich sie alle liebe“, erklärte er. “Die Jungs sind der Wahnsinn. Sie haben Großartiges geleistet. Ich habe bis zum Schluss alles gegeben für diese fünf Männer, die sich für mich geopfert haben“, schwärmte er weiter. Auf der Abschlussetappe zum Plateau de Solaison hätte Seixas noch einmal die Chance, es seinen Kollegen zurückzuzahlen. Und wenn das der Hände und Beine wegen nicht klappt, dann gibt es bei der Tour de France die nächsten Gelegenheiten.

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