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14.06.2026 | (rsn) – Oscar Onley, Laurens De Plus, Dorian Godon, Carlos Rodriguez, Joshua Tarling, Kevin Vauquelin und Samuel Watson – das Aufgebot von Netcompany – Ineos für die 78. Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) hätte kaum besser sein können.
Von dem Oktett, das die Briten bei der Tour de Suisse (2.UWT) an den Start bringen werden, soll lediglich Michal Kwiatkowski für die Tour gesetzt sein. Vom Giro d’Italia kommend stoßen Thymen Arensman und Filippo Ganna aller Voraussicht nach zum Tourkader hinzu. Die anderen fünf Netcompany-Teilnehmer beim größten Radrennen der Welt sollten demnach wohl aus dem Auvergne-Kader selektiert werden.
Doch trotz der großen Namen sprang für Netcompany bei derTour-Generalprobe im Süden Frankreichs mit Ausnahme des zeiten Platzes im Mannschaftszeitfahren wenig heraus. Maßgeblich erantwortlich dafür waren Stürze, denn mit Onley, Tarling und Watson schieden gleich drei Briten mit Verletzungen aus. Doch auch die anderen Fahrer konnten keine Akzente setzen.
Besonders überraschend war das bei Kevin Vauquelin. Der Toursiebte der letzten Saison fand gut ins Rennen, rutschte am Freitag aber schon auf Platz 15 ab. Am Samstag verlor er auf Rang 18 sogar 5:02 Minuten auf Etappengewinner Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), kam dennoch gut gelaunt, winkend und das Publikum anfeuernd ins Ziel.
Vielleicht waren es diese Szenen, die Carlos Rodriguez nach der Abschlussetappe am Mikrofon von CyclingPro.net inspirierten: “Es ging einfach nur um die Einstellung heute. Wir hatten nicht die besten Ergebnisse in den letzten Tagen“, sagte der Spanier. Er selbst hatte am Samstag sogar 17:23 Minuten eingebüßt. Rodriguez wurde 2023 wurde er im Alter von 22 Jahren Fünfter der Tour de France und galt damals neben Juan Ayuso (Lidl – Trek) als die große spanische Rundfahrthoffnung.
Von diesen Ergebnissen ist er inzwischen weit entfernt, doch am Sonntag zeigte Rodriguez sich zumindest stark verbessert. Der 25-Jährige war in der Gruppe des Tages, wurde am Schlussanstieg eingeholt und hielt sich sehr gut bei Mattias Skjelmose (Lidl – Trek), Cristian Rodriguez (XDS – Astana) und Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike). Der US-Amerikaner fiel sogar noch zurück, so dass der Ineos-Fahrer Tagessechster wurde.
“Was heute am wichtigsten war, war die Einstellung. Direkt vom Start weg. Wir wollten jemanden in der Ausreißergruppe haben. Deswegen haben wir fast das ganze Team hineingebracht. Nur Dorian (Godon) hat gefehlt, sonst wäre das ganze Team da gewesen“, zeigte sich Rodriguez zufrieden. “Ich glaube, jeder hat alles reingeworfen. Wir haben unser Bestes gegeben“, urteilte er weiter.
Der "Netcompany-Putsch" brachte die Ausreißer aber nicht vor dem Feld ins Ziel. “Es war nicht einfach, weil uns das Hauptfeld nicht wirklich viel Vorsprung gegeben hat. Aber wir haben nie aufgegeben und sind voll gefahren bis zum Ende. Es hat heute nicht sein sollen“, resümierte Rodriguez, um optimistisch anzufügen: “Aber wir nehmen die Einstellung des Teams von heute mit: Immer weiter versuchen und nie aufhören, daran zu glauben. Und irgendwann geht es dann auf."