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14.06.2026 | (rsn) – Vor zehn Tagen wurde Lennard Jasch (Tudor) Profi, am Sonntag schloss er bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes sein erstes WorldTour-Rennen ab. Auf einem sensationellen 16. Platz – als bester Deutscher und bester Fahrer seines Arbeitgebers. Am schweren Schlusswochenende in den Alpen glänzte der ehemalige Eisschnellläufer mit Rang 13 und 24.
Für RSN natürlich Grund genug, wieder mit Jasch Kontakt aufzunehmen. “Ich war ganz schön tot, aber jetzt bin ich wieder in der Lage, wie ein normaler Mensch zu denken und zu reden“, meinte er nach seiner achttägigen WorldTour-Premiere. Ob Jasch dem Almeida vom Freitag den Anti-Almeida am Samstag hatte folgen lassen, wollten wir wissen. “Ja. Nein. Ich weiß nicht!“, zweifelte er. Seine Herangehensweise an den Schlussanstieg des Tages war aber auf jeden Fall anders, denn statt früh abgehängt zu werden und die Konkurrenz aufzurollen, blieb der Neoprofi dieses Mal am Grand Colombier lange an den Besten dran. Als er losließ, waren nur zehn Fahrer vor ihm.
___STEADY_PAYWALL___“Ich bin irgendwo zwischen Position fünf und zehn in den Anstieg reingefahren. Und da habe ich mir gedacht, dass ich diese Position nicht direkt verlieren will. Und irgendwann habe ich gesehen, wie Del Toro neben mir zurückgefallen ist. Dann bin ich erst mal übermotiviert weitergefahren“, blickte Jasch zurück. Dann sei aber die Erkenntnis gekommen: “Mehr als 6,5 Watt pro Kilo werde ich da nicht hochfahren.“ Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder mitfahren und “in zehn Minuten explodieren“ oder pacen.
Schon auf dem Weg zum Start der 7. Etappe war Lennart Jasch (Tudor) sehr rasant unterwegs. | Foto: Cor Vos
Er wählte die zweite Option, was in 3:07 Minuten Rückstand auf Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) und den 13. Platz endete. “Endlos lang und sehr sehr sehr sehr sehr steil“, fasste der Deutsche die 8,5 Kilometer und 10,0% des Colombiers zusammen. “Ich habe mich schon gefragt, wer eigentlich solche Straßen baut“, so Jasch. Die Antwort auf diese Frage ist übrigens auch mit Ruhepuls auf der Couch sitzend nicht ganz einfach zu beantworten, denn die D120 wurde schrittweise von den lokalen Behörden des Départements Ain angelegt.
Doch wichtiger als die Beurteilung des lokalen Straßenbaus war die der eigenen Leistung. “Wenn man ins Ziel kommt, weiß man sein Ergebnis gar nicht. Ich war auch einfach so kaputt, dass ich erst mal geguckt habe, wo die Leute vom Team sind. Ich habe zwei, drei Minuten gebraucht, um mit dem klarzukommen, was gerade passiert ist“, erinnerte sich Jasch, der dann erst sein Resultat zu hören bekam. “Dann freut man sich natürlich. Man ist im ersten Moment aber vor allem froh, es da hoch geschafft zu haben.“
Im Ziel des doch recht steilen Grand Colombiers. | Foto: Cor Vos
Am Sonntag am Plateau de Solaison wurde Jasch dann nur 24.. “Nur“? Verdirbt so ein 13. Platz vielleicht ein eigentlich starkes Resultat am Folgetag schon durch akut gestiegene Erwartungen? “Nein, das verdirbt gar nichts. Der zehnte Platz war auch schon superschön“, blickte der Bayer auf Freitag zurück, als er als Ausreißer die Top Ten erreichte. “Das sind alles sehr sehr gute Ergebnisse und gerade heute bin ich froh, dass ich den Tag überlebt habe. Heute war wirklich brutal hart. Ich bin wirklich jeden Anstieg am Limit gefahren“, gestand er.
Im vorletzten Anstieg, dem Col de Aravis (1.Kat.), mussten seine Teamkollegen ihn sogar “mit einem Megajob“ wieder ans Feld heranfahren. “Es ist wahnsinnig schön, den Support vom Team zu bekommen. Ich muss da einfach ein Riesenlob an die Mannschaft aussprechen – und war dann auch megafroh, als es vorbei war“, sagte Jasch abschließend.