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12.06.2026 | (rsn) – Seit acht Tagen ist Lennart Jasch Profi bei Tudor. Die Tour Auvergne-Rhone-Alpes ist sein erstes Rennen als Berufsradfahrer und demnach natürlich auch sein erstes WorldTour-Rennen. Als Devo-Fahrer für Tudor hatte der Deutsche zuvor schon 16 Tage in der Profi-Mannschaft absolviert, letzte Saison waren es in derselben Rolle bereits 14 im Trikot von Red Bull – Bora – hansgrohe gewesen. Ganz neu ist der 25-Jährige also nicht bei den Profis.
Trotzdem zeigte er sich beeindruckt von dem, was sich ihm da in Frankreich zurzeit offenbart. “Es ist superkrass zu merken, wie hoch das Level hier ist“, gab er gegenüber RSN auf der Fahrt im Bus zum Hotel zu. “Es ist wirklich mit Sicherheit nicht das einfachste Rennen, um sein Profidebüt zu geben“, sagte Jasch nach der ersten – und leichtesten - von drei aufeinanderfolgenden Bergankünften.
___STEADY_PAYWALL___Die konnte er direkt nutzen, um sich ins Rampenlicht zu stellen. Als einer von 60 – nein, das ist kein Tippfehler – Ausreißern erreichte er das Ziel in Crest-Voland 33 Sekunden nach dem Sieger Maxim Van Gils (Red Bull – Bora – hansgrohe) als Zehnter. “Heute konnte ich trotzdem schon zeigen, was in mir steckt. Es war megacool, auch wenn es mal wieder superhart war", bilanzierte der Tudor-Profi.
Am dritten Tag der Rundfahrt bestritt Lennart Jasch sein erstes richtiges Mannschaftszeitfahren. | Foto: Cor Vos
In seinem ersten Rennen als Profi ist Jasch, der sich nicht zuletzt als Devo-Fahrer mit seinem Etappensieg bei der Tour of the Alps (2.Pro) für größere Aufgaben empfohlen hat, nach sechs Etappen 31 Sekunden hinter Yannis Voisard zweitbester Tudor-Fahrer. Am Freitag war er vielleicht sogar besser als sein Schweizer Teamkollege. “Zehnter zu werden ist super, aber Yannis war Sechster. Also Bester vom Team war ich nicht ganz“, lachte Jasch. Aber das war natürlich "Scoreboard-Journalismus!"
Denn Jasch hatte sich zuvor aus der Gruppe um den Schweizer abgesetzt und sich auf die Verfolgung der vier Spitzenreiter gemacht. Erst rund 50 Meter vor dem Zielstrich stellte das Septett den 25-Jährigen. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, als würde Jasch überhaupt in die Nähe der Top Ten kommen.
“Ein bisschen Almeida habe ich gemacht“, erklärte Jasch seine Wiederauferstehung, nachdem er anfangs des Schlussanstiegs die Konkurrenten ziehen lassen musste. Das erinnerte schon arg an Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG), der sich in der Vergangenheit mit Blick auf den Wattmesser immer wieder früh hat abhängen lassen, um dann mit seinem Tempo später wieder ganz vor zu fahren. “Das war aber eher, weil, als die unten attackiert haben, war es superheiß und da war ich ziemlich am Limit“, gestand Jasch.
Bei der Tour of the Alps gewann Jasch eine Etappe. | Foto: Cor Vos
Ungefähr ein Dutzend Fahrer entfernte sich von seiner Gruppe, in der er in dem Moment den letzten Platz belegte. “Ich konnte gerade nicht mitgehen und habe geschaut, dass ich meine Pace weiterfahre. Die anderen sind dann auch wieder langsamer geworden und ich bin noch mal hingekommen“, blickte Jasch zurück.
Und nicht nur das. Als Van Gils, Luke Tuckwell (beide Red Bull – Bora – hansgrohe), Pablo Torres (UAE – Emirates – XRG) und Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) das Spitzenquartett bildeten, tauchte dahinter plötzlich der ehemalige Eisschnellläufer auf. “Man muss sich pacen und man hat auch ein Gefühl. Eigentlich war es bei mir mehr Gefühl als Wattmesser“, erklärte Jasch.
Ob der Leistung bei der wichtigsten Vorbereitungsrundfahrt auf das wichtigste Radrennen der Welt, musste RSN dann abschließend noch eine Frage stellen: “Was machst du eigentlich im Juli?“ Jasch lachte: “Es ist nicht geplant, dass ich im Juli ein Rennen fahre.“
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