“Vielleicht liegt es an der Meeresluft“

Merlier gelingt in Knokke-Heist der Hattrick, Kanter Vierter

Von Matthias Seng

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Tim Merlier (Soudal – Quick-Step, li.) hat die 2. Etappe der Baloise Belgium Tour gewonnen. | Foto: Cor Vos

18.06.2026  |  (rsn) – Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) hat sich für die knappe Auftaktniederlage zum Auftakt der Baloise Belgium Tour (2.Pro) revanchiert und die 2. Etappe über 197,6 Kilometer von Merelbeke-Melle nach Knokke-Heist gewonnen. Dort feierte der 33-jährige Belgier seinen bereits dritten Sieg in Folge im Rahmen seiner Heimat-Rundfahrt.

Der Niederländer Olav Kooij (Decathlon - CMA CGM) musste sich auf der ansteigenden Zielgeraden mit Platz zwei begnügen, Dritter wurde Merliers Landsmann Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) vor Max Kanter (XDS – Astana), der nach Platz drei zum Auftakt diesmal Vierter wurde und erneut bester deutscher Sprinter war.

Die letzten vier Mitglieder einer ursprünglich sechsköpfigen Spitzengruppe, die sich kurz nach dem Start abgesetzt hatte, hielten bis weit ins Finale hinein einen Vorsprung von rund 30 Sekunden auf das von der Sprinterteams angeführte Feld, das die Ausreißer dann aber doch auf der letzten der drei Zielrunden á 20 Kilometer wieder einfing. Zu diesem Zeitpunkt waren noch neun Kilometer zu absolvieren.

Danach übernahm das heimische Lotto-Team das Zepter, ehe auf den letzten beiden Kilometern des kurvigen Finales die Positionskämpfe entbrannten. XDS – Astana eröffnete aus der letzten Kurve heraus 500 Meter vor dem Ziel den Sprint, doch im Roten Trikot stürmte Merlier an die Spitze und verteidigte seine Position, sich noch umblickend, auf den letzten ansteigenden Metern vor Kooij und Philipsen.

“Das Team hat fantastische Arbeit geleistet. Ich hatte in der vorletzten Kurve signalisiert, dass sie fahren sollten, aber dann zogen andere Fahrer an mir vorbei. Der Zeitpunkt für meinen Sprint war knifflig. Ich habe eigentlich keine Ahnung, wo ich ihn angesetzt habe; ich hatte Angst, dass ich zu früh dran war. Dieser finale kleine Anstieg ist immer tückisch. Aber am Ende hat es geklappt“, sagte Merlier im Ziel-Interview, in dem er sich auch zwei Wochen vor Beginn der Tour de France zufrieden mit seiner Form zeigte.

“Es war schon eine Weile her, dass ich einen richtig guten Sprint gefahren bin. Das letzte Mal war in Ungarn. Gestern natürlich auch, aber heute ging es um den Sieg, und da mobilisiert man noch einmal zusätzliche Reserven“, so der Routinier, der humorvoll auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis an der neun Prozent steilen Zielpassage in der Küstenstadt reagierte: “Keine Ahnung; vielleicht liegt es an der Meeresluft“, fügte er lachend an.

Mit seinem sechsten Saisonsieg verdrängte Merlier auch Auftaktsieger Biniam Girmay (NSN) um sechs Sekunden von der Spitze der Gesamtwertung und übernahm auch die Spitzenposition in der Punktewertung vor Kanter, der wiederum im Gesamtklassement auf den siebten Platz (+0:12) zurückfiel.

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