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19.06.2026 | (rsn) – Zoe Bäckstedt (Canyon – SRAM) hat bei der Tour de Suisse Women (2.WWT) den ersten und einzigen Massensprint für sich entschieden. Die 21-jährige Britin überraschte auf der 3. Etappe über 120,8 flache Kilometer rund um Ragaz die Konkurrentinnen mit ihrem frühen Antritt und holte sich ihren zweiten Saisonsieg mit mehreren Radlängen Vorsprung vor der US-Amerikanerin Lilly Williams (Human Powered Health) und der Belgierin Shari Bossuyt (AG Insurance – Soudal).
Hinter der Niederländerin Babette van der Wolf (EF Education – Oatly) wurde Jasmin Liechti (Nationalteam Schweiz) Fünfte. Die Deutsche Meisterin Franziska Koch (FDJ United – Suez) belegte Rang zehn.
“Meine ganze Mannschaft hat heute einen unglaublich guten Job gemacht, ohne sie hätte ich es nicht geschafft. Ich war etwas nervös, als die Gruppe ging und wir niemanden dabei hatten. Aber wir haben die Situation dann gut kontrolliert und alle rechtzeitig vor dem Finish wieder eingefangen – und dann sind die Mädels einen super Leadout für mich gefahren“, sagte Bäckstedt im Ziel-Interview nach ihrem Coup, dem sie im morgigen Zeitfahren einen weiteren folgen lassen kann. “Es wird superhart, auch wegen der Hitze, aber ich freue mich auf morgen. Es wird hoffentlich wieder ein guter Tag für mich", so die Britische Zeitfahrmeisterin weiter.
Auch die deutlich geschlagene Williams war mit ihrer Leistung und dem Ergebnis zufrieden. “Ich bin superhappy, ich habe heute und morgen (das Zeitfahren) als Ziel und das Team hat heute den ganzen Tag über einen super Job gemacht“, sagte die 31-Jährige im Ziel gegenüber Cycling.ProNet. “Der Sprint war ziemlich chaotisch, es ging leicht bergab, Zoe ist ziemlich früh angetreten und ich habe versucht, dann dranzubleiben. Und jetzt freue ich mich auf das Zeitfahren morgen.“
An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Die Italienische Meisterin Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ) verteidigte ihr Gelbes Trikot und geht als Spitzenreiterin ins morgige Einzelzeitfahren. Die zweitplatzierte Lauren Dickson (FDJ United – Suez) konnte ihren Rückstand dank Bonussekunden am Zwischensprint allerdings um zwei auf nunmehr 25 Sekunden verkürzen. Die Neuseeländerin war nach dem zweiten Bonussprint gestürzt, dank der 5-Kilometer-Regel wurde sie aber zeitgleich mit der Siegerin gewertet.
Dritte bleibt die Kanadierin Sarah van Dam (Visma – Lease a Bike / +. 0:35) vor den beiden Schweizerinnen Steffi Häberlin (SD Worx – ProTime / +0:54) und Marlen Reusser (Movistar / +0:55). Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek / +2:56) behauptete als beste deutsche Fahrerin Rang 14.
Auftaktsiegerin Femke de Vries (Visma – Lease a Bike) bleibt an der Spitze sowohl der Berg- als auch der Punktewertung, ihre Teamkollegin van Dam behauptete die Führung im Nachwuchsklassement, EF Education – Oatly ist weiterhin bestes Team in der Schweiz.
Mit einem Paukenschlag begann der dritte Tag der Schweiz-Rundfahrt. Früh bildete sich eine stark besetzte achtköpfige Spitzengruppe, die von der Gesamtachten Kim Le Court (AG Insurance – Soudal) angeführt wurde. Gemeinsam mit der Lüttich-Bastogne-Lüttich-Siegerin von 2025 setzten sich Juliette Berthet (FDJ United – Suez), Alice Towers (EF Education – Oatly), Loes Adegeest (Lidl – Trek), Ruby Roseman-Gannon (Liv - AlUla – Jayco), Femke Markus (SD Worx – Protime), Katharina Sadnik (Visma - Lease a Bike) und Megan Arens (Picnic – PostNL) aus dem Feld ab, in dem Longo Borghinis Helferinnen gefordert waren.
Bis zum einzigen Bergpreis des Tages in Knobewald (3. Kat.), die sich Arens sicherte und damit auf Rang drei der Sonderwertung vorrückte, war der Vorsprung auf rund zwei Minuten angewachsen, sodass Le Court virtuell die neue Gesamtführende war. Nachdem zunächst nur UAE für die Verfolgungsarbeit zuständig zeigte, spannten sich im Rennverlauf weitere Teams wie Movistar vor das Feld, das seinen Rückstand gut 20 Kilometer vor dem Ziel auf unter eine halbe Minute reduziert hatte.
Das Streckenprofil der 3. Etappe der Tour de Suisse Women | Foto: Veranstalter
Nach einer Attacke von Adegeest fiel U19-Zeitfahrweltmeisterin Arens als erste Fahrerin aus der Spitzengruppe heraus. Kurz vor den Bonussprints in Sevelen zog Markus davon und sicherte sich drei Bonussekunden am ersten, um kurz vor dem zweiten 16 Kilometer vor dem Ziel vom jagenden Feld eingefangen zu werden. Koch lancierte hier ihre Teamkollegin Lauren Dickson, die sich so drei Sekunden gutschreiben lassen konnte. Reusser holte sich an den beiden Zwischensprints insgesamt drei Sekunden, Longo Borghini erhielt eine Sekunde,
Unmittelbar nach dem zweiten Bonussprint löste sich Laura Asencio (Ma Petite Entreprise) vom Peloton. Das Feld gestand der Französin rund 20 Sekunden Vorsprung zu, vereitelte die Konterattacke einer sechsköpfigen Gruppe und fing die späte Ausreißerin neun Kilometer vor dem Ziel wieder ein.
Vier Kilometer vor dem Ziel geriet die Gesamtzweite Dickson bei hohem Tempo dann aber gegen die Streckenbegrenzung und ging hart zu Boden. Mit der Britin stürzten weitere Fahrerinnen, während an der Spitze des Feldes die Positionskämpfe entbrannten. Kasia Niewiadoma führte den kleinen Canyon-Zug auf den Schlusskilometer, ehe ihre Teamkollegin Bäckstedt schon 200 Meter vor dem Ziel antrat und sich mit riesigem Vorsprung den Sieg holte.
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