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21.06.2026 | (rsn) – Marit Raaijmakers (Human Powered Health) hat die Nachfolgeveranstaltung der seit 2024 nicht mehr stattfindenden Lotto Thüringen Ladies Tour gewonnen und durfte sich damit als erste Siegerin der Lotto Thüringen Women Cycling Challenge (1.Pro) feiern lassen. Auf der anspruchsvollen Zielrunde in Gera hatten Human Powered Health und VolkerWessels das Rennen in der letzten Rennstunde derart schwer gemacht, dass nur noch eine Gruppe von vier Fahrerinnen zum Schlussspurt auf die Zielgerade einbog.
Mit Iurani Blanco auf Platz zwei feierten die US-Amerikanerinnen einen Doppelsieg, als Dritte fuhr zeitgleich Malou Eisen (VolkerWessels) ein. Rang fünf konnte sich als beste Deutsche Lisa Klein (Rembe - Rad-net/+0:32) vor den beiden Canyon - SRAM Profis Maike van der Duin und Ciara Consonni (beide +1:03) sichern. Die Trikots der Sprint- und Nachwuchswertung gingen mit Urzula Sipko und Sofia Ungerova jeweils an Fahrerinnen aus dem Team MAT Atom Wroclaw. Das Bergtrikot konnte sich Corinna Lechner von den Wheel – Divas überstreifen lassen.
Für Raaijmakers war es erst der zweite Sieg in ihrer sechsjährigen Profikarriere. “Unsere Taktik war schon im Vorfeld, auf den Zielrunden mit Attacken das Feld zu zerpflücken und dann nur noch mit einer kleinen Gruppe ins Finale zu gehen. Wir hatten zwei Leute in der Gruppe, eine für den Sprint und eine für die ganz späte Attacke. Als das Spiel dann begann, konnte ich aus letzter Position weit ausholen, an Geschwindigkeit aufnehmen und den Sprint gewinnen“, verriet die Niederländerin RSN nach der Siegerehrung. Auch mit der Hitze sei sie sehr gut klar gekommen, meinte die 27-Jährige noch abschließend, bevor sie eilig ihren Flieger erreichen musste.
Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad hatte die Sonne pünktlich zum Start ein Einsehen mit den Fahrerinnen und verschwand kurzzeitig. Das Peloton mit 16 Teams aus 13 Nationen setzte sich zunächst auf eine neun Kilometer lange Neutralisation in Bewegung, bei der auch der Scharfrichter der Zielrunde, die Bergwertung am Ferberturm, ein erstes Mal beäugt werden konnte.
Erste Panne dann direkt vor dem scharfen Start, als das Feld urplötzlich gestoppt werden musste. Grund für diese unfreiwillige Verzögerung war ein Ausfall des Tourfunks - Kommunikation für die kommenden 20 Minuten Fehlanzeige! So kam es zu einem “Kaltstart”, als Rennleiter Karl Ammon die Flagge für den scharfen Start senkte. Am “Hanka Berg”, benannt nach der Siegerin der Thüringen-Rundfahrt des Jahres 1999, Hanka Kupfernagel, sammelte Lechner vor Barbora Nemcová (Dukla Women Cycling) und Eisen die ersten Bergpunkte.
Nachdem sich Lokalmatadorin Lena Reißner (LKT) die erste Sprintwertung gesichert hatte, begann die Quälerei. Fünfmal in kurzer Abfolge musste der Ferberturm erklommen werden, mit 1,6 Kilometer Länge und maximaler Steigung von 12 Prozent ein richtiger Kanten. VolkerWessels ging in die Offensive und schickte die Tour-Etappenzweite des Vorjahres, Maud Rijnbeek vorne raus. Schon nach der zweiten Passage hatte sie eine Lücke von 45 Sekunden herausgefahren.
Doch die Niederländerin konnte ihr Tempo nicht halten und wurde an der Kuppe der dritten Auffahrt von einer zehnköpfigen Verfolgungsgruppe gestellt. Das Feld war zu diesem Zeitpunkt schon komplett zerrissen. Nach der vorletzten Auffahrt konnte sich dann eine Fünfergruppe mit einem zwischenzeitlichen Vorsprung von 40 Sekunden lösen, in der auch Klein saß.
Das unmittelbare Finale war eingeläutet und das Quintett begann ein letztmaliges Klettern mit einem Vorsprung von 30 Sekunden auf eine Sechsergruppe, in der sich auch noch Top-Favoritin Chiara Consonni (Canyon - SRAM) befand. Eine Verfolgung, die jedoch erfolglos bleiben sollte. Zu viert bog man auf die Zielgerade - Klein war inzwischen abgefallen - und auf den letzten Metern spielte Human Powered Health mit einem harten Antritt von Raaijmakers seine Überlegenheit aus.
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