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21.06.2026 | (rsn) – In einem spannenden Finale hat sich Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) mit dem Gewinn der Schlussetappe auf beeindruckende Weise auch die Gesamtwertung der Belgien-Rundfahrt (2.Pro) gesichert. Während des Rennens gab es mehrere Wechsel an der Spitze der virtuellen Gesamtwertung. Zusätzlich sorgten viele Attacken für eine unterhaltsame letzte Rennstunde. Max Kanter (XDS – Astana) wurde hinter Jenno Berckmoes (Lotto – Intermarché) zum zweiten Mal in dieser Woche Dritter.
Zum ersten Mal in seiner Karriere konnte Philipsen ein Etappenrennen für sich entscheiden. “Es ist natürlich schön, erstmals eine Gesamtwertung zu gewinnen. Und dann auch noch in meinem Heimatland“, sagte der Belgier überglücklich im Flash-Interview. “Es ist immer gut, Rennen zu gewinnen. Das motiviert das Team und gibt auch mir Selbstvertrauen.“
Dabei verlangte ihm der technisch anspruchsvolle Kurs mit einigen kurzen, steilen Anstiegen und Kopfsteinpflasterabschnitten alles ab. “Es ist schon lange her, dass ich auf dem Rad so tief gehen musste. Es war ein harter Kurs, der mich komplett aus der Puste gebracht hat“, sagte ein erschöpfter Philipsen.
“Ich wusste, dass ich im Goldenen Kilometer Zeit gutmachen musste“, erklärte Philipsen seine Strategie. “Danach hatte ich einige Probleme und wurde fast abgehängt. Aber ich musste diese Sprints fahren. Am Ende musste ich noch einmal enorm tief gehen, um das alles so zu schaffen.“
Mit Blick auf die Tour de France sieht sich der Sprinter gut vorbereitet. “Ich bin sehr glücklich. Die Form wurde während der Woche immer besser. Zum Start der Tour werde ich dann bei 100 Prozent sein“, zeigte er sich zuversichtlich. Zuvor wird der Belgier jedoch am kommenden Wochenende bei den nationalen Meisterschaften starten. Seiner jetzigen Form nach zu urteilen, dürfte er bereits dort zu den Top-Favoriten zählen.
Die Gesamtwertung gewann der 28-Jährige am Ende mit einem Vorsprung von fünf Sekunden auf Berckmoes. Der bisherige Gesamtführende Alex Aranburu (Cofidis) wurde am letzten Tag noch auf den dritten Gesamtrang verdrängt. Sein Rückstand beträgt neun Sekunden. Philipsen holte sich außerdem die Punktewertung. Für Tim Merlier (Soudal – Quick-Step), den bisherigen Punktebesten, war die Etappe zu schwer. Devo-Fahrer Hector Alvarez (Lidl – Trek) gewann das Weiße Trikot des besten Nachwuchsathleten.
Fünf verschiedene Tagessieger auf fünf Etappen versprechen für die Sprintankünfte der Tour de France viel Spannung im Kampf um Tagessiege und das Grüne Trikot. Philipsen bewies, dass er vor allem auf etwas anspruchsvollerem Terrain einer der Favoriten sein kann. Bereits auf der Königsetappe am Freitag, die vor allem auf Puncheure zugeschnitten war, war er als Sechster zeitgleich mit dem Tagessieger Aranburu. Merlier zeigte dagegen erneut, dass er der vielleicht beste Flachsprinter der Welt ist. Aber auch Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM) scheint rechtzeitig zur Tour de France seine Bestform zu erreichen. Mit Rang fünf deutete er heute an, dass er auch auf anspruchsvollerem Terrain mithalten kann.
Die Ausreißergruppe wurde die meiste Zeit von Alpecin – Premier Tech für Philipsen kontrolliert, der bereits am Golden Kilometer rund 20 Kilometer vor dem Ziel Zeit gutmachen wollte. Zwar hatte das Hauptfeld die Gruppe des Tages rechtzeitig eingeholt, doch Olivier Godfroid (Baloise Verzekeringen – Het Poetsbureau Lions) attackierte und schnappte Philipsen beim ersten Sprint die vollen drei Bonussekunden weg. Auch beim zweiten Sprint konnte Philipsen nur zwei Sekunden gewinnen, während Berckmoes drei holte. Für ein paar Sekunden führte Philipsen die virtuelle Gesamtwertung an.
Doch Aranburu nutzte am letzten Bonussprint seine Chance, denn seine beiden deutlich sprintstärkeren Kontrahenten hatte sich bereits verausgabt. Aranburu gewann die drei Sekunden und lag nun virtuell wieder eine Sekunde vor Philipsen. Auf den folgenden kurzen Anstiegen gab es mehrere Attacken, und Philipsen fiel kurzzeitig zurück. Im Hauptfeld fehlte zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle. Plötzlich schien die Gesamtwertung für deutlich mehr Fahrer möglich zu sein.
Das Streckenprofil der 5. Etappe der Baloise Belgium Tour | Foto: Veranstalter
Dann übernahm Decathlon – CMA CGM die Kontrolle für seinen Sprinter Kooij. Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) war der letzte Ausreißer, der erst 500 Meter vor dem Ziel gestellt wurde. Der Norweger hätte mit einem Solosieg ebenfalls noch Chancen auf die Gesamtwertung gehabt. Philipsen musste sich am Ende selbst positionieren. Trotzdem hatte er noch die nötige Energie und gewann den Sprint am Ende souverän vor Berckmoes und Kanter.
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