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21.06.2026 | (rsn) - Auch am letzten von fünf Tagen bei der Tour de Suisse hat Tadej Pogcar (UAE – Emirates – XRG) kein Anzeichen von Schwäche gezeigt und mit seinem dritten Etappensieg Platz eins in der Gesamtwertung zementiert. Bei der Bergankunft in Villars-sur-Ollon verwies der Slowene Lenny Martinez (Bahrain Victorious), der zur Gruppe des Tages gehört hatte, nach 151 Kilometern um sieben Sekunden auf Platz zwei.
Wie man es im modernen Radsport mittlerweile gewohnt ist, zeigte Pogacar keine Gnade, als er den verzweifelt kämpfenden Martinez nur 800 Meter vor dem Ziel ein- und überholte. “Es war ein superharter Tag und ein schwerer Kurs. Das Team hat einen tollen Job gemacht, es wurde aber bei jeder Runde härter. Am Ende war es ein All-Out-Effort“, sagte der Tages- und Gesamtsieger, während er die Beine auf der Rolle drehen ließ. Die Etappe sei mit der Hitze und den vielen Höhenmetern ein guter Test für die Tour de France gewesen.
Martinez machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. “Ich denke, wenn ich vielleicht noch zehn bis 15 Sekunden mehr gehabt hätte, dann hätte es vielleicht gereicht. Aber wir waren den ganzen Tag in der Fluchtgruppe, das war nicht einfach“, resümierte der Franzose das Finale. Mit seiner Leistung am Schlussanstieg zeigte er sich zufrieden. Auch gegen Pogacar hegte er keinen Groll: “So ist der Radsport. Ich kann ja nicht verlangen, dass er mich gewinnen lässt.“
Die Podestplätze hinter Pogacar blieben unverändert, wobei der Ecuadorianer Richard Carapaz (EF Education – EasyPost, +6:32) und der Tscheche Mathias Vacek (Lidl – Trek, +6:53) noch einmal Zeit einbüßten. Auf den vierten Platz verbesserte sich Tobias Foss (Netcompany – Ineos, +7:34) aus Norwegen – auch weil Lidl-Trek-Profi Andrea Bagioli schon am zweitletzten Anstieg zurückgefallen war. Platz fünf in der Endabrechnung belegt Ilan Van Wilder (Soudal – Quick Step, +7:51) aus Belgien.
Pogacar nahm auch das Trikot des Punktbesten mit nach Slowenien. Die Bergwertung sicherte sich der Belgier Louis Vervaeke (Soudal – Quick Step), der es erneut in die Fluchtgruppe geschafft hatte. Bester Jungprofi blieb Vacek. In der Teamwertung war gegen die übermächtige UAE-Equipe kein Kraut gewachsen.
Aus Sicht der deutschsprachigen Fahrer blieb es bei einer ungewohnt erfolglosen Tour de Suisse, die erstmals in ihrer Geschichte nur fünf Tage dauerte. Im Gesamtklassement beendete der Österreicher Felix Großschartner die Rundfahrt als 16., wobei er Arbeit für Pogacar leisten musste. Marc Hirschi (Tudor) war zwei Ränge dahinter bester Schweizer. Maximilian Schachmann (Soudal – Quick Step) wurde als bester Deutscher 49.. Hirschis Landsmann Mauro Schmid (Jayco – AlUla) hatte die Schussetappe auf Platz 15 beendet.
In der ersten Auffahrt zum Col de la Croix bildete sich eine 14-köpfige Gruppe, zu der unter anderem Bauke Mollema (Lidl – Trek), Nairo Quintana (Movistar), Mauro Schmid (Jayco – AlUla), Finn Fisher-Black (Red Bull -Bora – hansgrohe), Lenny Martinez und Giro-Entdeckung Afonso Eulalio (beide Bahrain Victorious) gehörten. UAE sorgte allerdings dafür, dass der Vorsprung der Ausreißer nie besonders groß wurde.
Nachdem Louis Vervaeke (Soudal – Quick Step) aus der Kopfgruppe heraus die ersten beiden Bergpreise gewonnen hatte, stand der Belgier als Sieger dieser Sonderwertung fest. Als es zum dritten Mal den Col de la Croix hinaufging, erreichte der Abstand zwischen den Ausreißern und dem Feld mit 2:35 Minuten den Höchststand. In dieser Phase fielen die ersten Ausreißer zurück – unter anderem Eulalio. Bei der zweiten Zielpassage hatte die Gruppe noch 2:15 Minuten Vorsprung aufs Feld.
Das Streckenprofil der 5. Etappe der Tour de Suisse | Foto: Veranstalter
Fünf Kilometer vor der Passhöhe musste Andrea Bagioli (Lidl – Trek) die Gruppe der Favoriten ziehen lassen. Decathlon - CMA CGM hatte das Tempo erhöht, um Matthew Riccitellos Konkurrenten in der Gesamtwertung unter Druck zu setzen. Mit 1:50 Minuten Vorsprung gingen die Ausreißer in den finalen, 11 Kilometer langen Anstieg nach Villars-sur-Ollon.
10.000 Meter vor dem Ziel übernahm wieder UAE in Person von Tim Wellens die Nachführarbeit im Peloton. Kurz darauf lancierte Pogacar seinen Angriff, dem nur Carapaz für kurze Zeit standhielt, dann aber schnell anfing, sich selbst zu zügeln und ein für ihn machbares Tempo zu fahren.
Pogacar sammelte einen Ausreißer nach dem anderen ein. Als letzten erreichte der Slowene Martinez, der mit einer Verzweiflungsattacke seine restlichen Begleiter abgeschüttelt hatte. Der Franzose hatte wohl seinen Sieg der Abschlussetappe des Critérium du Dauphiné im Hinterkopf, wo er Pogacar als Ausreißer auf Distanz hatte halten können. Diesmal fehlten ihm 800 Meter. Anschließend fuhr der Slowene noch sechs Sekunden Vorsprung heraus, obwohl er sich Zeit nahm, die Hände der Fans abzuklatschen. Martinez hingegen fuhr in Schlangenlinien über den Zielstrich.
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