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22.06.2026 | (rsn) – Zwei Etappensiege in Masuren, ein Podestplatz und eine Top-5-Platzierung im Gesamtklassement sowie eine kämpferische Vorstellung in den Pyrenäen: Die Kontinental-Teams setzten in der vergangenen Woche gleich auf mehreren Schauplätzen Akzente. Bei der Tour Szlakiem Mazurskich Twierdz (2.2) in Polen feierte Fabian Steininger für Schwingshandl - Intralogistics einen Doppel-Etappensieg, während sich Felix Groß für Standert Brandenburg unter die besten Fünf fuhr. Bike Aid wiederum trotzte bei der Route d'Occitanie (2.1) der südfranzösischen Hitze.
Die größte Geschichte schrieb Fabian Steininger – und sie hatte historische Dimension: Für das erst in diesem Jahr gegründete Schwingshandl - Intralogistics waren die beiden Tageserfolge die ersten UCI-Siege der Teamgeschichte überhaupt. Dabei hatte Steininger auf der 1. Etappe noch 1:50 Minuten auf die Spitzengruppe verloren, ehe er den Spieß umdrehte und beide folgenden Etappen jeweils vor dem späteren Gesamtsieger Rait Ärm (Energus) und dem Gesamtzweiten Tobiasz Pawlak (ATT Investments) gewann.
Die Tour Szlakiem Mazurskich Twierdz führte in drei Etappen durch die masurische Seenplatte im Nordosten Polens. Den Auftakt bildete die 161 Kilometer lange 1. Etappe von Mragowo nach Wegorzewo, ehe die 2. Etappe über 140 Kilometer von Wegorzewo nach Wydminy und die abschließende 3. Etappe über 185 Kilometer von Elk nach Mikolajki folgten. Den Gesamtsieg sicherte sich am Ende Ärm. Für die sportlichen Glanzlichter aus Sicht von Schwingshandl - Intralogistics sorgte jedoch Fabian Steininger.
Dabei begann die Rundfahrt für den Schlussspurter mit einem Rückschlag. Auf der 1. Etappe verpasste Steininger den Sprung in die 14-köpfige Spitzengruppe, die das Rennen unter sich ausmachte, und überquerte die Ziellinie mit 1:50 Minuten Rückstand auf Rang 15. Besser machte es sein Teamkollege Vincent John, der als Vierter in der vordersten Gruppe mitmischte. Bereits am zweiten Tag schlug Steininger jedoch zurück: Aus einer siebenköpfigen Spitzengruppe heraus setzte er sich im Sprint durch und verwies Pawlak sowie Ärm auf die Plätze. Auf der 3. Etappe ließ er bei einer Ankunft im größeren Feld den zweiten Streich folgen und gewann erneut vor Ärm und Pawlak. David Preyler komplettierte das starke Tagesergebnis der Mannschaft als Zehnter.
Dass der doppelte Etappensieger in der Gesamtwertung dennoch nicht ganz vorne landete, lag am verlorenen Auftakttag: Steininger beendete die Rundfahrt mit 1:59 Minuten Rückstand auf Rang 14. Bester Schwingshandl-Fahrer im Gesamtklassement war John, der mit 26 Sekunden Rückstand auf den zwölften Rang fuhr.
Auch das deutsche Team Standert Brandenburg mischte bei der Rundfahrt in Masuren vorne mit. Herausragender Mann war Felix Groß, der sich über die gesamte Rundfahrt konstant in der Spitze hielt. Auf der 1. Etappe sprintete er in der 14-köpfigen Führungsgruppe auf Rang drei und sicherte sich dabei Bonussekunden, auf der abschließenden 3. Etappe reihte er sich als Fünfter ein. Auf der mittleren Etappe war zudem Jonathan Schipkowski als Siebter Teil jener siebenköpfigen Spitzengruppe, aus der heraus Steininger den Tagessieg holte; Franz Groß - der Bruder von Felix - folgte dort auf Rang elf.
In der Endabrechnung zahlte sich die Konstanz von Felix Groß aus: Mit 17 Sekunden Rückstand auf Gesamtsieger Ärm belegte er den fünften Gesamtrang – das beste Ergebnis der Mannschaft bei der Rundfahrt.
Während in Polen gesprintet wurde, war Bike Aid beim Härtetest in den Bergen gefordert. Vom 18. bis 20. Juni bestritt das Team aus dem Saarland die Route d'Occitanie (2.1), die mit der abschließenden Königsetappe über große Pyrenäenpässe nach Loudenvielle ihren Höhepunkt fand. Den Gesamtsieg holte sich dort Davide Piganzoli (Visma - Lease a Bike). Für Bike Aid war es bereits die siebte Teilnahme an dem traditionsreichen französischen Etappenrennen, das die Mannschaft erneut mit einem jungen Aufgebot rund um die afrikanischen Talente Nahom Efriem, Even Yemane und Yoel Habteab bestritt.
Auf der Königsetappe machte das Team mit offensiver Fahrweise auf sich aufmerksam. Efriem und Victor Vidal fuhren in der Spitzengruppe des Tages, am Ende wurde Vidal für seinen unermüdlichen Auftritt als kämpferischster Fahrer der Etappe ausgezeichnet. Das beste Resultat aus Sicht von Bike Aid steuerte Oliver Mattheis bei: Er hielt auf den entscheidenden Anstiegen lange mit den Besten mit und erreichte in Loudenvielle mit 2:58 Minuten Rückstand einen starken 14. Platz, was in der Gesamtwertung Rang 36 bedeutete. Auf den flacheren Etappen zuvor hatten sich Even Yemane (18.) und Yoel Habteab (22.) im Finale in Szene gesetzt.
"Erneut hat Bike Aid damit bewiesen, dass das Team auch auf diesem Niveau konkurrenzfähig ist und seine Einladungen zu den großen französischen Rennen rechtfertigt", hieß es in einer Mitteilung des Teams, das die Arbeit des gesamten Betreuerstabs um die Sportlichen Leiter Anton Wiersma und Léo Bouvier ausdrücklich hervorhob. Zum Durchatmen bleibt indes keine Zeit: Bereits in den kommenden Tagen stehen die nationalen Meisterschaften an, ehe es für die Mannschaft direkt weiter zur Sibiu Tour (2.1) nach Rumänien geht.