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26.06.2026 | (rsn) – Bei seiner erfolgreichen Titelverteidigung im U-23-Zeitfahren musste sich auch Bruno Keßler (Tudor U23) mit den extrem heißen Bedingungen im Thüringer Wald anfreunden. Auf dem Zeitfahrrad war die Flüssigkeitsversorgung jedoch schwierig. Während der 41 Kilometer blieb kaum Zeit für die Verpflegung. Am Ende überzeugte er mit einer perfekten Pacingstrategie.
“Das war auf jeden Fall das härteste Zeitfahren meiner Karriere“, meinte der Leipziger auf der Pressekonferenz. “Gerade die Hitze war heute brutal. Sie hat uns allen sehr zu schaffen gemacht. Schon beim Warm-Up habe ich gemerkt, wie heiß es auf dem Rad wird.“
Bei den extremen Bedingungen wurden Verpflegung und Kühlung noch wichtiger. “Wir hatten nur einen Verpflegungspunkt geplant. Der war bei Kilometer 16“, erzählte Keßler. “Da hat mir mein Vater eine Flasche gereicht, die ich mir über den Kopf kippen konnte.“
Beim längsten Zeitfahren seit dem vor zehn Jahren an gleicher Stelle musste Keßler die Flüssigkeitsaufnahme fast komplett vernachlässigen. “Ich habe insgesamt nur einen Schluck getrunken. Meine Flasche am Rad habe ich danach direkt weggeworfen“, sagte er. “Ich hatte keine Zeit zum Trinken, weil man sich auf dieser Strecke nie erholen konnte. Man durfte zu keinem Zeitpunkt vom Gas gehen.“
Auch das gehörte zum Plan des 20-Jährigen. Bei den Zwischenzeiten an Kilometer 13 und 28 lag er jeweils innerhalb einer Sekunde hinter Paul Fietzke (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies). Erst in Richtung Ziel wurde Keßler deutlich schneller. “Mein Trainer hat mir gesagt, ich soll es am Anfang etwas entspannter angehen lassen. Meinen Pacingplan konnte ich fast perfekt einhalten, sodass ich am Ende noch einmal richtig aufdrehen konnte“, erzählte er.
Zwischendurch hatte er jedoch Probleme. “Ab der Hälfte habe ich mich nicht mehr ganz so gut gefühlt. Da dachte ich, dass es heute schwer werden könnte“, blickte der jetzt zweimalige deutsche U-23-Zeitfahrmeister zurück. “Bei Kilometer 26 gab es noch einen Verpflegungsposten von Lotto - Kern-Haus, wo ich noch eine Flasche bekam. Dort konnte ich mich noch mal gut abkühlen."
Die unerwartete Flasche kam für Keßler zur rechten Zeit. “So war ich gut vorbereitet für den letzten Anstieg“, erzählte er. “Die letzten sechs Kilometer konnte ich noch mal richtig Gas geben. Da lief es wirklich gut.“ Das Zwischentief zeigte eine kleine Schwäche des Leipzigers, wie er selbst zugab. “Die Hitze ist für mich immer noch etwas schwer.“
In Verbindung mit der schweren Strecke verhindert das einen Start bei der Straßenmeisterschaft am Sonntag. “Das sind über 4000 Höhenmeter. Dafür bin ich nicht der Fahrertyp“, urteilte Keßler. “Da könnte ich nur ein paar Runden helfen.“ Tudor bildet am Sonntag auch ohne Keßler mit Lennart Jasch, Florian Stork und Hannes Wilksch ein starkes Team.
Der neue und alte U-23-Zeitfahrmeister hat ein anderes Ziel. “Ich konzentriere mich jetzt auf die U-23-Europameisterschaften auf der Bahn“, kündigte Keßler an. “Die finden in zwei Wochen in Cottbus statt.“ Ab Sonntag beginnt Keßler dort bereits mit der Vorbereitung.