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26.06.2026 | (rsn) – Mit dem ersten nationalen Meistertitel im Zeitfahren hat Franziska Koch (FDJ United – Suez) nach dem Sieg bei Paris-Roubaix (1.WWT) ein weiteres großes Ziel erreicht. Die 25-Jährige hatte sich zuvor intensiv auf den Kampf gegen die Uhr vorbereitet, wobei ihr die Strecke vielleicht noch besser lag als das Straßenrennen in Bad Liebenstein, das am Samstag ausgetragen wird.
“Alleine hätte ich die Vorbereitung so nicht geschafft. Meine Eltern haben mir sehr geholfen“, erzählte Koch, die direkt im Anschluss an die Tour de Suisse Women (2.WWT) am Montag direkt nach Thüringen gereist war. “Wir sind extra früher angereist, um die Strecke mehrmals anzuschauen.“ ___STEADY_PAYWALL___
Diese Vorbereitung zahlte sich am Freitag in Streufdorf aus. Schon bei der ersten Zwischenzeit nach Kilometer 13 lag Koch fast 20 Sekunden vor Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM). Diese Information hatte sie aber nicht, da sie vor der Vorjahressiegerin gestartet war.
Titelverteidigerin Antonia Niedermaier musste sich in Streufdorf mit Rang zwei begnügen, war angesichts der Umstände aber mit dem Ergebnis zufrieden. | Foto: Cor Vos
“Die Zwischenzeiten interessieren mich da nicht. Es geht um die eigene Leistung“, erklärte die neue Zeitfahrmeisterin, die bereits bei der Tour de Suisse im Zeitfahren mit Platz vier geglänzt hatte. “Auch wenn ich gewusst hätte, dass ich hinter Antonia liege, hätte das nichts geändert. Ich gebe sowieso mein Bestes. Es kommt darauf an, die richtige Linie zu fahren und das richtige Tempo zu halten", fügte die 25-Jährige an.
Die geschlagene Titelverteidigerin war auch mit dem zweiten Platz zufrieden. “Ich wusste, dass die Strecke nicht ideal für mich ist“, gab Niedermaier zu. “Es war ein richtiger Drücker-Kurs. Ich habe trotzdem das Beste daraus gemacht und alles gegeben." Die Strecke von Streufdorf war wellig und damit nicht nicht allzu schwer – die Rosenheimerin ist als Kletterspezialistin eher für härtere Zeitfahren zu haben.
Franziska Koch (hier auf dem Podium nach ihrem ersten DM-Sieg 2024) peilt in Bad Liebenstein den dritten Titelgewinn in Serie an. Liane Lippert (li.) und Antonia Niedermaier (re.) sind wohl wieder ihre größten Gegnerinnen | Foto: Cor Vos
Wie viele andere hatte sie mit den extremen Bedingungen zu kämpfen. “Die Hitze war nicht wirklich zuträglich für mich. Da bin ich wohl doch noch zu sehr Wintersportlerin“, lachte die ehemalige Skibergsteigerin. Im Straßenrennen zählt Niedermaier auf dem schwereren Kurs im Thüringer Wald am Samstag wieder zu den Top-Favoritinnen. Auf die Frage, wer da gewinnt, waren sich Koch und Niedermaier schon mal einig. “Die Stärkste!“, antworteten beide kurz und knapp.
Möglicherweise tauschen Koch und die Giro-Zweite Niedermaier die Positionen auf dem Podium: Doch auch die anderen Favoritinnen wie Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek) oder die dreimalige Deutsche Meisterin Liane Lippert (Movistar) lauern auf ihre Chance.