--> -->

04.07.2026 | (rsn) – Für den spanischen Kapitän der deutschen Mannschaft Lidl – Trek, Juan Ayuso, verlief die Vorbereitung auf seine zweite Tour de France nicht ideal. Am Ende der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT), der am 14. Juni als Dritter beendete, wurde er krank. “Es lief nicht so gut wie erhofft, aber angesichts der Umstände bin ich in guter Verfassung“, versicherte er auf einer Pressekonferenz.
Es war nicht das erste Mal, der der 23-Jährige diese Saison mit einer Krankheit kämpfte. “Nach der Baskenland-Rundfahrt hatte ich gesundheitliche Probleme, wodurch ich lange keine Rennen fahren konnte“, erinnerte er sich. Zwei Monate hatte er keine Nummer auf dem Rücken, daraufhin ging es direkt zur Tourvorbereitung nach Frankreich. “Dann wurde ich auch noch während der Dauphiné (seit diesem Jahr Tour Auvergne-Rhone-Alpes, d.Red.) krank.“
“Ich habe es schon am Samstagabend gespürt“, sagte Ayuso mit Blick auf die 7. Etappe zum Grand Colombier, die er nach einer zu früh gerittenen Attacke auf Platz zwei beendete. “Sonntagmorgen hatte ich Kopfschmerzen. Ich bin froh, dass ich trotzdem noch eine einigermaßen gute Etappe fahren konnte“, so der Spanier, der am Plateau de Solaison erneut nur von Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) geschlagen wurde. “Danach musste ich drei oder vier Tage mit dem Training aussetzen. Das hätte ich sowieso getan, denn die Tage waren als Ruhephase geplant.“
Zwischen dem Ende der Tour Auvergne-Rhone-Alpes bis zum Beginn der Grande Boucle hatte Ayuso drei Wochen Zeit. “Die Genesung war schwierig, aber seit zwei Wochen geht es mir wieder gut. Ich bin froh, in dieser Form hier zu sein. Ich nehme es, wie es kommt. Ich denke, ich habe unter den Umständen das Beste daraus gemacht“, erklärte er. “Wenn ich mir einen Zeitpunkt hätte aussuchen müssen, um krank zu werden, dann wäre es dieser gewesen. Ich bleibe optimistisch“, fügte er an.
Wie sehr ihn die Krankheit letztendlich in der Vorbereitung behindert hat, vermochte er nicht zu sagen. Stattdessen setzte er seine Hoffnung auf die Schlusswoche. “Ich kann mich während des Rennens noch verbessern. Die schwersten Etappen kommen am Ende. Die erste Woche muss ich vor allem überstehen. Die Alpen werden letztendlich entscheidend sein. Hoffentlich bin ich bis dahin in guter Form“, blickte er voraus.
Interessante Einblicke in seine Psyche gab Ayuso indes in einer Pressemitteilung seines Arbeitgebers. “Ich bin aufgewachsen und wurde schon ‘der nächste große Star‘ genannt“, erzählte er. In seinem ersten U23-Jahr gewann er beim Baby Giro nicht nur drei Etappen, sondern auch die Gesamtwertung – mit 2:55 Minuten Vorsprung auf den drei Jahre älteren Tobias Johannessen (damals Uno-X Dare Development). Drei Tage danach wurde er von UAE – Emirates – XRG für die WorldTour unter Vertrag genommen.
15 Monate später wurde er im Altern von 19 Jahren am Ende einer starken Saison Dritter der Vuelta a Espana – seiner ersten Grand Tour. “Wenn man jung ist, fängt man irgendwann an, das zu glauben. Das führt dazu, dass das gesamte Glücksempfinden an Ergebnisse gekoppelt wird. Aber die Realität ist: Man verliert mehr, als man gewinnt“, philosophierte Ayuso. Der hat inzwischen in seiner Karriere auch einige Niederlagen einstecken müssen und will sich jetzt bei seinem neuen Team für die schlechte Tour des Vorjahres – in der er trotzdem eine Etappe gewann – revanchieren.