Die Stimmen zur 3. Etappe der Tour de France

Pidcock: “Es war so verdammt heiß, ich war gekocht“

Von Paul Grosch und Felix Mattis

Foto zu dem Text "Pidcock: “Es war so verdammt heiß, ich war gekocht“"
Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5) musste unter der Hitze ordentlich leiden | Foto: Cor Vos

06.07.2026  |  (rsn) – Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) hat bei der ersten Ankunft der Tour de France auf französischem Boden seinen Anspruch auf einen fünften Gesamtsieg untermauert. Der Slowene gewann die erste Bergankunft in den Pyrenäen in Les Angles. Sein großer Rivale Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) konnte - wie die restliche Konkurrenz - der Attacke wenige Hundert Meter vor dem Ziel nicht folgen, verlor als Etappenzweiter zwei Sekunden und das Gelbe Trikot an Pogacar.

Nach drei schweren Etappen zum Auftakt der Frankreich-Rundfahrt sind die beiden Topfavoriten zeitgleich, Pogacar übernahm das Maillot June durch die Addition der bisherigen Etappenplatzierungen. Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) konnte dem Tempo des UAE-Duos um Pogacar und Isaac Del Toro rund 600 Meter vor dem Ziel nicht mehr folgen und kam mit vier Sekunden Rückstand als Vierter ins Ziel.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 3. Etappe der Tour de France:

Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG / Etappensieger und Gelbes Trikot / Flash-Interview): "Ich bin nicht so hungrig – ich esse alle 30 Minuten ein Gel, der Hunger ist nicht so arg. (lacht) Nein, es ist so: Wenn wir gewinnen können, wie heute, und sich das Team gut fühlt, dann müssen wir die Möglichkeit suchen. Also haben wir es versucht und gewonnen. Das Gelbe Trikot zu übernehmen ist der Traum jedes Fahrers, jeden Alters. Für mich ist es jetzt das ich weiß nicht wievielte Mal. Aber jedes Mal, wenn ich es überstreifen kann, fühlt es sich besonders an. Ich weiß nicht, wie lange es jetzt bei mir bleibt, aber ich werde wieder jeden Moment genießen."

Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe / Siebter / ARD): "Es war ein super harter Tag. Der Start war schon superschnell. Ich habe auch ein bisschen mit der Hitze zu kämpfen gehabt. Aber das Team hat einen super Job gemacht mich mit Eis und Wasser zu kühlen. Dann hieß es hier am letzten Anstieg, so lange wie möglich dranzubleiben. Ich bin ganz happy mit heute und ganz zuversichtlich. Aber ich freue mich, dass es für zwei Tage ein bisschen flacher wird und dann geht es hoch zum Tourmalet. Es war ein richtig harter Start bei der Tour."

Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG / Etappen-9. und Weißes Trikot / Mixed Zone): "Es war superschön, Pogacar siegen zu sehen. Das bedeutet, dass er das Gelbe Trikot geholt hat und ich bin superhappy, geholfen zu haben. Das Finale war tricky – es war steil, dann wieder flacher, nicht einfach zu managen. Und mit einem Kerl wie ihm muss ich aufpassen, dass ich schnell genug fahre. Also muss ich aufmerksam sein. Ich bin jetzt einfach froh über den Sieg und das Gelbe Trikot für Tadej – und auch stolz zu diesen Jungs zu gehören, denn ich bin nur immer besorgt, dass ich auch auf dem Level des restlichen Teams bin. Unser Stil ist, dass wir beide mit dem Flow schwimmen und immer versuchen, das Momentum am Laufen zu halten. Das funktioniert jetzt. Es ist nicht einfach, aber ich bin superhappy über diese Dynamik mit ihm und wirklich superstolz, dass ich in der Lage bin, ihm helfen zu können."

Adam Yates (UAE – Emirates – XRG / Etappen-23. / Eurosport): "Ehrlich gesagt war der Plan nicht wirklich, die Etappe zu kontrollieren. Aber die Gruppe war superstark mit vielen gefährlichen Jungs. Also dachten wir es wäre besser, es doch zu tun, anstatt die Kontrolle zu verlieren. Also haben wir übernommen und die Jungs haben es zu Ende gebracht – ein weiterer guter Tag! Alle haben dann wieder einen tollen Job gemacht, beginnend mit Florian (Vermeersch), dann Nils (Politt), Tim (Wellens) und Felix (Großschartner). Sie haben alle verrückte Führungen gefahren, um die Ausreißer zurückzuholen. Und so sind wir dann auf die letzten Kilometer gekommen und natürlich versucht man dann auch zu gewinnen."

Ralph Denk (Red Bull – Bora – hansgrohe / Teamchef / ARD): "Es war ein sehr harter Tag, aber auch ein guter Tag für uns. Tadej gewinnt in überragender Form. Das hat die ganze UAE-Mannschaft auch sehr gut vorbereitet. Aber Florian und auch Remco waren in Schlagdistanz. Das ist ein gutes Ergebnis für uns heute. Die Etappe war nicht im Hochgebirge, sondern eher eine Mittelgebirgsetappe. Aber es war sehr, sehr heiß heute und es den ganzen Tag über ein richtiges Ekeltempo im Feld. Ich bin froh, dass beide die Etappe so gut beendet haben. Bei dem einen oder anderen hat man die ersten zwei Tage gesehen, dass das Mannschaftszeitfahren und die harte Etappe gestern Spuren hinterlassen haben. Das war ein sehr, sehr sportlicher Auftakt. Wenn man sich zurückerinnert, die Tour de France hat auch schon mal mit ein paar Sprintetappen angefangen."

Nils Politt (UAE – Emirates – XRG / Helfer / ARD): "Es war sehr schwer nach dem Defekt zurückzukommen. Das war echt im schlechtesten Moment. Aber gut, sowas passiert halt auch. Ich habe dann die Jungs noch einmal mit Wasser versorgt und dann waren die Beine leer. Ich glaube, wir haben einen neuen Fanclub aus Mexiko. Es ist sehr schön zu sehen, dass so viele Fans aus Mexiko hier sind und Isaac anfeuern."

Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5 / Etappen-16. / Eurosport): "Die Story heute ist eher, wie verdammt heiß es den ganzen Tag war. Ich weiß nicht, ob ich schon mal so ein hartes Rennen in solcher Hitze bestritten habe – es war verrückt! Ich glaube in Summe wird das Peloton heute ungefähr 10.000 Trinkflaschen verbraucht haben. Ja, ich weiß nicht – ich hatte im Finale einfach nichts mehr übrig, war gekocht. Das war ein Tag. UAE hatte offensichtlich von gestern so viel Selbstvertrauen, dass sie das heute wieder machen konnten. Ich denke sie sind das einzige Team, das einen Tag wie heute kontrollieren könnte – und das haben sie mit Grund gemacht, und es hat geklappt."

Felix Engelhardt (Jayco – AlUla / Deutscher Meister / ARD): "Es ging eigentlich mit den Beinen nach dem Tag in der Ausreißergruppe gestern. Ich war am Anfang ein bisschen in den Sturz verwickelt. Ich war dadurch abgehängt und hatte letztendlich mit dem Ende des Rennens nichts mehr zu tun. Aber das gehört auch mit dazu. Ich bin nicht gestürzt, sondern nur kurz abgestiegen. Die Hitze macht es so hart. Von den Werten her ist es gar nicht so exorbitant hoch. Aber die Hitze ist einfach unglaublich hart. Es sind immer ein paar Grad über dem, wo man noch sagt, ab da wird es wirklich zäh. Das wird die nächsten paar Tage sicherlich noch spannend. Da werden noch einige leiden. Aber hoffentlich wird es dann Ende nächster Woche ein bisschen besser.“

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