--> -->

06.07.2026 | (rsn) – Mit Platz sieben und acht mussten Florian Lipowitz und Remco Evenepoel nach der 3. Etappe der Tour de France 2026 zufrieden sein. Und das war zumindest Teamchef Ralph Denk auch. “Ein guter Tag für uns“, urteilte er am ARD-Mikrofon. Auch Lipowitz äußerte sich dort positiv: “Ich bin ganz happy mit heute und ganz zuversichtlich.“
Einzig Evenepoel zog gegenüber Sporza zumindest ein durchwachsenes Fazit. “Ich war nicht mehr frisch. Als wir den letzten Anstieg erreichten, hatte ich das Gefühl, dass ich noch Kraft habe, aber nicht genug, um um den Sieg sprinten zu können. Das war eigentlich der Plan, wenn ich mich wirklich gut gefühlt hätte“, sagte der Belgier. Zum geplanten Sprint kam er nicht. “Dann musste ich aber einfach den anderen so gut wie möglich folgen“, gab er zu. Das klappte bis 300 Meter vor dem Ziel, dort wurde er als Sechster von Isaac Del Toros (UAE – Emirates – XRG) Arbeit abgestellt.
___STEADY_PAYWALL___Noch am Vortag war er im Schlussanstieg – neben dem heutigen Sieger Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), der in Barcelona für seinen Teamkollegen gebremst hatte – der Schnellste des Feldes. Davon war auf der ansteigenden Zielgerade der 3. Etappe nichts mehr zu sehen. “Gestern war es eine andere Art von Effort – eher ein hartes Tempo über 700 Meter. Dieses Mal war es ein voller Sprint über 300 Meter“, erklärte der Doppelolympiasieger.
“Ich fühlte mich nicht wirklich schlecht, aber mir fehlte einfach ein bisschen die Durchschlagskraft, weil ich so lange keine Rennen gefahren bin. Harte Tage wie dieser werden mich nur besser machen“, analysierte er. Während er in Barcelona - sowohl auf der 1. als auch auf der 2. Etappe - im teaminternen “Duell“ noch klar die Nase vorn hatte, drehte Lipowitz nun den Spieß um. Er musste zwar 300 Meter früher als sein Mannschaftsgefährte über Bord, fuhr dann aber trotzdem noch knapp an ihm vorbei.
“Es war ein superharter Tag. Der Start war schon superschnell. Ich habe auch ein bisschen mit der Hitze zu kämpfen gehabt. Aber das Team hat einen super Job gemacht, mich mit Eis und Wasser zu kühlen. Dann hieß es hier am letzten Anstieg so lange wie möglich dranzubleiben“, erzählte der Deutsche. Das Tempo von Del Toro war aber auch für ihn deutlich zu hoch.
Red Bull - Bora - hansgrohe bot eine geschlossene Teamleistung am ersten Tag in den Pyrenäen.
Dem, sowie der gesamten Mannschaftsleistung des Siegerteams, zollte Red-Bull-Teamchef Ralph Denk Respekt. “Das hat die ganze UAE-Mannschaft auch sehr gut vorbereitet. Aber Florian und auch Remco waren auf Schlagdistanz. Sie kommen mit vier Sekunden Rückstand rein auf den Plätzen sieben und acht. Das ist ein gutes Ergebnis für uns heute. Die Etappe ist nicht im Hochgebirge, sondern eher Mittelgebirge“, wusste er zu berichten.
Eine Qual, der sich alle aussetzen musste, wollte er auch nicht unerwähnt lassen. “Es war sehr, sehr heiß heute und es den ganzen Tag über ein richtiges Ekeltempo im Feld. Ich bin froh, dass beide die Etappe so gut beendet haben. Bei dem einen oder anderen im Feld hat man auch gesehen, dass das Mannschaftszeitfahren und die harte Etappe gestern Spuren hinterlassen haben. Das war ein sehr, sehr sportlicher Auftakt. Wenn man sich zurückerinnert, die Tour de France hat auch schon mal mit ein paar Sprintetappen angefangen. Von dem ist man in diesem Jahr weit weg“, so Denk.
Und so zog auch Evenepoel letztendlich eine zufriedenstellende Bilanz. “Es war schwer, aber die Abstände sind noch gering. Alle Kapitäne sind sichtlich in Topform. Jetzt stehen mir im Prinzip zwei etwas ruhigere Tage bevor. Ich werde versuchen, sie so entspannt wie möglich durchzustehen, damit ich für die 6. Etappe gerüstet bin“, blickte der Sieger des Amstel Gold Race (2.UWT) voraus – und Lipowitz stimmte dem zu: “Es war ein richtig harter Start bei der Tour. Ich freue mich, dass es jetzt zwei Tage ein bisschen ruhiger wird.“