Das System UAE demoralisiert die Konkurrenz

Politt: “Wir wollten heute voll in die Offensive gehen“

Von Kevin Kempf

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Nils Politt (UAE - Emirates - XRG) auf der 6. Tour-Etappe | Foto: Cor Vos

09.07.2026  |  (rsn) – Locker und gelöst trat Nils Politt nach der 6. Etappe der Tour de France 2026 ans ARD-Mikrofon. “Es macht Spaß, in dieser Mannschaft zu fahren, wir machen einfach nur unseren Job“, erzählte der Profi von UAE – Emirates - XRG.

Kapitän Tadej Pogacar hatte sich rund eine halbe Stunde zuvor seinen zweiten Tageserfolg gesichert, auch Edelhelfer Isaac Del Toro war in Barcelona schon erfolgreich, womit UAE drei der sechs Teilstücke dieser Tour abgeschossen hat. Es läuft bei der besten Mannschaft der Welt wie geplant.. 

Der “Hype“, wie Pogacar es nannte, sei schon nach der gestrigen Etappe schon im Bus aufgekommen. “Wir haben uns den Tag ein bisschen zurechtgelegt und wollten heute voll in die Offensive gehen“, erklärte Politt nun. Warten auf noch bessere Gelegenheiten war keine Option. “Wir haben uns natürlich auch die nächsten Tage angeguckt. Da steht kein Wind groß an, sonst wäre morgen ein Tag für die Windkante. Aber da steht nicht viel an und so konnten wir heute alle Kräfte auf der Straße lassen“, meinte der Deutsche Zeitfahrmeister.

Und genau das taten Pogacar & Co. Die beiden Belgier Florian Vermeersch und Tim Wellens mussten schon vor dem Col d'Aspin in den Wind. Dort folgte Politt zunächst selbst, bevor Wellens ein zweites Mal nach vorne kam und später am Tourmalet an Felix Großschartner übergab. Der Österreicher dezimierte das Favoritenfeld beträchtlich und wurde seinerseits von Brandon McNulty abgelöst. Als der US_Amerikaner fertig war, ging Adam Yates lediglich kurz in die Führung, denn Del Toro übernahm schnell und dessen Antritt konnte nur noch Pogacar selbst folgen.

Früh war klar, in welche Richtung die Etappe gehen würde. Dementsprechend hatten potenzielle Ausreißer das Signal verstanden. Sie hielten sich fast komplett zurück. "Wenn UAE beschließt, dass es heute keine Gruppe gibt, dann kann man da nichts machen", erkannte der Deutsche Meister Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) am ARD-Mikrofon. Zu stark ist Pogacars Helferriege.

Erklärungen dafür hatte Politt auch parat. “Wir verstehen uns extrem gut, haben einen guten Teamspirit im Bus und überall, wo wir zusammen sind und das bringt dann immer noch einen Extrapunkt, um so zu arbeiten“, erläuterte der 32-Jährige. 

Das System UAE

Auch bei der Transferpolitik macht UAE fast immer alles richtig. Alle Räder greifen ineinander. Und dann sind da noch die andern Fortschritte. “Früher war die Vorbereitung nicht so hart wie jetzt. Es wird auf alles geachtet, auf Ernährung, Gewicht, hundertprozentiges Training, vorher nicht mehr so viele Rennen fahren, um frisch zu Tour zu kommen. Früher war es besser“, lachte Politt.

Und so ist es für die vielen Weltklassehelfer ein Leichtes, sich komplett für ihren Superstar aufzuopfern, denn Erfolg ist quasi garantiert. Eine Niederlage musste Pogacar dieses Jahr nur bei Paris-Roubaix (1.UWT) gegen Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) einstecken. Ansonsten stehen 15 Siege an 22 Renntagen auf der Haben-Seite des Slowenen. 

“Er hat die Tour natürlich schon gewonnen. Wenn man den Tour-Champion am Hinterrad hat, gibt man alles. Aber wir machen einfach das, was wir machen können“, sagte McNulty am Eurosport-Mikrofon. Auch er wirkte locker und gelöst.

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