Die Stimmen zur 12. Etappe der Tour de France

Ackermann: “Bin gerade so durchgekommen und zittere jetzt noch“

Von Kevin Kempf

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Pascal Ackermann (Jayco - AlUla) bei der Tour de France | Foto: Cor Vos

16.07.2026  |  (rsn) – Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) hat auf der 12. Etappe der Tour de France 2026 seinen dritten Etappensieg gefeiert. Nach 181 Kilometern zwischen Magny-Cours und Chalon-sur-Saône war der Belgier schneller als der Niederländer Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM) und sein Landsmann Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech).

Ein schwerer Massensturz teilte das Feld auf den letzten 300 Metern. Fernando Gaviria (Caja Rural – Seguros RGA) ging zuerst zu Boden und riss zahlreiche andere Fahrer mit sich mit. Der Kolumbianer wurde mit etwas mehr als vier Minuten Rückstand von einem Teamkollegen über den Zielstrich geschoben.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 12. Etappe der Tour de France:

Tim Merlier (Soudal – Quick-Step /Sieger / Ziel-Interview): “Mein Sohn und meine Frau sind da und das gab mir extra Motivation. Er ist zwar noch jung, aber vielleicht wird er sich später hier mal dran erinnern. Ich wollte für sie gewinnen. Das ist etwas Besonderes für mich. Es ist nicht einfach genau an diesem Tag zu gewinnen, deswegen freue ich mich sehr.“

Olav Kooij (Decathlon – CMG CMA / Zweiter / NOS):“Es war ein bisschen chaotisch. Ich glaube, wir sind gut in die letzten beiden Kurven gefahren. Danach konnte niemand das Feld wirklich in eine lange Reihe auseinanderziehen. Am Ende hat Alpecin das Timing meiner Meinung nach ziemlich gut hinbekommen; sie kamen mit viel Schwung von der linken Seite. Da haben Cees (Bol) und ich ein paar Plätze verloren. 500 Meter vor dem Ziel habe ich dann versucht, nach vorne zu kommen. Ich wurde allerdings etwas eingeklemmt und musste warten, bis sich tatsächlich eine Lücke auftat. Das war ein wenig zu spät.“

Max Kanter (XDS - Astana / Siebter / ARD): "Der Sturz war glaube ich zwei oder drei Positionen hinter mir. Ich glaube, da ist von rechts nach links eine Welle gegangen und da hat ein Fahrer sein Vorderrad am Hinterrad eines anderen aufgehangen. Wir waren eigentlich ganz gut, vielleicht einen Ticken zu früh, aber lieber zu früh als zu spät. Ich glaube, es war ganz okay. Den letzten Kilometer ließen wir uns bisschen zu sehr sacken und verlieren dadurch ein paar Positionen, dadurch war der Sprint für mich zu lang.“

Mads Pedersen (Lidl - Trek, Neunter, Grünes Trikot / letour.fr: "Letztendlich war es ein guter Tag, ich habe das Maximum an Punkten geholt, das für mich drin war. Alles in allem einer meiner besten Tage, was die Schadensbegrenzung angeht. Nach dem kleinen Fehler gestern hat das Team heute richtig gute Arbeit geleistet, ich bin super stolz auf es. Jetzt beginnt eine neue Tour und wir freuen uns darauf.“

Pascal Ackermann (Jayco - AlUla / 15. / ARD): "Das war irgendwie abzusehen, dass das heute passiert. Alpecin ist so hart gefahren und man hat gesehen, dass Trek eigentlich keinen Sprint will. Es hat Spaß gemacht über die Wellen, schade, dass es da auseinander gegangen ist. Am Ende war es natürlich chaotisch, wie erwartet. Der Sturz war direkt neben mir, ich zittere jetzt noch und bin gerade so durchgekommen. Ich war vorher schon zweimal ganz knapp an der Bande dran und habe gebremst. Für mich war es schon einen Kilometer vor Ziel vorbei."

Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step / 16. / Eurosport): “Man hat gestern gesehen, dass es keine Teams mehr gibt, die die Führung übernehmen wollen. Wir haben uns entschieden, geduldig zu bleiben. Alpecin hat einen Kilometer vor dem Ziel einen richtig guten Move gemacht. Ich habe gesehen, dass Tim (Merlier) nicht an meinem Hinterrad war, als ich hinter Jasper (Philipsen) war. Dann wusste ich, dass ich einfach beschleunigen musste. Ich habe gespürt, dass Mathieu (van der Poel) etwas gewartet hat. Deswegen habe ich entschieden, noch einmal anzuziehen.“

Felix Engelhardt (Jayco - AlUla / 80. / ARD): “Vom Sturz habe ich die Überreste noch gesehen, aber man kriegt im Rennen weniger mit, als wenn man sich das von außen anschaut. Wenn man nicht ganz vorne dabei ist, geht das an einem vorbei.“

John Degenkolb (Picnic - PostNL / Platz 112 / ARD): "Es war ein superschweres Finale, eher ein Klassikerfinale als ein Sprint. Dann war es wichtig, die Gruppen zu besetzen, um vorne dabei zu sein. Wir hatten Pavel (Bittner), der hat sich sehr gut gefühlt. Ich habe es nicht genau gesehen, aber er war voll in den Sturz involviert. Er war in einer sehr guten Position. Ich habe ihn bei einen Kilometer oder 800 Meter vor dem Ziel abgeliefert und ich hoffe, er fühlt sich gut.“

Tadej Pogacar (UAE – Emirates - XRG / 51. / Ziel-Interview): "Heute war alles gut und ruhig, bis Trek mit dem Angreifen angefangen hat. Dann wurde das Finale schon etwas schwer. Bei uns ist aber alles gut gelaufen. Ich habe gesehen, wie viele Fahrer im Finale gestürzt sind. Ich hoffe, sie sind alle okay. Mein Geld hatte ich heute auf Fernando (Gaviria). Er ist richtig gut gefahren und ich war sehr enttäuscht, dass er auch am Boden lag.“

Phil Bauhaus (Bahrain Victorious / 111. / ARD): "Ich war heute nicht der Sprinter, ich musste helfen und ich denke, dass ich das ganz gut gemacht hab. Ich war am Ende viel allein mit Vlad (van Mechelen) und habe es trotzdem geschafft ihn bei 800 oder 900 Meter abzuliefern. Das war ein bisschen früh. Ich wollte nicht, dass es ihm geht wie mir, als ich zu weit hinten war. Ich weiß nicht, wie er am Ende reingekommen ist. Aber ich denke, er hatte die Chance einen guten Sprint zu fahren.“

Kim Andersen (Sportlicher Leiter Lidl - Trek / Eurosport): "Idealerweise wollten wir eine Gruppe initiieren. Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde, wollten aber trotzdem etwas probieren und nicht einfach auf den Sprint warten. Wir wollten die anderen Sprinter in Schwierigkeiten und ich denke, es hat nicht zu schlecht funktioniert.“

Steven de Jongh (Lidl – Trek / Sportlicher Leiter / RSN): “Mads hat beim Zwischensprint die vollen Punkte bekommen. Er ist auf die rechte Seite gefahren, um sich vor dem Wind zu schützen. Philipsen hat kurz rausgenommen für einen Moment. Dann gab es die Diskussion. Aber sie haben sich die Hand gegeben und es war alles in Ordnung.“

Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech / Dritter / Mixed Zone): “Der Sprint war gut. Leider sind die anderen besser. Das müssen wir akzeptieren. Ich glaube, dass mein Level gut ist. Am Anfang war es das zwar nicht. Aber an den vergangenen Tagen habe ich mich gut gefühlt, genauso wie heute. Wenn ich dann besiegt werde, ist das so.“

Tom Steels (Soudal – Quick-Step / Sportlicher Leiter / RSN): “Ich glaube, bei dieser Tour ist Tim (Merlier) wahrscheinlich der Schnellste bis dahin. Wir müssen schauen, wo die restlichen Zwischensprints liegen. Aber ich glaube, es wird im Kampf um Grün sehr schwierig gegen Mads Pedersen. Er ist sehr stark. Er kann auch Ausreißeretappen mit Anstiegen von zehn Kilometern gewinnen."

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