RSNplusVon Bahrain Victorious zum Helfer degradiert

Bauhaus: “Vielleicht meine letzte Sprintetappe bei der Tour“

Von Felix Mattis in Chalon-sur-Saône und Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Bauhaus: “Vielleicht meine letzte Sprintetappe bei der Tour“"
Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) | Foto: Cor Vos

16.07.2026  |  (rsn) – Auf den Tag genau vor zwei Jahren wurde Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) in Nimes Zweiter der 16. Etappe der Tour de France 2024. Am Donnerstag stand nun bei der 113. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt eine Flachetappe auf dem Programm – doch der Deutsche sollte diesmal nicht um den Sieg sprinten, sondern war für eine andere Rolle vorgesehen.

"Ich war heute nicht der Sprinter, ich musste helfen und ich denke, dass ich das ganz gut gemacht hab“, erklärte der 32-Jährige im Ziel in Chalon-sur-Saone gegenüber der ARD. 

Auf Nachfrage von Eurosport führte Bauhaus weiter aus: "Gestern Abend kam das Team auf mich zu und hat gefragt beziehungsweise mehr oder weniger entschieden, dass wir aktiv auf die Gruppe fahren und dass, wenn es zum Sprint kommt, wir Vlad (Van Mechelen) eine Chance geben. Dann war es meine Aufgabe, Lenny (Martinez) zu helfen und im Finale für Vlad zu fahren", nannte der Bocholter seine Aufgaben des Tages.

Bei der 113. Tour de France war ein sechster Platz in Bordeaux Bauhaus‘ bestes Ergebnis | Foto: Cor Vos

Bauhaus zeigte sich im Gespräch mit verwschiedenen deutschen Medienvertretern zufrieden über seinen Auftritt als Helfer, wirkte aber dennoch angeschlagen. “Ich glaube, dass das die letzte Sprintetappe war. Vielleicht war es die letzte Sprintetappe meines Lebens bei der Tour“, sinnierte er und fügte selbstkritisch an: “Ich meine, ich habe die letzten zwei Jahre nie etwas gewonnen. Dieses Jahr war sehr enttäuschend. Es ist nicht garantiert, dass ich in meinem Leben noch mal die Tour fahren werde."

Seit Juni 2024 jagt Bauhaus erfolglos einem Sieg hinterher. Derer 27 hat er insgesamt auf dem Konto, 2021 war er mit sieben Saisonsiegen am erfolgreichsten. “Ich gebe mein Bestes, nur als Sprinter habe ich in den letzten zwei Jahren nichts gewonnen. Aus vier Sprints hatte ich hier einmal Top Ten – und die anderen Male war ich weit weg davon“, sagte er mit Blick auf die bisherigen Sprintgelegenheiten.

“Radsport ist ein Ergebnissport“

“Radsport ist ein Ergebnissport“, befand Bauhaus gegenüber RSN. “Man kann relativ leicht an den Ergebnissen ablesen, wie gut oder wie schlecht man ist. Wenn ich von vier Sprints nur einmal Top Ten fahre, ist das für mich zu wenig“, gab er unumwunden zu. 

Schon die ganze Saison über läuft es beim Routinier nicht nach Wunsch. An bisher immerhin 45 Renntagen fand er seinen Namen sechsmal auf der ersten Ergebnisseite wieder, sein bestes Ergebnis erzielte er bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) Mitte Juni als Etappendritter. Ein Aufwärtstrend, den er beim Saisonhöhepunkt allerdings nicht fortsetzen konnte.

Auf der 12. Etappe musste sich der Bocholter in den Dienst des Belgiers Vlad Van Mechelen stellen. Viel Erfolg brachte die Maßnahme nicht. | Foto: Cor Vos

Und dementsprechend hart ging er mit sich ins Gericht. “Jeder hat in der eigenen Hand, wie er mit sich umgeht. Wir haben immer Bergfahrer im Team und das ist auch richtig so. Ich hatte es trotzdem immer geschafft, besser zu fahren als jetzt“, blickte Bauhaus gegenüber RSN auf seine letzten Tour-Teilnahmen zurück und wiederholte: “Dieses Jahr war es einfach nicht so gut.“

Wohl kein Sprint Royal in Paris

Abschreiben wollte sich Bauhaus aber andererseits auch nicht ganz. “Ich traue mir auch zu, nächstes Jahr wieder aufs Podium zu fahren. Aber anhand meiner Ergebnisse ist es nicht so, dass man nicht an mir vorbei kommt“, sagte er. Der Zeitpunkt für sein Gesamt-Resümee war etwas überraschend, wie Bauhaus auch selbst einräumte. “Wir sind erst mal noch dieses Jahr bei der Tour. Etappe 12 ist gerade zu Ende. Also bis nächstes Jahr ist es noch eine ganz lange Zeit“, blickte er voraus.

Bei dieser Tour de France wird er wegen der geänderten Ankunft in Paris mit der Überquertung des Montmartre kaum noch eine Chance auf eine Sprintchance haben. Und ein Blick auf seine Grand-Tour-Bilanz könnte auch nahelagen, dass er gar nicht bis zur Champs-Elysées kommen wird. 

Bei bisher sieben Teilnahmen an dreiwöchigen Rundfahrten hat Bauhaus nur zwei beendet. Bei der Tour wurde er 2025 als 151. gewertet, den Giro 2022 schloss er auf Position 138 ab.

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