Deutsche Meisterin: “Habe mich etwas nutzlos gefühlt“

Gestürzte Vollering “sieht okay aus“, Koch hat den Spaß zurück

Von Felix Mattis aus Poligny

Foto zu dem Text "Gestürzte Vollering “sieht okay aus“, Koch hat den Spaß zurück"
Demi Vollering und Franziska Koch im Ziel der 3. Etappe in Poligny. | Foto: Cor Vos

03.08.2026  |  (rsn) – Demi Vollering (FDJ United – Suez) bog bei Ankunft am Mannschaftsbus in Poligny nach der 3. Etappe der Tour de France Femmes 2026 (2.WWT) direkt hinter selbigen in den Schatten ab, wo ihre Teammitarbeiter einen geschützten Bereich abgesperrt hatten. Dort fuhr sich die Niederländerin anschließend auf der Rolle aus. Interviews gab sie nach einem mit bis zu 37 Grad sehr harten Tag, der nach 13 Kilometern für sie bereits mit einem Sturz unangenehm begonnen hatte, keine.

"Sie sieht okay aus. Wir werden mit dem Physio schauen, wie es ihr geht, aber wir müssen sie heute Abend checken und dann morgen sehen, wie es läuft", erklärte immerhin aber Nicolas Maire, einer der Sportlichen Leiter beim Vollering-Team, gegenüber cyclingnews.com, dass es auf den ersten Blick nicht allzu schlimm sei.

Für Frustration sorgte im Lager des französischen Rennstalls eher der Rennverlauf. Man wollte mit der Französischen Meisterin Célia Gery über den Sprung in die Ausreißergruppe auf Etappensieg fahren. Das gelang auch zunächst, doch die Gery-Gruppe, der auch Liane Lippert (Movistar) angehört hatte, wurde wieder eingeholt – und kurz darauf entwischte dann die mit einem 88-Kilometer-Solo erfolgreiche Sigrid Haugset (Uno-X Mobility).

"Wir haben auch versucht, mit Célia in der Gruppe zu sein heute, aber es hat nicht so funktioniert, wie wir das gern wollten. Den Move von Kopecky haben wir dann verpasst, das war schade", so Maire mit Blick auf die später hinter Haugset nachgestiegene Kopecky. Wäre die Belgierin nicht allein gewesen, sondern im Duo mit einer FDJ-Fahrerin, die nicht Vollering heißt, gut möglich, dass es dann tatsächlich um den Etappensieg gegangen wäre.

So aber fuhren sowohl Haugset als auch die Ex-Weltmeisterin dem Feld auf mehrere Minuten davon, ohne dass das Feld – und dazu gehörte eben auch das FDJ-Team – sie sofort wirklich hart verfolgt hätte.

FDJ schiebt Visma und Soudal die Verantwortung zu

"Fahrerinnen wie Le Court und Vos hätten hier um den Sieg fahren können, besonders ohne Wiebes. Deshalb hatte ich erwartet, dass ihre Teams etwas mehr verfolgen. Aber niemand will für die andere arbeiten und so kommen wir bei drei Minuten an", schob Maire die Verantwortung vor allem Visma – Lease a Bike und AG Insurance – Soudal zu.

Etwas Positives gab es am FDJ-Bus aber doch auch zu erzählen. Denn nach zwei sehr schweren Tagen zum Tour-Auftakt, als Franziska Koch sehr unter der Hitze litt, zeigte sich die Deutsche Meisterin im Jura wiedererstarkt und führte die Favoritinnengruppe schließlich auch mit hohem Tempo in den letzten Berg des Tages hinein.

Koch: "Heute hat es um einiges mehr Spaß gemacht"

“Heute war viel auf einer Höhe von 1000 Metern. Das hat mir mit Sicherheit geholfen. Man hat es schon gemerkt, als wir wieder runtergefahren sind, dass es heißer wurde. Der Hauptteil der Etappe lag über 1000 Metern. Das war sehr angenehm", erklärte sie zwischen Ausfahren auf dem Smarttrainer und Sprung in die Eiswanne radsport-news.com.

"Es hat heute um einiges mehr Spaß gemacht. Ich habe mich in den letzten Tagen etwas nutzlos gefühlt, da ich nicht die Aufgaben erfüllen konnte, für die ich da bin. Deshalb bin ich sehr erleichtert jetzt. Natürlich war es mental hart, aber an diesen Tagen wird der Charakter geformt", meinte sie und wird nun wohl wieder freudiger vorausblicken – auch aufs Einzelzeitfahren am Dienstag in Dijon.

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