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04.08.2026 | (rsn) – Sekundenkrimis, schwere Stürze auf bretonischem Asphalt und ein deutscher Coup am Schlusstag: Die 31. Auflage der Kreiz Breizh Elites (2.2) im Nordwesten Frankreichs bot vier Tage lang intensiven Rennsport. Vor allem der erst 20-jährige Jermaine Zemke (Rembe - rad-net) drückte der Rundfahrt durch die Bretagne ihren Stempel auf.
Dabei avancierte Zemke zum großen Triumphator der Rundfahrt: Mit klugem Instinkt für die entscheidenden Ausreißergruppen und einer packenden Solo-Aufholjagd auf dem anspruchsvollen Schlussteilstück nach Rostrenen entriss der Frankfurter den französischen Favoriten noch das Gelbe Trikot. Mit zehn Sekunden Vorsprung krönte sich Zemke zum Gesamtsieger und nahm zugleich überlegen das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers mit nach Hause.
Den Auftakt der Rundfahrt bildete ein 12,8 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren rund um Grâces, bei dem Rembe - rad-net den 13. Platz belegte. "Da hatten wir uns schon etwas mehr erhofft, aber zum Glück waren die Abstände nicht allzu groß", erklärte der Sportliche Leiter Ralf Grabsch. Auf der 2. Etappe über 200 Kilometer von Calanhel nach Gourin hielt sich Zemke schadlos und sprintete auf den zwölften. Platz im Tagesklassement.
Die Grundlage für den späteren Triumph legte der Hesse auf dem dritten Teilstück über 170 Kilometer von Trévarez nach Carhaix. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Johannes Adamietz schloss Zemke rund zehn Kilometer vor dem Ziel zu einer frühen Ausreißergruppe auf. Die Gruppe rettete 44 Sekunden Vorsprung ins Ziel, wobei Zemke im Sprint den sechsten Platz belegte und sich im Endklassement auf Rang sechs verbesserte – 32 Sekunden hinter dem Gesamtführenden Victor Guernalec (CIC Pro Cycling Academy).
Auf der 190 Kilometer langen Schlussetappe von Stade de Roudourou nach Rostrenen suchte Zemke mutig die Entscheidung und schloss im Alleingang zur Spitzengruppe auf. Zwar musste er sich im Kampf um den Tagessieg dem attackierenden Guillaume Adam (Veloce Club Rouen 76) um nur eine Sekunde geschlagen geben, doch Rang zwei genügte dem 20-Jährigen, um noch an die Spitze der Gesamtwertung zu springen.
Mit zehn Sekunden Vorsprung auf Adam und derer 13 auf Guernalec sicherte sich Zemke den Gesamtsieg und den in der Nachwuchswertung sowie Platz drei im Punkteklassement. "Als ich als Zweiter über die Ziellinie gefahren bin, war ich ein bisschen frustriert, denn wenn du ein Rennen fährst, willst du immer gewinnen. Aber dann habe ich die Information bekommen, dass ich Erster im Gesamtklassement bin. Das ist ein unglaubliches Gefühl", freute sich Zemke im Ziel."Den Gesamtsieg hat sich Jermaine hart erarbeitet. Die Art und Weise, wie er gefahren ist, war beeindruckend", lobte Grabsch seinen Schützling. "Es freut mich riesig, dass er das Risiko eingegangen und selbstbewusst gefahren ist. Außerdem hatte er ein super Team hinter sich, das ihm wichtige Vorarbeit geleistet hat." Auch Zemke selber zeigte sich stolz über seine Entwicklung: "Ich habe mich während der gesamten Rundfahrt extrem stark gefühlt. Aber es war wirklich hart im Finale dabei zu sein, weil ich die Lücke alleine schließen musste. Ich denke, ich habe im Vergleich zum letzten Jahr einen riesigen Schritt gemacht."
Einen vielversprechenden Start in die Kreiz Breizh Elites erwischte Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur. Im Mannschaftszeitfahren belegte die Equipe trotz frühen Defekts eines Fahrers einen starken neunten Platz mit lediglich 16 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Equipe. "Das war eine gute Ausgangssituation für die nächsten Tage, wo vor allem Silas Koech unser Kapitän sein sollte bei den drei Etappen mit explosiven schweren Schlussrunden", betonte der Sportliche Leiter Marcel Meisen.
Alle Ambitionen des Teams erhielten auf der 2. Etappe jedoch einen herben Rückschlag: Koech kam bereits nach 15 Kilometern schwer zu Fall und musste die Rundfahrt aufgeben; der 21-Jährige musste im Krankenhaus behandelt werden. In der anspruchsvollen Schlussetappe präsentierte sich Joshua Huppertz im Finale aktiv und suchte die Offensive, wurde jedoch nicht mit einem vorderen Resultat belohnt. Als bestplatzierter Fahrer von Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur beendete Alexandre Kess das vierte Teilstück auf dem 19. Platz.
"Alles in allem war die Rundfahrt für uns vom Ergebnis enttäuschend, jedoch war sie auch nach einem schweren Trainingsblock für die meisten Fahrer ein weiterer Teil der Vorbereitung auf die Deutschland Tour (2.Pro) und das Ergebnis teilweise einkalkuliert", resümierte Meisen die Prüfung im Nordwesten Frankreichs.