Lidl-Profi nach 10. Vuelta-Etappe enttäuscht

Nys: “Dieser Sprint war eigentlich wie für mich gemacht“

Von Kevin Kempf

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Thibau Nys (Lidl - Trek) zeigte auf der 9. Etappe der Vuelta a Espana mit dem dritten Platz seine bisher beste Leistung. | Foto: Cor Vos

01.09.2026  |  (rsn) – Wegen einer Knieverletzung kommt Thibau Nys (Lidl – Trek) in dieser Saison erst auf 17 Renntage auf der Straße. Mit Rang vier stieg er beim GP Gippingen (1.1) Mitte Juni ein, nach der Tour de Suisse (2.UWT) und der Belgischen Meisterschaft reiste Nys schon zur Vuelta a Espana

Bei der letzten Grand Tour des Jahres musste der Belgier sich bisher in den Sprints hinter seinem Teamkollegen Mads Pedersen anstellen. Doch auf der 10. Etappe nach Elche de la Sierra konnte Nys seinen eigenen Weg gehen – und der führte ihn  auf Platz drei.

“Und doch herrscht jetzt Enttäuschung, denn Gelegenheiten wie diese bieten sich einem Fahrer wie mir nicht oft“, sagte Nys im Ziel gegenüber Sporza und fügte an: “Dieser Sprint war eigentlich wie für mich gemacht.“ Bei Eurosport führte der 23-Jährige weiter weiter aus: “Mittlerweile ist es für mich etwas schwierig. Es entweder ein Tag für die Klassementfahrer und damit zu schwierig für mich oder ein Massensprint, wofür ich weder die Beine noch den Kopf habe. Heute war einer der Tage, an denen ich performen musste."

Dabei übertrieb Nys vielleicht ein wenig, denn im Finale ging er einige Male in die Offensive. “Ich hatte auch die Beine, die ich wollte. Ich habe mich so gut gefühlt. Dann ist es immer ein bisschen frustrierend. Ich will das Rennen so hart wie möglich machen, damit die Gruppe in Richtung Ziel immer kleiner wird. Ich fühlte mich im hügeligen Abschnitt etwas zu gut und dachte, dass immer noch ein paar schnelle Männer dabei sind“, erklärte er seine Fahrweise.

Fehler im Sprint

Entscheidend lösen konnten sich allerdings weder er noch andere Profis. So kam es zum Massensprint – und da lief es nicht nach Plan. “600 Meter vor dem Ziel wurde ich in der Rechtskurve etwas eingebaut. Dadurch musste ich schon 550 Meter vor der Linie lossprinten. Das war nicht schlecht, denn so konnte ich aus dem Hintergrund mit einer hohen Geschwindigkeit kommen“, blickte Nys zurück. 

Doch diesen Vorteil wusste er nicht zu nutzen. “Aber dann habe ich einen kleinen Fehler gemacht, indem ich mich 300 Meter vor dem Ziel noch einmal kurz hingesetzt habe und versucht habe, Windschatten zu bekommen", erklärte er.

Als Überraschungssieger Bastien Tronchon (Groupama – FDJ United) antrat, musste auch Nys wieder Geschwindigkeit aufnehmen. Das Tempo des Franzosen war aber zu hoch für ihn. “Ich glaube, ich hätte es riskieren sollen, einerseits alles zu verlieren und nur Sechster, Siebter oder Achter zu werden, aber andererseits auch eine Möglichkeit auf den Sieg“, befand er. “Das ist die Enttäuschung gerade. Ich hätte das Momentum mitnehmen und einfach Vollgas geben sollen. Was habe ich zu verlieren? Dritter oder Zehnter zu werden, ist das Gleiche“, urteilte er weiter.

Wie geht es mit Pedersen weiter?

Dabei hatte der Tag für Nys ganz anders laufen sollen: Er sollte sich als Ausreißer versuchen, was Visma – Lease a Bike seinen Worten nach jedoch verhinderte. “Wir waren in der Gruppe nicht gestattet. Dann war der Plan, auf Mads zu setzen. Aber er hat sich nicht gut gefühlt. Er wartet darauf, dass die Beine und der Motor nach der Tour wieder in Schwung kommen. Trotzdem hat er vor ein paar Tagen fast gewonnen. Also bin ich mir sicher, dass er in ein paar Tagen da sein wird“, meinte Nys.

Weniger positiv sah Pedersen allerdings seine Situation selbst. Der Däne sprach abseits der TV-Kameras mit seinem Freund, dem Eurosport-Interviewer Anders Mielke, der wiederum darüber berichtete. Demnach sei Pedersen in guter Form und trete starke Werte, aber das Gefühl stimme nicht. Der 30-Jährige zweifle jetzt sogar daran, die Vuelta fortzusetzen, da diese für ihn vielleicht nicht die richtige WM-Vorbereitung sei.

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