Neues Endurance-Bike aus Treviso

Pinarello X Series: 38mm Slicks für den Breitensport

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Pinarello X Series: 38mm Slicks für den Breitensport"
Optisch folgt das Rad ganz der Formsprache von Pinarello. | Foto: Pinarello

03.09.2026  |  (rsn) - Vor einigen Jahren wäre die neue Pinarello X Series noch zweifelsfrei als Gravelbike durchgegangen. 40 mm Reifenfreiheit, ein Staufach im Rahmen und eine flexende Sattelstütze, gepaart mit einer vergleichsweise laufruhigen Geometrie – allesamt Parameter, die das Rad noch vor einigen Jahren in der Kategorie Schotterrad verortet hätten.

Pinarello deklariert sein neues Endurance-Bike jedoch als Straßenrad. Das liegt an der angepeilten Zielgruppe, vor allem aber am Anforderungsprofil. Im Gegensatz zum kürzlich vorgestellten Dogma X hat der Hersteller aus Treviso bei der spürbar günstigeren X Series ein noch entspannteres Klientel im Blick: Die Modelle der X Series sollen keine Wettkampfgeräte darstellen, sondern ein Sportgerät für die Freizeit.

An der Geometrie haben die Entwickler im Vergleich zur vorherigen Generation zwar nichts verändert. Im direkten Vergleich zum Dogma X, das schon eine weniger aggressive Sitzposition als das Dogma F bietet, sitzt man dank mehr Stack und kürzerem Reach auf dem neuesten Pinarello aber aufrechter.

Das neue Rad soll ein komfortabler Begleiter für den Rennrad-Alltag sein. | Foto: Pinarello

"Wir wollten uns darauf konzentrieren, was Radfahrer auf langen Fahrten auf ganz normalen Straßen wirklich brauchen: unerreichten Komfort und Vibrationsdämpfung, ohne dabei an Performance zu verlieren. Das ist eine Modellreihe, mit der Radfahrer weiter fahren, raueres Terrain mit Selbstvertrauen erkunden und die Fahrt wirklich genießen können“, definierte Unternehmenspräsident Fausto Pinarello die Ausrichtung. 

Um die Geometrie für jede Körpergröße möglichst exakt abzustimmen, bietet Pinarello die X Series – typisch für die Marke – in insgesamt neun verschiedenen Rahmengrößen an. Ein hoher Fertigungsaufwand, da jede Größe eine eigene, sehr teure Rahmenform benötigt.

Spürbarste Neuerung beim Fahrgefühl ist die Reifenwahl: Pinarello liefert das neue Rad ab Werk mit 38 Millimeter breiten Slicks aus. Zum Vergleich: Das Race-Gravelbike der Marke, das Grevil F, bietet Platz für 45 mm vorne sowie 42 mm hinten und rollt ab Werk auf 40 mm breiten Reifen. Der Unterschied ist also denkbar gering.

Auf der Straße sorgt die Bereifung für viel Komfort, besonders wenn der Straßenbelag rauer ist. Zudem eröffnet sich die Möglichkeit, auch Schotterpassagen völlig sorgenfrei mitzunehmen. Wer nicht die maximale Rennperformance im Blick hat, muss dadurch kaum Nachteile in Kauf nehmen: Zwar schneiden die breiten Reifen aerodynamisch etwas schlechter ab, bei Geschwindigkeiten unter 35 km/h ist dieser Effekt auf der Straße jedoch vernachlässigbar.

Die Konstruktion der Sitzstreben teilt sich die X-Serie mit dem Dogma X. | Foto: Pinarello

Mehr Gummi bringt zwar unweigerlich etwas Extra-Gewicht auf die Waage, die Nachteile halten sich in der Praxis allerdings im Rahmen: RSN konnte das Modell X7 mit Shimano Ultegra Di2 wiegen. Ohne Pedale, inklusive Flaschenhalter, brachte das Rad exakt 7,8 Kilogramm auf die Waage.

Optisch folgt der neue Rahmen der typischen Formensprache aus Treviso, bietet technisch nun aber auch ein UDH-Schaltauge. Neben den breiten Reifen sorgt am Heck eine neu entwickelte adaptive Sattelstütze mit 10 mm Offset für spürbare Dämpfung. Ebenfalls neu ist die Klappe im Unterrohr, hinter der Ersatzschlauch und Minipumpe sauber im Rahmen verschwinden.

Im recht voluminösen Unterrohr lässt sich das “Bordwerkzeug” recht einfach verstauen. | Foto: Pinarello

Um den Preis im Vergleich zum teureren Dogma X zu drücken, fächert Pinarello die Carbonfasern absteigend über die Modellvarianten auf (T900 und T700). Die Spanne reicht von 4.500 Euro für die X3 mit Shimano 105 Di2 über die X7 mit Ultegra Di2 für 7.900 Euro bis hin zum Topmodell X9 mit Dura-Ace für 11.000 Euro.

Auch wenn die X Series die Hürde zur italienischen Traditionsmarke im Vergleich zur Dogma-Reihe spürbar senkt: Ein Schnäppchen sind die Räder nicht. Pinarello lässt sich den Namen und die vielen Rahmengrößen im Endurance-Segment selbstbewusst bezahlen. Dafür erhält der Kunde allerdings ein technisch vielseitiges und progressives Sportgerät.

Hinweis der Redaktion: Pinarello hat den Autor zum Mediacamp eingeladen. Die Vorgabe von Inhalten war daran nicht gekoppelt.

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