Leser-Wahl - die Ergebnisse

Der schönste Rennrad-Anstieg der Welt: Ihre Entdeckungen

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Der schönste Rennrad-Anstieg der Welt: Ihre Entdeckungen"
Die steile Wand von Meerane, während der Thüringen-Rundfahrt der Frauen 2016 | Foto: Cor Vos

04.05.2020  |  Vorgestern haben wir Ihnen die Top Fünf Ihrer Wahl zum schönsten Rennrad-Anstieg der Welt vorgestellt. Hier nun die weiteren Plazierungen - die einige Entdeckungen bereithalten...

Die erste Überraschung kommt bereits auf Platz sechs, mit nur wenigen Stimmen hinter Sa Calobra auf Mallorca: Die Steile Wand von Meerane - eine rund 250 m lange, im Schnitt zwölf Prozent steile Kopfsteinpflasterstraße in der Stadt Meerane in Westsachsen. Seit den 50er Jahren war sie Teil der Friedensfahrt; sie hieß ursprünglich Bergstraße, und wurde bereits 1960, zur 13. Friedensfahrt umbenannt, in „An der Steilen Wand“. Seit vielen Jahren ist sie auch immer wieder Teil der Thüringen-Rundfahrt.

Den folgenden Rang sieben hat sich (wohl auch wegen der zeitlichen Nähe) der Mammolshainer Berg/ Stich erkämpft, der Scharfrichter des heuer ausgefallenen Frankfurter 1.-Mai-Rennens "Rund um den Finanzplatz" der Profis, und auch vielen Jedermännern/ -frauen von der Langstrecke der "Velotour" bekannt. Der Anstieg ist 2,4 Kilometer lang, mit im Schnitt acht Prozent; der berüchtigte Stich hat satte 23 Prozent - ein echter Test für Rennradler-Wadeln...

Platz acht geht in die Schweiz: Die Tremola, die alte Kopfsteinpflasterstraße zum Gotthard-Pass, gehört völlig zu Recht zu den schönsten Rennrad-Anstiegen der Alpen: Die spektakuläre "Zitter-Straße" (so in etwa die Übersetzung von Tremola) verläuft von Airolo aus über 13 Kilo- und 930 Höhenmeter fast ausschließlich auf Granit-Pflaster bis zur Passhöhe auf 2106 Metern. Die Passstraße ist übrigens auch Teil des sehr lohnenswerten Granfondo San Gottardo, der nach heutigem Stand wohl auch dieses Jahr stattfinden wird.

Auf Rang neun haben Sie den Col d'Izoard gewählt, für viele Radsportler der Geheim-Tip unter den französischen Pass-Klassikern. Obwohl der 2360 Meter hohe Pass seit 1922 immer wieder Teil der Tour de France ist (so voraussichtlich auch dieses Jahr, auf der 18. Etappe), fällt er in Sachen Bekanntheit ein wenig gegen die Tour-Hits wie Ventoux, Tourmalet oder Galibier ab. Dabei wird er oft zusammen mit dem Galibier gefahren (so auch heuer), über die Nord-Rampe von Briancon aus, mit 1210 Höhenmetern auf gut 19 km.
Die Süd-Anfahrt aus dem Guil-Tal hat nur 14 Kilo- und 1030 Höhenmeter - ist aber mit der fast wüstenartig verwitterten wilden Felslandschaft Casse deserte im oberen Teil die spektakulärere Strecke, mit grandiosen Serpentinen und imposanten Felsnadeln. Der Izoard sit übrigens einer der ganz wenigen Pässe weltweit, der (auf der Nord-Rampe) durchgehend einen eigenen Radstreifen hat.

Platz zehn führt uns wieder nach Deutschland, genauer an den Kaiserstuhl. Die den meisten Rennradlern als Texas-Pass geläufige Passhöhe heißt eigentlich Auf dem Eck, ist 385 Meter hoch, und hat drei Auffahrten, die zwischen 2,3 und 4,1 Kilometer lang sind, mit 125 bis 243 Höhenmetern. Bekannt wurde der Pass durch die "Regio-Tour" im Dreiländer-Eck, deren Schluss-Etappe auf einer Runde um den Kaiserstuhl seit vielen Jahren mehmals über den Texas-Pass führt. Woher er seinen Namen hat, ist umstritten. Haben Sie eine Idee, geschätzte/r Leser/in? Dann mailen Sie uns doch bitte:
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