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Vize-Welt- und Europa-Meisterin im Cross-Country

Biken im Winter: Zehn Tips von Anne Terpstra

Foto zu dem Text "Biken im Winter: Zehn Tips von Anne Terpstra"
Anne Terpstra beim Cyclocross in Baal | Foto: Cor Vos

11.11.2021  |  Anne Terpstra ist Vize-Welt- und Europa-Meisterin im Cross-Country-Mountainbike. Die gebürtige Niederländerinist 30 Jahre alt und lebt mittlerweile in der Oberpfalz, wo sie auch während der kalten Wintermonate trainiert. Zum Rad-Training trotz Kälte, Schnee und Eis hat sie dem pressedienst-fahrrad zehn gute Tips gegeben.

1) Warme Schuhe
Das „wichtigste Produkt“ im Winter sind für Anne warme Winterschuhe: „An den Füßen werde ich am schnellsten kalt, dann an den Händen. Bei der Ausrüstung deshalb immer mit guten Winterschuhen anfangen.“ Zusätzlich empfiehlt sie bei besonders kalten Temperaturen beheizbare Innensohlen: „Ein Tip von einer meiner Team-Kolleginnen. Wenn es richtig kalt wird, helfen die Sohlen, den Komfort zu steigern.“
Klick-Pedale, wo Kältebrücken an der Verbindung von Cleat und Schuh entstehen können, sieht Terpstra nicht als Problem. „Beim Absteigen sammelt sich manchmal Schnee oder Matsch am Schuh, den kann man einfach abklopfen. Ich hatte noch keine Probleme durch die Klick-Pedale, kältere Füße zu bekommen.“

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2) Dicke Handschuhe
Der nächste wichtige Tip sind dickere Handschuhe, so Anne: „Zwar hat man etwas weniger Gefühl für das Rad, aber das ist besser als frieren.“ Für das Fahren auf längeren Touren hat sie noch einen Geheim-Tip: „Immer ein zweites Paar Handschuhe mitnehmen. Wenn man nach einer Pause die Handschuhe wieder anzieht, sind sie nassgeschwitzt und die Hände kühlen schneller aus - mit einem trockenen Paar nicht so schnell.“

3) Zwiebel-Prinzip
„Die richtigen Klamotten sind enorm wichtig, sonst macht das Fahren gar keinen Spaß. Zu wenig Kleidung lässt einen frieren, zu viel schwitzen“, so die Profi-Fahrerin. Eine Kombination aus mehreren Kleidungsschichten, das sogenannte Zwiebe-Prinzip, hilft dabei, Feuchtigkeit schnell nach außen zu transportieren und gleichzeitig zu wärmen.
Dafür wird in der ersten Schicht Funktionswäsche aus Kunstfaser oder Merino-Wolle verwendet. Über ein zweites Oberteil, z. B. ein Rad-Trikot, folgt der eigentliche Wetterschutz in Form einer wind- und wasserdichten, wärmenden Jacke. „Die Kleidung sollte dabei auch auf den Trainingsplan abgestimmt sein. Oder man nimmt noch weitere Klamotten im Rucksack mit, um sich je nach Temperatur anzupassen“, schlägt Anne vor.

4) Nässe- und Kälteschutz
„Wichtig ist zusätzlich der Schutz der Beine. Ich nutze gerne eine lange Regenhose, die mich auch vor Matsch und Nässe vom Boden schützt“, erklärt Terpstra. Von einem Tuch oder einer Maske als Mundschutz hält sie hingegen wenig: „Ein Schlauchtuch zum Warmhalten von Ohren und Hals ist sicherlich sinnvoll. Ich ziehe es aber nicht über Mund und Nase, weil es mich beim Atmen behindert. Das ist aber mein persönliches Empfinden.“

5) Streckenwahl
Hier ist je nach Temperatur und Witterung Flexibilität gefragt. "Wenn es nur kalt ist, der Boden gefroren und nur ein wenig Schnee liegt, fahre ich gerne im Wald. Die Temperaturen sind dort angenehmer als auf der Straße", verrät Anne. Wenn es hingegen viel geschneit hat, "muss man abwägen, was besser ist und inwieweit die Waldwege noch befahrbar sind".

6) Training
Bei Kälte sollte die Trainingsausfahrt ebenfalls flexibel gestaltet werden. „Ich verzichte auf längere Anstiege mit langen Abfahrten, um starkes Schwitzen und anschließendes Abkühlen zu vermeiden. Lieber fahre ich dann Runden, bei denen es nur kurz, aber öfters hoch und runter geht. So bleibt man bergauf wie bergab warm“, sagt Terpstra.

7) Reifenwahl
„Ich fahre im Winter mit den gleichen Cross-Reifen wie im Sommer. Ich liebe die technische Herausforderung, auch wenn ich etwas langsamer unterwegs bin“, so Anne. Einsteiger/innen rät sie jedoch, in der kalten Jahreszeit einen stärker profilierten Reifen zu nutzen: „Das gibt mehr Sicherheit.“ Spike-Reifen hat Anne noch nicht benutzt: „Wenn man die wirklich brauchen würde, fahre ich lieber auf der Rolle.“

8) Federung
Ein wesentlicher Unterschied beim Material ist - so vorhanden - die Federung. Sie ist bei Kälte härter und lässt das Rad anders reagieren. „Das muss man wissen, weil sich das Rad anders anfühlt als im Sommer. Ich dachte am Anfang, es sei etwas falsch eingestellt. Da kann man wenig dagegen machen. Am Ende wird sich ein Bike im Winter immer ein wenig anders fahren“, so Terpstra.

9) Verpflegung
Viel Trinken ist auch im Winter wichtig, weil der Körper durch die Belastung schwitzt. Dabei ist es wichtig, dass die Getränke nicht einfrieren. Anne rät deshalb zu einem Rucksack mit Trink-System: „Im Rucksack bleibt das Getränk wärmer, als wenn man die Flasche am Rad hat. Außerdem trinkt man mehr.“ Wichtig sei allerdings, auch den freiliegenden Schlauch und das Mundstück zu isolieren, wenn es friert. Sie werde in Zukunft aber auch Thermo-Flaschen ausprobieren.

10) Einfach genießen...
Annes letzter Tip ist ganz einfach - der Genuss: „Im Winter kann man die Natur ganz anders genießen als im Sommer. Es lohnt sich wirklich, ein Auge dafür zu haben und bewusst wahrzunehmen, wie schön es draußen auch im Winter ist.“

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