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12.09.2026 | (rsn) - Richtig gelöst wirkte Felix Gall (Decathlon - CMA CGM) nach dem Ziel am Collado del Alguacil noch nicht. Der Österreicher sicherte sich auf der 20. Etappe der Vuelta a Espana (2.UWT) zwar wahrscheinlich sein zweites Grand-Tour-Podium in einem Jahr und fuhr als Schnellster der Klassementfahrer den finalen Anstieg hoch, Euphorie strahlte der 28-Jährige allerdings noch nicht aus. Vielleicht musste er in diesem Moment noch den Stress der Etappe verdauen.
Früh im Rennen verlor Gall seinen wichtigen Berghelfer Matthew Riccitello durch einen Sturz und musste die erwarteten Angriffe von Richard Carapaz (EF Education - Easy Post) allein parieren – was ihm jedoch bravourös gelang. “Es hat schon einiges an Energie gekostet, die Attacken zuzufahren. Ich glaube, am Schluss war jeder ziemlich am Ende seiner Kräfte. Ich wollte es dann mit einem starken Finish zu Ende bringen”, resümierte er in der Pressemittelung nach dem Rennen.
Vielleicht ärgerte sich Gall aber doch ein wenig, dass es ihm trotz seiner starken Vorstellung nicht gelungen war, den zweiten Platz im Klassement von Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) zurückzuholen. Als er vier Kilometer vor dem Ziel das Tempo verschärfte, konnte Enric Mas (Movistar) zunächst noch folgen, Roglic und Carapaz fielen hingegen schnell zurück.
Irgendwann musste auch der Gesamtführende den Wahl-Salzburger ziehen lassen. “Mas hat ein bisschen ein Polster, vielleicht wollte er sich nicht allzu großen Schmerzen aussetzen”, kommentierte er seine Lücke zum Spitzenreiter gegenüber Eurosport. Roglic verlor zwar fast eine Minute, liegt vor der letzten Etappe in Granada aber immer noch 29 Sekunden vor Gall.
Die Ambitionen für den Tag wären eigentlich höhergesteckt gewesen: “Das Ziel für heute war, dass wir mithelfen zu kontrollieren, um dann um den Tagessieg mitzufahren. Dafür war allerdings der Start zu unübersichtlich und chaotisch. Dann haben wir leider gleich zu Beginn sturzbedingt Matthew verloren und haben uns dann zu 100 Prozent aufs Podium konzentriert.”
Die Frage drängt sich dennoch auf, was möglich gewesen wäre, wenn die Mannschaft das Rennen in voller Teamstärke hätte beenden können. Neben dem herben Verlust von Riccitello musste Gall in der letzten Woche schmerzlich auf Georg Mühlberger (Decathlon - CMA CGM) verzichten – seinen engen Trainingspartner, der nach einem Sturz ebenfalls die Segel streichen musste.
Der personelle Engpass brachte Gall allerdings nicht in Bedrängnis. Ruhig und souverän verteidigte er das Podest und zog im Ziel ein erstes positives Fazit der Saison: “Es war bisher eine supergute Saison. Wenn ich morgen ins Ziel komme... Das große Ziel für dieses Jahr war es, bei einer Grand Tour um das Podium zu kämpfen. Das ist mir beim Giro gelungen. Das lief super. Ich bin wirklich glücklich, dass ich auch hier wieder in so einer guten Form sein konnte. Ich denke, das ist eine gute Entwicklung.”
Die Feierlaune stellt sich hoffentlich ein, wenn das Ziel in Granada endgültig erreicht ist.
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