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12.09.2026 | (rsn) – Mikel Landa (Soudal – Quick-Step) hat seine Vuelta a Espana mit einem Sieg auf der Königsetappe gerettet. Der 36-Jährige sprang mit Ramses Debruyne (Alpecin – Premier Tech) aus der mehr als 50-köpfigen Verfolgergruppe zu den 14 Spitzenreitern und zog mit dem Belgier und Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) wenig später weiter. Am Schlussanstieg war der Spanier dann der Beste des Trios.
Johannessen wurde mit 48 Sekunden Rückstand Zweiter vor Debruyne, der 1:27 Minuten einbüßte. Bei den Favoriten fanden die größten Positionskämpfe weit vor dem Ziel statt, als Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) mehrfach angriff. Danach herrschte bei den Top Vier Flaute bis rund vier Kilometer vor dem Ziel Flaute. Dann griff Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) an. Er distanzierte damit Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Carapaz, wenig später schüttelte er auch Enric Mas (Movistar) ab, der das Rote Trikot aber problemlos verteidigte.
Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) startete wie Carapaz mehrere frühe Angriffe, wurde im Gegensatz zum Ecuadorianer aber fahren gelassen. Dadurch schob sich der US Amerikaner vom elften Gesamtrang vor bis auf Position fünf.
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Die Königsetappe hatte es wahrlich in sich – und dafür sorgten abgesehen vom schweren Parcours mit seinen fünf Bergwertungen auch die Fahrer. Denn in der Anfangsphase setzte sich eine zunächst 14-köpfige Gruppe ab, in der Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) seinen nahezu aussichtslosen Angriff aufs Bergtrikot startete. Nur beim Gewinn aller Kletterwertungen und einem vierten Etappenplatz konnte er Buitrago an der Spitze dieses Sonderklassements ablösen, sollte dieser leer ausgehen.
Der Kolumbianer reagierte in der ersten Auffahrt zum Puerto del Purche ( 1.Kat.), in der er in eine sage und schreibe 52 Mann starke Verfolgergruppe sprang. Beide Formationen wurden von den Gesamtbesten fahren gelassen. Der Rückstand der Hauptgruppe wuchs schnell auf mehr als acht Minuten an, während die Verfolger um Buitrago den Abstand zur Spitze nur langsam verkürzen konnten.
Das Streckenprofil der 20. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Ebenfalls im ersten Berg der 1. Kategorie probierte es zunächst Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) mit einer Attacke, später griff Carapaz an, doch Gall schloss die Lücke und brachte auch Roglic und Mas zurück zum Ecuadorianer. In dieser Phase verlor Oscar Onley (Pinic – PostNL) den Kontakt zu seinen Konkurrenten. In der zweiten Passage des Puerto del Purche setzte sich Kuss noch einmal allein ab. Die Gruppe mit dem Roten Trikot bestand da nur noch aus sieben Fahrern.
Kurz vor der Bergwertung setzte sich Carapaz erneut ab, doch Gall konnte dessen Angriff auf das Podium erneut abwehren – mit Roglic und Mas an seinem Hinterrad. Aus der Spitzengruppe heraus, die anfangs tatsächlich sechs Fahrer des Teams Uno-X Mobility beinhaltete – unter anderem Andreas Leknessund und Tobias Halland Johannessen – sicherte sich van Aert unterwegs 22 Punkte, sodass er seinen Abstand zu Buitrago auf 16 Zähler reduzierte. Doch im Anstieg zum Puerto del Duque (1. Kategorie) musste er nach einem Angriff von Debruyne - der zuvor wie Mikel Landa (Soudal – Quick-Step) den Sprung von den Verfolgern zur Spitze geschafft hatte- reißen lassen. Landa und Johannessen gingen mit dem Belgier mit.
Mit seiner zweiten Attacke baute Kuss seinen Vorsprung auf alle Top-10-Fahrer abgesehen von Carapaz, Gall, Roglic und Mas bereits im Anstieg zum Puerto del Duque (1. Kategorie) auf mehr als sieben Minuten aus. In jenem Anstieg probierte außerdem Carapaz mehrmals Angriffe auf Platz drei, die aber nicht von Erfolg gekrönt waren. Zwischenzeitliches Belauern führte dazu, dass Kuss auch zu diesen Fahrern bald fünf Minuten Vorsprung hatte. Weil der Kampf ums Bergtrikot zugunsten Buitragos entschieden war, ließ sich van Aert zu Kuss zurückfallen, um für ihn das Maximale in der Gesamtwertung herauszuholen.
Auf dem Weg zum Schlussanstieg kam auch Jorgen Nordhagen (Visma – Lease a Bike) zur Gruppe um Kuss und van Aert. Fast sechs Minuten betrug der Vorsprung des US-Amerikaners zu dem Zeitpunkt auf Carapaz und Co. Doch dessen Team hatte die Gefahr erkannt und ließ James Shaw Tempo fahren, um den Schaden zu begrenzen. Als auch Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) mit eingespannt wurde, war die Lücke bald wieder auf unter fünf Minuten eingedampft.
Gut sieben Kilometer vor dem Ziel schüttelte Landa zuerst Debruyne und kurz darauf auch Johannessen ab. In der Gruppe um Mas übernahm am Schlussanstieg Pablo Castrillo (Movistar) die Kontrolle, um Roglic jegliche Angriffslust zu nehmen. Was ihm auch gelang, bis 4000 Meter vor dem Ziel Gall attackierte. Mas konnte zunächst parieren, aber Roglic und Carapaz fielen zurück. Auch Mas musste kurze Zeit später abreißen lassen.
Nach knapp fünf Stunden Fahrzeit erreichte der völlig ausgepumpte Landa den Zielstrich am Collada del Aguacil – mit Tränen in den Augen. Johannessen kam 47 Sekunden nach ihm an und fuhr an der steilen Schlussrampe Schlangenlinien. Kuss kam mit 4:37 Minuten Rückstand an, Gall erreichte das Ziel zwei Minuten nach ihm und damit 18 Sekunden vor Mas und 55 Sekunden vor Roglic, der am Ende auch noch Carapaz deutlich distanziert hatte.
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